MISCREANCE - ReminiscenceMISCREANCE - Reminiscence
(Season Of Mist)

 

Die zweite Old School Langrille "Reminiscence", der 2013 gegründeten experimentellen Tech-Thrash/Deather MISCREANCE (bis 2018 noch als ATOMIC MASSACRE), ist schon recht eigentümlich. Die verquere, schon mal ins jazzige abdriftende und disharmonische Gangart, der aus Venedig stammenden Extrem Metaller, wirkt teilweise arg unorthodox und kann für das ungeübte Ohr bisweilen anstrengend werden. Trotz ihrer progressiven, nachgerade experimentellen Ader, erinnern MISCREANCE, speziell was die biestige Intonation von Drummer und Shouter Andrea Feltrins Growling anbetrifft, in erster Linie an Chuck Shuldiner von DEATH. Und auch wenn die Seele ihrer Spielweise eine gänzlich andere Route fährt, nimmt die norditalienische Quadriga immer wieder musikalische Bezüge auf die Pioniere und Namensgeber des Genres.  

 

Aufgenommen wurde "Reminiscence" im Bridge Produzioni Audio in Susegana. Unter Zuhilfenahme von Marino De Angeli, der sich neben seiner Aufgabe als Sound Engineer auch für Mix und Mastering verantwortlich zeigte, hat man ein passendes Live-Set-Feeling eingefangen. Das ordentliche Gehämmer von Andrea Feltrin, dazu das fingerfertige Bassspiel von Jean-Claude Rossignol, sowie die fiesen technischen Riff-Attacken der beiden Gitarreros Tommaso Cappelletti und Andrea Granauro, sind eigentlich über jeden Zweifel erhaben, dennoch weist das 37:35-minütige MISCREANCE 2.0, welches definitiv Abwechslung bietet, zu viele Täler auf und ist in meinen Ohren ein eher durchwachsenes Album geworden. Auch wenn Tracks, wie "Synaptic Cortex Dissection", "Trait d'Union" und "Symbiosis" durchaus ihren Reiz versprühen, ist es doch immer wieder Feltrins Gesang, der den Karren aus dem Dreck zu ziehen vermag. Und das ist auf Dauer leider zu wenig! Darüber kann auch die Hinzunahme der verschiedenen Perkussionsinstrumente, des Didgeridoos, der Flöte und des Berimbaus, für deren Spiel sich Gastmusiker Leo Di Angilla verantwortlich zeigte, nicht mehr hinwegtäuschen. Ebenfalls halte ich den, wenn auch nur sehr dezent eingesetzten Klargesang, für eher kontraproduktiv.

 

Vielleicht liegt es daran, dass ich von vornherein mit zu viel Euphorie in die Listening-Sessions zu "Reminiscence" gegangen bin, denn auch nach diversen Durchläufen muss ich zugeben, dass ich nicht so 100%ig warm werde mit dem neuen Material. Technisch gibt es hier sicherlich kaum etwas zu bemängeln, aber die musikalische DNA der neun neuen Tracks ist einfach nicht meine Welt. Gerade was den Rausschmeißer "Mirage" anbetrifft, ein Instrumentalstück, dass mir beinahe in den Ohren weh tut, empfinde ich das Album in der Gesamtbetrachtung als regelrecht strapaziös. „Was wir geschaffen haben, ist ein ‚verlorenes Album‘“, sagt Bassist Jean-Claude Rossignol. „Es stammt aus einer unbekannten Zivilisation, die zugleich futuristisch und extrem primitiv ist. Durch übersinnliche Kräfte und Fähigkeiten, die das irdische Verständnis übersteigen, haben diese urzeitlichen Außerirdischen eine vollständige neuronale Einheit erreicht. Doch in ihrem Inneren lauert nach wie vor angeborene Boshaftigkeit, die das Verlangen nach Beute, Skalps und Lust nährt.“ Nun, wem’s gefällt!


(Janko)

https://www.facebook.com/Miscreance/

https://www.instagram.com/miscreance_official/

https://miscreance.bandcamp.com/music

 

Checkt die Videos:

The Moaning Hill:

https://youtu.be/opEDXK2O_Cs

 

Oracle's Rift:         

https://youtu.be/hYJaYExwFfg


Musik News

Live Reviews

Movie News