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Lorna Shore - …And I Return To NothingnessLorna Shore - …And I Return To Nothingness

(Century Media)

 

Neuer Sänger, neues Glück? Das kann man im Falle, der 2010 gegründeten Deathcore Recken LORNA SHORE aus New Jersey, mit Fug und Recht behaupten. Nach dem unschönen Abgang des ehemaligen Fronters CJ McCreery, der Ende 2019 aufgrund von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und des Rassismus gegen ihn die Band verlassen musste, übernahm William "Will" Ramos vor einigen Monaten den vakanten Platz hinter dem Mikro. Der neue Mikrofon-Membran-Killer Ramos entpuppte sich als würdiger Ersatz und stürzte sich sogleich wagemutig ins Getümmel. Will ist enorm vielseitig, extrem guttural und verpasst dem LORNA SHORE-Sound eine frische, endfett performte Note im Gesang! Innerhalb des modernen, atmosphärischen, regelrecht melodischen Deathcore Geballers, das in seinem experimentellen Abwechslungsreichtum nahezu unerreicht ist, brechen sich seine verschiedenen Stimmgewalten Bahn. So wechselt Mr. Ramos mit Leichtigkeit von dunklem Deathcore Grollen über unerbittliches Todesgegrunze, Hardcore-Shouts, bis hin zu ketzerisch-psychopathischem Gesangseruptionen à la CATTLE DECAPITATION oder ANAAL NATHRAKH. Er kreischt wie ein wild gewordenes Tier, dann dämonisch wie der Teufel höchst selbst, um in hexenartigen oder zwergisch-verrückten Ausrastern zu münden. Auf der aktuellen 3-Track-EP "…And I Return To Nothingness", gibt der neue Frontbrüllwürfel, den einige von euch vielleicht noch von A WAKE IN PROVIDENCE her kennen, nun also seinen gnadenlos-schizophrenischen Einstand.

 

LORNA SHORE vereinen die verschiedensten Stile des Extrem Metal miteinander und zeigen sich auf ihrer 18:09 Minuten rotierenden EP versierter, wandlungsfähiger und breitgefächerter denn je. LORNA SHORE Das Extrem Metal Fourpiece verwebt immer wieder omnipräsente, raumfüllende, vom Bombast getragene chorale, wie orchestrale Synthesizer-Klangteppiche, mit einem facettenreich und intelligent aufgebautem Deathcore Gebolze, was "…And I Return To Nothingness" zusätzlich auf die Symphonic Black Metal Schiene hebt. Sogar gewisse Parallelen zu Bands wie CRADLE OF FILTH oder DIMMU BORGIR sind hier in ausgesuchten Sequenzen auszumachen. Die Jungs haben nichts dem Zufall überlassen und wissen schon ganz genau, wie ihre wuchtigen bis brachialen Deathcore-Crossover-Soundlandschaften zu klingen haben. Die angesprochenen Keys, derbes Blasting, enorm fette Breakdowns, die aggressiven Vocalperformances, nahezu permanente Leads und fingerfertige Soli zeugen von einem feinen Näschen für euphonische Arrangements. Nicht zuletzt dadurch erreichen LORNA SHORE eine komplexe musikalische Dichte. Die opulente, kämpferische, zum Teil gar reißerisch arrangierte Musik wurde, wie bereits der 2020er Vorgänger "Immortal", gemeinsam mit Josh Schroeder in dessen Random Awesome! Recording Studio in Midland, Michigan produziert. Die US-amerikanische Deathcore-Abrissbirne LORNA SHORE hat dabei, trotz all der Härte, sowie der sprunghaften Wechsel in Stil und Gangart zu keinem Zeitpunkt den Faktor Zugänglichkeit aus den Augen verloren.


(Janko)

www.facebook.com/LornaShore

 

Checkt das Video zu "To the Hellfire" hier an:

https://youtu.be/qyYmS_iBcy4


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