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Sodom, Darkness, Cervet, 29.12.2022 – Colos-Saal, Aschaffenburg

                                         Sodom, Darkness, Cervet, 29.12.2022 – Colos-Saal, Aschaffenburg

                                      sodom

29. Dezember 2022, kurz vor Jahresende und das aufgrund der Coronapandemie verschobene Sodom Konzert findet mit ziemlich genau einem Jahr Verspätung nun endlich statt. Die deutsche Thrash Legende ruft und das Colos-Saal in Aschaffenburg platzt aus allen Nähten. Dies hat nicht unbedingt nur mit der Pandemiebedingten langen Wartezeit und dem Hunger der Fans auf Live Musik zu tun, sondern einfach auch mit dem Legendenstatus von Tom Angelripper und Sodom. Die meist sehr gut besuchte Location in Aschaffenburg habe ich selten so extrem voll wie an diesem Abend erlebt. Ein Umstand, der Veranstalter und auftretende Bands (neben Sodom noch die Oldschool Thrasher Darkness sowie die Aschaffenburger Cervet mit Heimvorteil) zu Recht freuen kann und brutale Stimmung und Energie im Publikum hervorruft, jedoch auch für einige schon fast unangenehm und anstrengend ist, da man sich sprichwörtlich wie in einer Sardinenbüchse vorgekommen ist. So oder so, einer der letzten Konzertabende des Jahres 2022 im Colos-Saal entpuppt sich von Anfang an und bereits mit dem Auftritt der Lokalmatadoren Cervet zu einer regelrechten Jahresabrissbirne.

 

Cervet

 

Vorbands haben nicht immer das Glück, vor bereits voller Hütte spielen zu können. Dies ist bei Cervet anders. Die Lokalmatadoren haben im Colos-Saal ein Heimspiel und begeistern mit Oldschool Thrash und einer menge Groove alte wie auch neue Fans gleichermaßen. In ihrem 30 Minuten Set bringen Frank „Zappa“ Ruppert und seine Mannen 6 Songs unter. Mit „Sweet Home Chaos“, „The Hive“, „Season of The Witch“ und „Rotting on The Gallows“ begibt man sich in die Vergangenheit und mit „The Rising Shadow"      cervet

und „Hate“ finden auch zwei neuere Songs vom starken „Holidays in Corpseland“ Album den Weg ins Liveset. Einzig Songs von der „Ghost Train“ Scheibe wurden an diesem Abend vermisst, ansonsten hatten die 5 Thrasher auf der Bühne sichtbar Bock und haben die Nummern – begleitet von fettem und wuchtigem Sound – gefühlt noch etwas schneller und tighter als auf CD ins Publikum geschmettert. Geiler Auftakt.  

 

Darkness

 

Darkness aus Altenessen sind auch bereits seit 1984 am Start, sind jedoch bis Dato unter meinem Radar geflogen. Nach einigen Besetzungswechseln und einem Namenswechsel zu Eure Erben, ist das Quartett um Drummer und Gründungsmitglied Andreas „Lacky“ Lakaw wieder unter dem Ursprungsnamen am Start. In ihrem 45 Minuten Gig hauen die vier Jungs aus dem Ruhrpott mächtig  darkness

auf die Kacke und machen ordentlich Dampf. Bei der Performance wie auch bei den Songs ist ordentlich Druck im Kessel und Nummern wie „No More Discussions“, „Armageddon“ oder „Tinkerbell must Die“ führen zu mehr als nur einem Mosh Pit. Mit ihrem durchaus heftigen Oldschool lastigen Thrash Geballer kratzen Sie immer wieder an der Grenze zu härteren Gefilden und hauen an dem Abend einen Auftritt raus, der nicht nur ihnen auf der Bühne zu gefallen scheint, sondern das Publikum nochmal einen Ticken mehr auf Betriebstemperatur für Sodom bringt.

 

Sodom

 

Tom Angelripper und Sodom kommen um Punkt 21 Uhr auf die Bühne im brechenst vollen Colos-Saal. Sie eröffnen den Abend mit „In War And Pieces“ und somit einer vergleichsweise „neueren“ Nummer. Die Fans gehen von Anfang an gut ab und feiern die deutsche Thrash Metal Institution ab der ersten Minute ab. Der Sound ist brutal laut und trägt mit dazu bei, dass die Fans die gut durchmischte Setlist abfeiern. Zu hören und zum abfeiern werden unverrückbare Klassiker wie „Agent Orange“, „Wachturm“, „Sodomy and Lust“, das sodom

auf Publikumswunsch kurz angetriggerte „Die Stumme Ursel“, Ausgebombt oder auch „The Saw Is The Law“ ins Rund gefeuert. Aber auch beliebte Coverversionen wie „Surfin´ Bird“ (endlich!) und Motörhead´s „Iron Fist“ müssen einfach sein. Von neuerem Material mit Kultpotential sind neben dem bereits erwähnten Gigopener noch „Caligula“, „Conflagraion“ oder „Friendly Fire“ zu hören. Klasse Mischung und tolle Energie. Sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Ich denke Sodom können ohne Probleme größere Locations spielen und auch füllen als das Colos-Saal, wollen sich jedoch nicht die grandiose Energie und das starke Publikum in Aschaffenburg entgehen lassen und kommen aus eben diesen Gründen immer wieder gerne hierher zurück. Fetter Jahresabschluss!

 

(Text: Zvonko)

 

(Pics: Oliver Merget)         

 

 


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