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ShortaShorta

(Koch Films)

 

Die dänische Polizei wendet bei der Verhaftung des jungen Talib Ben Hassi unnötig starke Gewalt an und der junge Mann mit Migrationshintergrund landet schwer verletzt im Koma. Die Stimmung im Land ist angespannt und ein kleiner Funke reicht aus um einen Flächenbrand zu entfachen. In eben dieser Situation wird der besonnene Polizist Jens Hoyer mit dem charakterlich komplett ungleichen Kollegen Mike Andersen auf Streife geschickt. In dieser Konstellation auf Streife zu gehen würde Hoyer unter normalen Umständen schon nicht passen aber in der aktuell angespannten Lage noch viel weniger. Entgegen der Weisung der Dienstoberen hält sich der aufbrausende Andersen nicht von den sozial schwachen Vierteln mit großem Ausländeranteil fern, sondern fährt absichtlich hin um Präsenz zu zeigen und zu provozieren. Gerade letzter Aspekt ist ihm besonders wichtig und so hält er ohne wirklichen Anlass den jungen Amos Al-Shami an und lässt diesen seine Ablehnung und seinen Rassismus durch ausländerfeindliche Kommentare und erniedrigende Leibesvisitation in aller Öffentlichkeit spüren. Das ruft den Unmut und die Wut anderer im Viertel lebender Menschen auf den Plan. Als dann noch die Nachricht über den Äther läuft, dass das Opfer der Polizeigewalt Talib Ben Hassi an seinen Verletzungen verstorben ist, brechen alle Dämme. Die aufgebrachten Einwohner halten sich in ihrer Wut nicht weiter zurück. Es kommt zu Randale und Plünderungen. Die beiden ungleichen Cops sind in dem Viertel vor Verstärkung abgeschottet und auf sich selbst gestellt. Um lebend aus dem Viertel herauszukommen brauchen sie die Hilfe des jüngsten Opfers polizeilicher Willkür, Amos Al-Shami.         

 

„I can´t breath“ und der Mord an George Floyd war ein besonders erschreckendes Kapitel von Rassismus und Polizeigewalt in der jüngeren Vergangenheit und hat nicht nur für einen Aufschrei in den USA gesorgt, sondern weltweit. Es ist erschreckend und immer wieder aufs neue schockierend, dass auch in der heutigen Zeit People of Color und Menschen mit Migrationshintergrund von Seiten der Polizei mit Vorurteilen und Ressentiments begegnet wird. Rassismus und Polizeigewalt ist und bleibt ein aktuelles Thema und wird auf unterschiedliche Weise filmisch verarbeitet. Ob in aktuellen Filmen wie bspw. „Queen & Slim“ oder dem vor der Kulisse drohender Rassenunruhen spielende „Dark Blue“, der neben ekelhaftem Rassismus auch die Korruption und den Zusammenhalt korrupter und rassistischer Polizeibeamter in den Blick nimmt. Um diese Problematik aufzugreifen muss man nicht immer nur in die USA schauen, sondern es reicht ein Blick in die europäische Nachbarschaft. Egal ob Deutschland, Schweden, Frankreich, Dänemark – jedes Land mit einer bunten Gesellschaft und einer Einwanderungshistorie hat mit dem Problem der Ausländerfeindlichkeit und Rassismus zu kämpfen. Und eben diesem Thema widmet sich der dänische Film „Shorta“. Würde den Film als Mischung aus Sozialdrama und Actionfilm beschreiben. Packendes Drama immer dann wenn offensichtlicher und abstoßender Rassismus, Polizeigewalt sowie der Zusammenhalt der Polizei vor rechtlicher Verfolgung bei Fehlverhalten dargestellt werden und fesselnde Action wenn die eskalierende Gewaltspirale immer höher geschraubt wird. Überzeugend intensiv und mit viel Ehrfurcht vor dem Thema agieren auch die Darsteller vor der Kamera. „Shorta“ ist starkes und fesselndes europäisches Kino mit Anliegen.

 

Die Blu-ray von Koch Films hat kräftig satten Sound und scharfes Bild. Im Bonusbereich findet sich eine Trailershow.

 

(Zvonko)  


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