
Mit ihrem dritten Album in ebenso vielen Jahren haben sich TRIUMPHER endgültig als eine der spannendsten neuen Bands im epischen Heavy Metal etabliert. Die Griechen verbinden klassischen Heavy Metal mit Einflüssen aus Black und Extreme Metal und erschaffen daraus einen ebenso kraftvollen wie atmosphärischen Sound. Im Gespräch sprechen sie über die philosophischen Konzepte hinter ihrem neuen Album, die Bedeutung der griechischen Mythologie, ihre kreative Entwicklung und darüber, warum TRIUMPHER ihre Musik als mehr als eine bloße Sammlung von Songs verstehen.
Seht ihr euch eher als eine Black-Metal-Band, die Heavy Metal spielt, oder als eine Heavy-Metal-Band, die von Black-Metal-Bands beeinflusst wurde?
Mars Triumph: Definitiv als eine Heavy-Metal-Band, die von Black Metal und anderen Extreme-Metal-Spielarten beeinflusst wurde. Black und Extreme Metal verleihen unserer Musik Atmosphäre, Aggression und eine zusätzliche emotionale Dimension, die sie bereichert. Heavy Metal bleibt jedoch das grundlegende Fundament von TRIUMPHER.
Zwei Songs eures neuen Albums beschäftigen sich mit Odysseus und seiner Reise. Warum habt ihr euch entschieden, Homers Geschichte gleich zweimal auf diesem Album aufzugreifen?
Mars Triumph: Beide Songs dienen perfekt dem philosophischen Konzept des Albums und der Idee der Rückkehr des Ewigen Königs.
„Ithaca (Return of the Eternal King)“ steht für die Heimkehr nach allen Prüfungen, die Erfüllung des Schicksals und die Rückeroberung des heiligen Thrones. „Naus Apidalia“ hingegen konzentriert sich auf die Reise selbst.

Einige der Songs basieren auf Themen aus einem bislang unveröffentlichten Buch von dir. Kannst du uns mehr darüber erzählen? Worum geht es, und wann können wir damit rechnen?
Mars Triumph: Ja. Das Buch, das mittlerweile erschienen ist, erweitert das konzeptionelle Universum von TRIUMPHER.
Viele der Songs auf dem Album stehen mit dieser größeren Geschichte in Verbindung, und auch zum nächsten Album wird es eine starke Verbindung geben.
Dieses mythopoetische Buch behandelt Themen wie Heldentum, spirituellen Aufstieg, Königtum, Opferbereitschaft, göttliche Archetypen und den ewigen Kampf zwischen Ordnung und Chaos.
Es entfaltet die philosophischen Ideen hinter den Songs von TRIUMPHER und verbindet sie zu einer großen, zusammenhängenden Erzählung.
Für Hörer, die nicht jede eurer Textzeilen bis ins Detail analysieren: Welche Botschaften „versteckt“ ihr hinter den mythologischen Geschichten auf diesem Album?
Mars Triumph: Die Mythen sind lediglich die äußere Form. Sie sind nicht dafür gemacht, entschlüsselt zu werden – sie bleiben stets unberührt und schenken unserem Geist und unseren Gedanken Nahrung. Hinter ihnen verbirgt sich eine Philosophie über das Wesen des Menschen und die Gesetze des Universums. Heutzutage leben wir in einer Welt, die Komfort, Bequemlichkeit und Paranoia verherrlicht und nach einfachen Antworten sucht. TRIUMPHER steht auf der entgegengesetzten Seite.
Mit diesen Geschichten wollen wir daran erinnern, dass wahre Größe nur durch harte Arbeit, Entschlossenheit, Selbstbeherrschung und Respekt entsteht. Schmerz ist der Meißel, der den Stein formt. Ohne Kampf gibt es keine Veränderung, und ohne Opfer keine Transzendenz.
Wenn ich einen Kritikpunkt an dem Album nennen müsste, dann wäre es die Reihenfolge der Songs – insbesondere die beiden ruhigeren Stücke in der Mitte der Platte. Habt ihr sie direkt hintereinander platziert, weil ihr dabei den Vinylschnitt im Hinterkopf hattet?
Mars Triumph: Ja, das Vinylformat war definitiv ein Faktor, den wir berücksichtigen mussten. Die Reihenfolge wurde jedoch in erster Linie aufgrund des konzeptionellen Flusses gewählt. Für uns ist das Album eine einzige zusammenhängende Reise und keine bloße Sammlung einzelner Songs. Und in der Musik wie in der Kunst insgesamt ist letztlich alles Geschmackssache.
So wie jede große Geschichte Momente der Spannung und Momente der Besinnung braucht.
Mit „Naus Apidalia“ habt ihr den längsten Song eurer bisherigen Karriere aufgenommen. Ist es als Songwriter schwierig, ein so langes Stück zu schreiben, das Höhen und Tiefen besitzt und dabei trotzdem spannend und eingängig bleibt?
Mars Triumph: Absolut. Es war wahrscheinlich die größte kompositorische Herausforderung des gesamten Albums.
Einen Song dieser Länge zu schreiben und dabei die Aufmerksamkeit des Hörers durchgehend aufrechtzuerhalten, erfordert eine völlig andere Herangehensweise. Ich habe ihn fast wie ein filmisches Werk aufgebaut, bei dem jeder Abschnitt seinen Zweck erfüllt und jeder Übergang die Geschichte voranbringt.
Die Komposition entfaltet sich Schicht für Schicht. Schließlich habe ich mich für eine der majestätischsten Passagen aus Homers Odyssee entschieden – eine Passage von solcher Kraft, dass man allein um sie herum ein ganzes Album erschaffen könnte.
Drei Alben in drei Jahren – und dennoch ist die Weiterentwicklung von Album zu Album deutlich hörbar. Kommt dieser Drang, euch ständig weiterzuentwickeln, aus der Band selbst, oder gibt es auch Einflüsse von außen, die euch inspirieren oder hilfreiches Feedback geben?
Mars Triumph: Die größte Antriebskraft kommt immer aus uns selbst. Wir fordern uns ständig heraus, bessere Musiker, bessere Komponisten und bessere Künstler zu werden. Wir sind nie vollständig zufrieden – und genau das hält unsere Entwicklung am Leben.
Natürlich hören wir auf konstruktive Kritik und schätzen ehrliches Feedback. Am Ende folgen wir jedoch unserem eigenen künstlerischen Instinkt. Jedes neue Album muss stärker sein als das vorherige.
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für meine Fragen genommen habt! Wenn ihr euren Fans oder unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben möchtet, ist jetzt die Gelegenheit dazu.
Mars Triumph: Vielen Dank für die durchdachten Fragen und dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, so tief in unsere Arbeit einzutauchen.
Schon bald gibt es viele spannende Neuigkeiten.
WE ARE TRIUMPHER
(Manuel)
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