U.D.O. – TouchdownU.D.O. – Touchdown

(Atomic Fire Records)

 

U.D.O. und somit Udo Dirkschneider sind zurück. Es ist müßig darauf hinzuweisen, dass Udo Dirkschneider der Ex-Accept Sänger ist, er mit der Band haufenweise andere Bands beeinflusst und Metalgeschichte geschrieben hat. Mit U.D.O. hat der Mann mittlerweile mehr Alben – wenn auch nicht unbedingt ebenso wegweisende aber qualitativ niemals schlechtere Scheiben - veröffentlicht. Gerade in den letzten Jahren und mit den letzten Veröffentlichungen waren U.D.O. nicht nur fleißiger als Accept, sondern auch bissiger (mit Ausnahme von „Blood of The Nations“ und Stalingrad“ vielleicht).

„Touchdown“ ist das neueste und mittlerweile 19. (!) Studioalbum in 35 Jahren U.D.O. Karriere. Udo Dirkschneider konnte 2022 seinen 70. Geburtstag feiern und beweist mit seiner Truppe auch mit dieser Scheibe, dass er und die Band Bock haben und noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Neben seinem Sohn Sven an den Drums umgibt sich Udo Dirkschneider an der Gitarrenfront mit relativ jungen Musikern und hat mittlerweile seinen alten Accept Weggefährten Peter Baltes am Bass ins Boot geholt. Eine gute Mischung aus Jung und Alt oder Erfahrung und Hunger also. U.D.O. sind mittlerweile mit Udo Dirkschneider (Vocals), Peter Baltes (Bass) und Ex-Accept Drummer und U.D.O. Gitarrist Stefan Kaufmann in der Rolle als Produzent mehr Accept als Accept (um Wolf Hoffmann und Mark Tornillo) selbst.

Mit „Touchdown“ bietet die Band eine makellose Leistung und bringt die Scheibe erfolgreich in die Endzone (um im sportlichen Wording zu bleiben). Musikalische Abwechslung gibt’s auf Nummern wie dem schnellen Opener „Isolation Man“ (die Isolation während der Corona Pandemie wird nochmal musikalisch aufgearbeitet), das irgendwie in Rhythmus und Stimmung an Tornillo-Accept erinnernde „The Flood“ greift die Flutkatastrophe im Ahrtal auf (kann aber auch stellvertretend für andere Naturkatastrophe der Art stehen). „Fight For The Right“ ruft mit dem Sample von Mozarts „Türkischen Marsch“ einen waschechten „Metal Heart“ Moment hervor. „Forever Free“ bearbeitet thematisch die Gefahr vor dem Einsatz nuklearer Waffen und der Ohrwurm „Heroes of Freedom“ ist zwar thematisch im zweiten Weltkrieg angesiedelt (D-Day und Befreiung Europas), kann aber auch auf die aktuellen Ereignisse im Ukraine Krieg bezogen werden. Nummern wie „Punchline“ oder das Pfeilschnelle „Sad Man´s Show“ sorgen ebenfalls für einen beanspruchten Nacken und Abwechslung. Den Schlusspunkt setzt der Titeltrack und in dem wird auch nochmal richtig Fahrt aufgenommen. Eine regelrechte Punktlandung und definitiv ein Song, der nach Live Umsetzung schreit.

„Touchdown“ ist einerseits ein klassisches U.D.O. Album. Es versprüht moderne Vibes ebenso wie Old-School Feeling. U.D.O. liefern auch mit Album Nummer 19 nicht nur stark ab, sondern geben den Fans eben das, wonach sie verlangen. Andererseits sind U.D.O. mittlerweile nicht nur nominell mehr Accept als Accept, sondern haben musikalisch richtig stark vorgelegt und mit „Touchdown“ die Latte für eine kommende Hoffmann´sche Accept Veröffentlichung sehr hochgehängt. Erneut stark!

 

(Zvonko)

 

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