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Exodus – Persona Non Grata (Hail or Kill Review)Exodus – Persona Non Grata (Hail or Kill Review)

(Nuclear Blast Records)

 

Nach dem Ende (?) von Slayer hat Gary Holt nun wieder Zeit für EXODUS. Immerhin ist das letzte Album „Blood In, Blood Out“ schon von 2014, es wurde also langsam Zeit. Die Pandemie dürfte das Album ebenso noch ein Stück verzögert haben, wie die Krebserkrankung von Drummer Tom Hunting, der hoffentlich weiterhin auf dem Wege der Besserung ist. Auch 2021 klingen EXODUS noch immer aggressiv und angepisst, wie eine Horde Jugendlicher, obwohl mittlerweile über 40 Jahre seit der Bandgründung vergangen sind. „Persona Non Grata“ kommt sogar noch einen Zacken aggressiver aus den Boxen als der Vorgänger. Zetro kreischt und brüllt passend dazu um sein Leben, während das Gitarrenduo Holt/Altus seinem Ruf als einem der besten in der Szene voll gerecht wird. Wenn man böse ist, könnte man Altus vorwerfen, er hätte sich ruhig etwas mehr in das letzte Album „seiner“ Band Heathen einbringen können, dass in Sachen Ideenreichtum leider hinter den Erwartungen zurückblieb. Auf „Persona Non Grata“ feuert der Riffmeister zusammen mit Gary Holt allerdings aus allen Rohren. Mal in ausufernden Riffgebirgen von bis zu 8 Minuten, mal in überschaubaren, kürzeren Songs. Im Falle von „The Beatings Will Continue“ sogar in knappen 3 Minuten und dem kürzesten EXODUS Song ever. Die Trefferquote ist beeindruckend hoch und die Refrains meistens sehr prägnant. Das Eröffnungstriple, bestehend aus „Persona Non Grate“, „R.E.M.F.“ und „Slipping Into Madness“, verteilt direkt einen Kinnhaken nach dem anderen, ehe im fiesen „Elitist“ erstmalig das Tempo gedrosselt wird. Noch einen Tick langsamer kriecht „Prescribing Horror“ aus den Boxen, das mit düsteren, cleanen Gitarren versehen, durchaus zu meinen Faves auf dem Album gehört. Ebenfalls für etwas Abwechslung sorgt das melodische „The Years Of Death And Dying“ und zeigt, dass EXODUS durchaus richtige Hooks schreiben können. Gegen Ende der üppigen 61 Minuten kommt mit dem 8-minütigen „Lunatic Liar Lord“ noch ein echter Brocken. „The Fires Of Division“ hat es dann etwas schwer, mit den anderen Songs mitzuhalten. Das ein Album mit Vollgas beendet wird hat Tradition und „Antiseed“ macht da keine Ausnahme. Mir gefällt „Persona Non Grata“ eben einen Tick besser als „Blood In, Blood Out“, steht aber klar hinter „Tempo Of The Damned“, dem erstklassigen Reunion Album. Somit gibt es von mir ein klares Hail! (Schnuller)

 

Ich kann mich dem Urteil des Hauptrezensenten Schnuller nur bedingt anschließen. Ja „Persona Non Grata“ hat einen geilen Sound und es ist definitiv ein gutes Album. Aber den Songs fehlt meiner Meinung nach ein wenig der Charakter bzw. die Eigenständigkeit, die auf den Vorgängern „Blood In, Blood Out“ oder „Shovel Headed Kill Machine“ vorhanden waren. Das Intro Riff von „The Years Of Death And Dying“ klingt zum Beispiel sehr stark nach „Shudder To Think“ von der „Shovel Headed Kill Machine“. Auch andere Songs klingen für mich wie schon mal gehört und bleiben deshalb auch nicht so richtig hängen. Zwei große Ausnahmen hierbei bilden „Elitist“ und „Lunatic Liar Lord“. Die beiden stechen für mich am meisten hervor und knallen ordentlich durch die Gehörgänge. Insgesamt hatte ich mir nach einer so langen Pause was Longplayer angeht mehr neue Ideen von Exodus erwartet.

Die Tatsachen, dass „Persona Non Grata“ für sich betrachtet aber ein ordentliches Stück Thrash Metal ist und meine Erwartungen an das Album vermutlich einfach zu hoch waren, reichen dann doch gerade so für ein Hail. (Larc)

 

Hat viele Jahre gedauert bis Exodus wieder mit einem Album am Start sind. Na gut, Gary Holt hat die Chance wahrgenommen den verstorbenen Jeff Hanneman (R.I.P.) bei Slayer zu ersetzen, das hat halt viel Zeit gekostet. Doch jetzt wo die Thrash Gods in Rente sind kann Mr. Holt sich wieder auf sein in der Bay Area geborenes Baby Exodus kümmern. Und die Platte kann was – funktioniert bei mir gut schon deswegen das Erinnerungen an das legendäre Debut Album „Bonded by Blood“ hochkommen. Prägnante Thrasher die hängen bleiben, viele Gang Shouts. Und ein Zetro Souza der wie der legendäre Paul Bailoff (R.I.P.) klingt. Jedenfalls ziemlich oft. Tracks wie „The Beatings will continue“ oder das Titelstück gehen einfach sofort gut rein. Bei sowas wie „The Fires of Division“ kann es auch mal länger dauern, da stimme ich Schnuller zu. Eigentlich ist es diesmal so dass ich Schnuller komplett zustimme, der hat im Hauptreview einfach alles auf den Punkt gebracht. Ich weiß nicht ob „Persona Non Grata“ das Thrash Album des Jahres 2021 ist, aber in den Top 5 des Genres wird es sich definitiv verankern. Hail! (Arno)

 

 

Tja, was soll man dem gut geschriebenen und voll zutreffenden Review von Schnuller noch hinzufügen? Vielleicht dass Zetro wirklich an der Geschmacksgrenze so mancher Thrasher kratzt. Zunächst wünscht man sich eine weniger keifende und giftige Stimme, denn im Kopf spukt hier ein kleiner Zwerg rum, der nicht nur spukt sondern auch Gift und Galle spuckt. Allerdings setzt auch hier ein Gewöhnungseffekt ein, wenn man es denn zulässt und mit der Zeit ist die Stimme dann halb so schlimm. Ansonsten sind Exodus eben nach wie vor die Riff Könige vor dem Herrn und geben sowohl mit Sound, als auch mit Geschwindigkeitsvariationen und Rhythmus alles, was man sich als Thrasher eben wünschen könnte. Falls hier noch ein Punkt zum meckern her sollte, dann wäre es die schon erwähnte Spielzeit von 61 Minuten. Das mag gut gemeint sein, allerdings ist es auch immer schwer, sich 12 neue Songs komplett zu erarbeiten. Das dauert in der Regel seine Zeit bzw. mehrere Durchläufe und selbst da setzt sich nicht jeder Song gleich gut fest, zumal das eigene Netzt ja trotz angesprochener Variationen im Tempo doch engmaschig gestrickt ist. 40, 45 Minuten wären völlig ausreichend gewesen und ich verstehe nicht, wie gerade in heutigen Zeiten, in denen Musik ja sowieso leider einen anderen Stellenwert hat als noch vor ein paar Jahren, auf Teufel komm raus so viel wie nur irgend möglich auf einmal veröffentlicht wird. Da sind Exodus ja nicht die einzigen Vertreter, die es gerade übertreiben.
Aber gut, schmälert ja dann nicht die Qualität der Stücke, lässt halt bedauerlicherweise nur einige hinten runterfallen, was ja kein Grund ist, hier bösartig Kill zu schreien sondern ich stimme dann mal in Schnuller „Hail“ mit ein. (Röbin)

 

 

Was die Trefferdichte angeht, kann ich Schnuller nur zustimmen: Egal, ob Gaspedal („Clickbait“, „The Beatings Will Continue“, „Persona non grata“), Midtempo („Prescribing Horror“), Punk („Elitist“) oder melodisch mit Gänsehautgarantie („The Years of Death and Dying“): Bei diesen kompromißlosen und teils knüppelharten Trash-Granaten stimmt einfach alles: Die über jeden Zweifel erhabene Gitarrenarbeit, die Aggression, die rotzige Attitüde, die Phrasierungen und auch die Hooks. Kritisch kann ich nur bemerken, dass dem Album nach hinten raus ein bisschen die Puste ausgeht, die letzten drei Songs fallen dem vorherigen Riffgewitter gegenüber etwas ab. Das tut dem starken Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Klares Hail! (Torsten)

 

 

http://exodusattack.com

 


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