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The Red Shoes (Limited Edition)The Red Shoes (Limited Edition)

(I-On)

 

Gar nicht so einfach, nach all den mehr oder minder erfolgreichen Horrorfilmen der letzten 10 Jahre aus dem asiatischen Raum noch ein Objekt zu finden, das als Ausgangspunkt tiefster menschlicher Ängste herhalten darf. In diesem Falle sind die roten Schuhe, die urplötzlich auftauchen, als ob sie gefunden werden möchten, natürlich nur eine Symbolik, die im Menschen der sie trägt, all das Schlechte hervorbringt, das man von ihm nie erwartet hätte, nämlich Maßlosigkeit, Eitelkeit und Gier. "The Red Shoes" liegt damit genau im Trend dieser Horror-Welle, die auf subtile Art und Weise dem Zuschauer das Gruseln beibringen möchte. Die Unausstehlichkeit des jeweiligen Trägers der roten Schuhe ist noch harmlos im Vergleich zu jenem blutigen Unfall, der ihn in Kürze ereilen wird. Denn wie so oft steckt auch hier ein Fluch im noblen Kleidungsstück, das seinen Ursprung in einem schrecklichen Ereignis der Vergangenheit sucht.

Diese koreanische Produktion hält sich nur sehr lange mit Nebensächlichkeiten auf. Vielleicht hat man die Geschichte der alleinstehenden Mutter, die langsam zu neuem Leben erblüht, aber auch zu oft gesehen. Viele Dialoge, aber auch stille Momente sollen die bedrückende Situation von Sun-jae Han und ihrer Tochter Tae-Su verdeutlichen. Sun-jae ist als krankhafte Schuhsammlerin dem Objekt der Begierde eh schnell verfallen, aber auch ihre Tochter fühlt sich bald unbeschreiblich in den übergroßen Puschen. Der Mutter-Tochter-Streit, bei dem beide zu wahrhaften Furien werden, ist ein Hauptthema des Films, aber auch das Techtelmechtel mit dem Architekten wird lang ausgedehnt und zwischendurch passieren natürlich einige "Unfälle", die jedem Hardcore-Horror-Fan das Blut ... äh Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Leider lahmt die Geschichte ganz gehörig, weswegen anfangs nur bedingt durchgängig Spannung aufkommt. Die 107 Minuten sind deutlich zu ausladend. Umso erstaunlicher gelingt das Ende, welches das gesamte Ausmaß des Wahnsinns abzeichnet und eine zusätzliche Handlungsebene aufspannt. Dafür lohnt sich das Anschauen des vormals durchschnittlichen Stoffes dann wieder sehr, denn die düstere und unheimliche Stimmung packt den Zuschauer komplett. Schade nur, dass das vergleichsweise spät geschieht. Durch den gehörigen Figurenwandel wird der Film vielleicht sogar im Nachhinein für Gesprächsstoff sorgen.

 

Wer Interesse hat, der sollte nach dem hier vorgestellte Steelbook Ausschau halten, welches, wie üblich bei I-On, edel designt wurde. Die technische Seite des Films ist zwar nur durchschnittlich, weil das Bild (2.35:1, anamorph) ein wenig unscharf ist und der Ton (DD5.1, Deutsch oder Koreanisch) mehr leisten sollte, aber beim Bonusmaterial ist man mit Making Ofs und einem alternativen Ende gut bedient.

 

(Paule)


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