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Superdeep Superdeep 

 

(Koch Films)

 

Die junge Wissenschaftlerin Anna wird auf die Halbinsel Kola beordert, um dort den mysteriösen Vorkommnissen in einer geheimen Forschungsstation auf den Grund zu gehen. Aus 12.000 Metern Tiefe wurde von Lauten berichtet, die an verzweifelte Klageschreie erinnern. Danach verschwanden 20 Menschen spurlos. Es gibt Gerüchte über ein unbekannte Krankheit, die vertuscht werden soll, bevor die Station stillgelegt und versiegelt wird. Anna hat mit ihrem Team nur wenig Zeit, verwertbare Proben aus dem offiziell tiefsten Bohrloch der Welt zu sichern.

 

Was genau da in der russischen Tiefe lauert, bleibt zunächst auch dem Zuschauer verborgen, Superdeep scheint sich bis weit in die zweite Hälfte hinein vom Creature Feature über eine Mad Scientist Movie bis hin zum Body Horror in jede erdenkliche Richtung entwickeln zu können. Als schließlich ein Rückkehrer aus dem Untergrund plötzlich unerklärliche Aggressionen sowie eine gewisse Unverwundbarkeit aufweist, drängen sich auch Gedanken an Das Ding aus einer anderen Welt auf. Und ohne zu viel vorweg zu nehmen trifft auch alles zumindest ein Stück weit zu. Doch unabhängig von der Art der Bedrohung erinnert das ganze Setting vor allem an Filme wie Alien, nur dass der Schauplatz statt eines Raumschiffs eine ebenso effektiv von der Außenwelt abgeschnittene unterirdische Anlage ist.

 

Diese ist dann auch sehr ansehnlich und effektiv in Szene gesetzt, wenngleich sich gelegentliche Gedanken an Stützpunkte von Bond-Bösewichten aus den Sechzigern nicht ganz verleugnen lassen. Doch auch wenn nicht immer alles ganz handfest wirkt, kommt man sich nie wie in einem Low Budget Movie vor. Die Produktion ist in höchstem Maße professionell, die Schauspieler erstklassig und die gesamte Inszenierung auf einem sehr hohen Niveau. Regisseur Arseney Syuhin vergeht sich dabei immer wieder an Klassikern, deren markante Szenen er ganz im Tarantino-Stil zitiert, womit man ihm wohl zweifellos eine gewisse Liebe fürs Genre attestieren darf. Zumal er genau wie der Meister des Pulp nicht plump abkupfert, sondern vielmehr vertraute Einstellungen durchaus kreativ in einen völlig neuen Kontext integriert.

 

Koch Media bringt Superdeep in zwei Schnittfassungen auf den Markt. Sowohl im Blu-ray- als auch im DVD-Amaray findet sich der „alternate Cut“. Das Media Book präsentiert jene alternative Schnittfassung in 4K UHD und zusätzlich auch die ursprüngliche Fassung. Die deutsche Snychro, die genau wie der russische Originalton in DTS 5.1 vorliegt, ist sehr gut umgesetzt, wenngleich neben der Notwendigkeit, den Namen der Hauptfigur von Anya in Anna zu ändern, auch hinterfragt werden darf, ob die Sowjets im Kalten Krieg ihre Funksprüche mit „over“ beendet und ihre gesicherten Zonen als „clean“ bezeichnet haben.

 

(mosher)


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