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At the Gates - The Nightmare of BeingAt the Gates - The Nightmare of Being

(Century Media)

 

Wie so ziemlich die meisten Bands mit künstlerischem Anspruch haben sich auch At the Gates im Lauf der Zeit verändert. Die extreme Vertracktheit der frühen Tage ist mehr und mehr einem verhältnismäßig geradlinigen Death Metal mit eher moderaten Verschachtelungen gewichen - gut hörbar, solide, mit sehr starken Momenten, aber eben größtenteils bar der Zumutungen, denen man sich bei den ersten Alben ausgesetzt sah. Wie schön ist es da, dass die Band mit „The Nightmare of Being“ endlich mal wieder schwerere Kost serviert. Dabei fängt alles ganz harmlos an: Der Opener „Spectre of Extinction“ beginnt mit einer Reminiszenz an „Terminal Spirit Disease“, ansonsten könnten er und die beiden folgenden Songs so auch auf einem der beiden Vorgängeralben stehen. Dass man hier aber auf mehr gefasst sein muss, macht plötzlich „Garden of Cyrus“ klar, das eigentlich ziemlich wütend ist, aber immer jazziger und sphärischer wird, schließlich mit quirligen zweistimmigen Saxophonpassagen aufwartet, einen immer mehr mit auf die Reise nimmt und schließlich einem völlig heftigen Ende entgengeht. „The Fall Into Time“ ist ein Bastard aus orchestralem Pomp, treibendem Death Metal klassischer Göteborg-Manier, orientalischen Anklängen und ziemlich abgedrehtem Jazz. Spätestens jetzt ist klar, dass At the Gates endlich wieder das machen, was sie schon immer am besten konnten: die spielerischen Möglichkeiten ausreizen, neue Wege beschreiten und dabei das Kunststück hinzubekommen, trotzdem maximal aggressiv zu klingen. Es sind deshalb nicht nur die Ausflüge in den Jazz, die dieses Album ausmachen, es sind auch die ungeahnten dramatischen Wendungen, die sich sonstwohin schraubenden Riffs, das Nebeneinander von atmosphärischer Tiefe und brachialer Gewalt, die sich vollkommen unvermittelt entfaltenden Klanglandschaften, in die man unweigerlich hineingezogen wird, und natürlich die betörend schönen zweistimmigen Riffs, die einfach keiner so gut schreiben kann wie diese Urväter des Gothenburg-Sounds. Dazu kommen wirklich interessante und lohnenswerte Lyrics. Den Schweden ist ein opulentes, originelles, schwieriges und kompromißloses Album gelungen - mit Sicherheit das beste Album seit der Reunion, vielleicht sogar überhaupt.

 

http://atthegates.se

 

(Torsten)

 


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