
Die aus Frankfurt/Wiesbaden stammenden Exumer sind (mit Unterbrechung) schon seit den 80ern aktiv. Zumindest Sänger Mem und Gitarrero Ray. Der Thrash Metal der Band war immer was Eigenständiges und sehr US geprägt. So auch auf dem aktuellen Album „Death Mask Messiah“ das grade via Metal Blade Records rauskam. Gitarrist Marc Bräutigam spielt seit 2013 mit den Jungs und erzählt uns im Folgenden bisschen was zum aktuellen Geschehen…
Hallo Marc, wir haben uns bisher noch nicht gesprochen, vielleicht kannst du bisserl was von dir erzählen? So was vor deinem Exumer Beitritt war und was noch so läuft…
Hallo Arno, freut mich! Ich habe Anfang/Mitte der 90er angefangen, in Death und Black Metal Bands zu spielen. Meine damalige Band Asakku war Mitte der 90er etwas bekannter in der deutschen Tape-Trader und Undergroundszene. Danach ging es für mich mit Progressive Metal (Everflow aus dem Raum Dortmund und Jitterbug aus dem Raum Recklinghausen) weiter. Zu der Zeit war ich sehr viel als Live und Aushilfsgitarrist in allen möglichen Ruhrpott Bands unterwegs. Über diesen Weg bin ich damals 2013 auch zu Exumer gekommen, um bei einer Tour auszuhelfen. Kurz danach bin ich dort als festes Mitglied eingestiegen. Ich bin außerdem noch Gitarrist bei The Very End und hab bis 2025 noch die Live-Gitarre bei Phantom Corporation gespielt.
Bist du bei Exumer auch im Songwriting involviert?
Ja, zum Teil. Den Großteil der Riffs liefert Ray, wir erarbeiten dann aber viele Riffs zusammen und arrangieren sie dann mit Mem, der dieTexte schreibt. Beim Arrangement der kompletten Songs ist dann auch immer die ganze Band involviert. Auf „Death Mask Messiah“ habe ich zwei Songs geschrieben, „Ravishing Waste“ und „Frozen Ground“.
Erzähle doch mal bitte alles Wissenswerte zur neuen Scheibe „Death Mask Messiah“…
Nun, was soll ich sagen. Aufgenommen und produziert hat das ganze Album Dominic Paraskevopoulos, der unter anderem auch schon für Kreator und Caliban gearbeitet hat. Für Mix und Master haben wir uns mit Arthur Rizk zusammengetan, den viele vielleicht von seiner Arbeit mit Power Trip oder Enforced kennen. Beide haben eine großartige Arbeit geleistet und unseren Songs genau zu der Wucht verholfen, die wir uns gewünscht haben. Das Artwork kommt von Björn Gosses/Killustrations, auch er hat einen fantastischen Job gemacht, in dem er unserem Album das passende Gesicht verlieh. Außerdem ist „Death Mask Messiah“ das erste Album mit unserem neuen Line-Up in der Rhythmus Abteilung: Alex am Bass und Jerome (Sohn von Kreator Drummer Ventor - Red.) am Schlagzeug.

Wer ist denn der „Death Mask Messiah“?
Ein falscher Messias, der sich durch das Vorspielen falscher Tatsachen und durch irreführende Versprechen einen für seine Opfer fatalen Vorteil verschafft. Das ist ein zentrales Motiv, dass sich durch unterschiedliche Erzählstränge thematisch durch die Lyrics des Albums zieht. Unter anderem geht es hier etwa um David Koresh und den Branch Davidians; eine Sekte, die Anfang der 90er Jahre ihren Untergang in Waco, Texas fand.
Spielen neue Einflüsse/Strömungen im Exumer Sound eine Rolle oder zieht ihr euer Ding völlig eigenständig durch?
Natürlich spielen neue Einflüsse eine Rolle. Klar ziehen wir unser Ding eigenständig durch, aber das ginge für uns gar nicht, ohne dass wir nach links und rechts und über unseren Tellerrand schauen. Wir sehen uns nicht als Band, die nur von ihrer Legacy zehrt und sich selbst zitiert. Ich denke, das kann man auf dem Album auch ganz gut hören.
Da Mem ja in den USA wohnt klappt Proben sicher nicht sehr oft – wie regelt ihr das?
Meistens treffen wir uns vor einer Tour oder wichtigen Shows ein paar Tage eher und verschanzen uns zu ein paar Proben. Vieles ist dann aber tatsächlich eher Arbeit im Home Studio oder proben in halber Besetzung. Jerome und ich teilen uns einen Proberaum und Alex wohnt auch nicht weit weg. Zu dritt können wir dann den Kern vorbereiten und genug Meter machen um dann effizient mit Ray und Mem proben. Das geht für Shows ganz gut, jeder bereitet das Set zuhause vor und übt seinen Teil und dann geht es eigentlich nur an die Performance. Dafür reichen dann in der Regel auch 1-2 Tage proben. Der Rest kommt dann während der Shows.
Hast du früher die beiden 80er Scheiben von Exumer gehört oder erreichten sie dich erst später?
Ich kannte „Possessed By Fire“ durch das Album Artwork, habe das Cover oft in Katalogen und Magazinen gesehen, der Name war mit also ein Begriff. Hat mich aber nie so richtig abgeholt. Ich war zu der Zeit 10/11 Jahre alt und habe gerade angefangen, mich mit Metal zu beschäftigen. Damals waren Maiden für mich einfach alles (sind sich heute auch noch ;) ). Ich bin dann aber auch schnell zu Slayer, Sodom, Kreator und sowas gekommen, aber Exumer habe ich erst später so richtig kennengelernt, als ich in die Band einstieg.
Was ist denn eigentlich aus Paul Arakari (Sänger/Basser der zweiten Scheibe "Rising from the Sea" - Red.) geworden? Fand den schon auch ziemlich cool…
Das kann ich dir leider nicht sagen. Ich habe Paul nie kennengelernt.

Was sind denn so deine Faves und Lieblings Scheiben?
Was immer geht sind „Somewhere In Time“ von Maiden, „Master Of Puppets“ und „Ride The Lightning“ von Metallica und „Images And Words“ von Dream Theater. Ich bin aber auch ein großer Fan von New Model Army, da geht für mich eigentlich fast der ganze Katalog klar und ich liebe Fields Of The Nephilim.
Ich hörte 2027 geht bei euch konzertmäßig einiges, stehen schon Dates fest?
Wir haben nächsten Monat in der Türkei auf dem „Bosphorus Open Air“ unser Live Debut von „Death Mask Messiah“, da freuen wir uns schon alle sehr drauf. Nächstes Jahr geht es dann in USA („Hell’s Heroes“ und „Maryland Deathfest“) und es wird einige Shows in Europa geben. In Deutschland sind wir Anfang des Jahres zum Beispiel auch auf dem „Endzeit Festival“ in der Zeche Carl in Essen.
Könnt ihr gut mit den anderen älteren Thrash Bands Deutschlands wie Sodom, Tankard, Kreator, Destruction?
Auf jeden Fall. Tankard kommen ja aus der gleichen Ecke wie die Band ursprünglich (Frankfurter Raum, Wiesbaden) und dadurch, dass wir in Essen proben und auch mit Jerome noch eine familiäre Connection zu Kreator haben sind wir auch fest mit dem Ruhrpott verwurzelt.
Vielen Dank & Grüße.
Ich danke dir, liebe Grüße!
(Arno)

































































































