MADBALL - Not Your Kingdom
(Nuclear Blast)
Als der ältere Halbbruder von Freddy Cricien, Roger Miret im Jahre 1988 beschloss, die Band MADBALL als eine Art Nebenprojekt zu seiner Hauptband AGNOSTIC FRONT zu gründen, stellte er den damals erst 12-jährigen Freddy ans Mike. Zu dieser Zeit dürfte dem jungen Sänger wohl kaum bewusst gewesen sein, dass er fast vierzig Jahre später sein zehntes Vollwerk veröffentlichen würde. Das ist definitiv aller Achtung wert! Dass man die Fans der New Yorker Hardcore-Legende MADBALL allerdings vor eine achtjährige Geduldsprobe stellen würde, bis der 2018er "For The Cause"-Nachfolger "Not Your Kingdom" endlich im Handel und den einschlägigen Musik-Plattformen verfügbar wäre, ist weniger löblich. Zumal das neue, halbstündige Studio-Langeisen des Fourpiece, mit seiner punkigen Rock-Mentalität (gerade was die "Rebel Kids" anbetrifft), ein wenig zu sehr nach Reißbrett-KID ROCK-Metal klingt. "Not Your Kingdom" reißt mich persönlich zu keinem Zeitpunkt so richtig vom Hocker. Von dem neuen Material bleibt auch nach mehreren Durchgängen nicht allzu viel bei mir hängen.
Das neue Album kann definitiv nicht mit dem hammergeilen, groovebeladenen Hardcore/Street Punk Crossover "For The Cause" mithalten. Wo sind die fetzig-punkige Energie, die Lockerheit, die Street Credibility, die bombastische Bassperformance vom ehemaligen Basser Jorge „Hoya Roc“ Guerra und die druckvolle, wie abwechslungsreiche Fellbearbeitung von Drum-Animal Mike Justian (ex-UNERATH), mit der arschtighten Freak Out, Jump and Shout Attitüde abgeblieben? Auch die Hardcore-Brüll-Vocals von Fronter Freddy Cricien sind mir ein wenig zu uninspiriert und glatt gehobelt. Was ist los im Hause MADBALL? Man wird doch wohl nicht langsam alt werden? Hat man in den letzten acht Jahren seine Skills oder gar die Spielfreude verloren? Die 14 neuen Tracks dürften, jedenfalls in meinen Ohren, gerne härter, einfallsreicher und mit deutlich mehr Spielwitz rüberkommen.
Lediglich die passablen Refrains zu "Rebel Kids", "Life’s a Mural" (geht mir allerdings zu sehr Richtung Fun-Metal/Hardcore) und "The Ride", sowie die härtere Gangart zu "Flammable" und "Family First" können mich ein klein wenig aus meiner eingefahrenen Lethargie lösen. Obschon gesagt werden muss, dass die beiden letztgenannten Titel absolut austauschbar sind und mit einem leidlich starkem Hang zum Obsoleten neigen. Der Riot-Refrain zu "What Say You" zieht hier keine Worscht vom Teller. "Not Your Kingdom" ist zu gleichförmig runtergerasselt, entwickelt keinen Flow und keine Dynamik, packt mich nicht im Geringsten bei den Eiern und nötigt mir daher auch nicht mehr als ein müdes Lächeln ab. Das ist für MADBALL definitiv zu wenig und alles in allem nicht mehr als 08/15 Hardcore-Fastfood für Mr. und Mrs. Braindead. Der einzig richtig coole Titel auf "Not Your Kingdom", das mich ansonsten absolut kaltlässt, ist der punkige, in deutscher Fäkalsprache gehaltene 30-Sekunden-Track IWI. Und das war es dann auch schon, mit der neuen, erschreckenden Langeweile.
(Janko)
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