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Zeros and OnesZeros and Ones

(EuroVideo)

 

Der amerikanische Soldat JJ ist in Rom stationiert und soll dort geplante Terroranschläge verhindern bzw. bereits stattgefundene aufklären. Die Stadt ist nicht nur aufgrund der terroristischen Bedrohung, sondern auch aufgrund einer tödlichen Pandemie wie leergefegt und in einem apokalyptischen Zustand. Neben seinem militärischen Auftrag begibt sich JJ auch auf die Suche nach seinem Bruder. Dieser gilt als „Revolutionär“. In militärischen Fachkreisen wird vermutet, dass er Teil einer Terrorzelle ist. JJ ist also auf der Suche nach Antworten… .

 

Abel „Bad Lieutenant“ Ferrara hat einen Hang zu düsteren und auch schwer zugänglichen Filmen. Welcher Teufel ihn allerdings dazu geritten hat „Zeros and Ones“ zu drehen, weiß wahrscheinlich nur er selbst. In der Hauptrolle und somit das visuelle Sprachrohr des Regisseurs ist der von mir sehr geschätzte Ethan „The Good Lord Bird“ Hawke zu sehen. Dieser eröffnet und schließt den Film mit einem kurzen Monolog vor seiner Webcam. Anfangs lobt er den Regisseur und wie gerne er seinem Ruf nach Zusammenarbeit gefolgt ist und beendet den Film mit der Aussage, dass er den Film oder die Intention des Films nicht verstanden hat als er das Script zu lesen bekommen hat. Herr Ferrara habe ihn aber überzeugen können. Gut, dass der Regisseur zumindest einer Person seine filmische Vision von „Zeros and Ones“ vermitteln konnte. Mir und scheinbar vielen anderen Leuten (man schaue sich nur mal die Interpretationen zu dem Werk im Internet an) konnte er sein Vorhaben in den – zum Glück – nur knappen 83 Minuten Spielzeit nicht näherbringen. Sicherlich war Abel Ferrara von der weltweiten Corona Pandemie inspiriert und hat die Erfahrungen mit leergefegten Straßen und dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit, dem Abstandhalten sowie dem Desinfizieren von Händen und Oberflächen inspiriert. Außer den beschriebenen Maßnahmen wird allerdings nicht weiter auf die Pandemie eingegangen. Die Terrorgefahr besteht zwar immer, ist in Ferraras Gedankenwelt allerdings scheinbar allgegenwärtig. Wer die Terroristen sind oder was sie genau vorhaben und welche Ziele sie haben erfährt man nicht. Kurzum, hier wird einiges angedeutet allerdings zu keinem Zeitpunkt vertieft und präzisiert. Ein guter Darsteller wie Ethan Hawke wirkt vor der Kamera insgesamt nicht weniger Rat- und Planlos wie der Zuschauer in seinem Wohnzimmersessel. Die stilistische Inszenierung hat etwas vom Filmen mit einer Amateurkamera und die fehlende Beleuchtung (Budgetmangel?) soll wohl die aussichtslos deprimierende Grundstimmung einfangen, hat aber eher den Effekt, dass man viele Bilder nur erahnen kann. Wohlwollend möchte ich dieses anstrengend-langweilige filmische Werk als Kunst bezeichnen, mit böser Absicht als langweiligen Mist. Wer die Muße hat sich den Film anzutun soll´s machen, allen anderen empfehle ich de Besuch in der Kneipe, eine Runde Sport oder zu entspannen und Löcher in die Luft zu starren. Alles besser als „Zeros and Ones“.

 

„Zeros and Ones“ hat ein scharfes Bild (wenn die Beleuchtung es mal zulässt) und klaren Sound. An Extras gibt es eine Trailershow und neben der deutschen noch die englische Sprachfassung.

 

(Zvonko)

 


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