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Subway to Sally (Wiesbaden, Schlachthof – 24.03.2017)

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Subway to Sally (Wiesbaden, Schlachthof – 24.03.2017)

 

sts2Subway To Sally luden also in Wiesbaden zum Auftakt des zweiten Teils ihrer Ekustik Tour „Neon“. Nachdem der erste Teil erfolgreich absolviert und zwischenzeitlich ein Live Album veröffentlicht wurde (Review dazu hier), gab es nun 8 weitere Termine.
Ob nun einige potentielle Fans die Band schon auf dem ersten Teil gesehen sts3hatte, einige Rocker aufgrund der doch arg elektronisch ausgerichteten Umsetzung der Stücke fernblieben oder einfach zu viel Konkurrenz gleichzeitig spielte (Betontod in Frankfurt, In Flames in Offenbach), jedenfalls konnte man sich im Schlachthof an dem Abend gut bewegen und es gab reichlich Platz zum tanzen. Geschätzt könnte man sagen, dass bei ausverkauftem Haus die doppelte Anzahl an Gästen dagewesen wäre. Was der Stimmung später am Abend aber keinen Abbruch tat.
sts4Zunächst aber, zum Konzertbeginn um 20 Uhr, wartete das anwesende Publikum gebannt, wie die Umsetzung sowohl musikalisch als auch visuell rüber kommen würde. Und was soll man sagen, anfangs wirkte alles irgendwie müde und nicht gerade enthusiastisch. Die Band, klar auch teilweise wegen dem Image, verzog keine Miene, das Publikum reagierte abwartend und von den Lichteffekten her, war zumindest beim Schreiber dieser Zeilen die Erwartung höher geschraubt. Doch das sollte sich schnell ändern.
Andererseits könnte man aber auch mutmaßen, dass die Band diesen Aufbau genau so geplant hatte. Los ging es also mit Songs wie „Böses Erwachen“ und „Die Henkersbraut“. Zwar gab es eifrig Applaus, aber eine richtige Stimmung war noch nicht spürbar. Bodenski süffelte zwischendurch seinen Wein, Schlagzeuger STS9Simon Michael wirbelte seine Drumsticks wie im Schlaf während er nebenbei unheimlich locker und tight spielte und Neuzugang Ally Storch an der Geige machte ihre Sache ebenfalls so routiniert, als würde sie schon immer zur Band gehören. Doch spürbar kam nach und nach immer mehr Stimmung in die Halle und als Ingo zu einem lustigen Gitarrensolo aufstand und sich im Vorfeld schon das Lachen kaum verkneifen konnte, schien irgendwie der Bann gebrochen. Zwar war beim anschließenden „Maria“ das Publikum nur im Refrain richtig textsicher, aber dann ging es richtig los. Der Übergang zu den schwungvolleren, elektronisch unterlegten Songs kam so dermaßen krass, dass ab diesem Zeitpunkt wirklich Tanzstimmung angesagt war und dies färbte auch auf die Musiker ab. Es wurde untereinander abwechselnd gescherzt, Bodenski flirtete mit einem ca. 8 jährigen sts6Mädchen im Publikum, dass auf den Schultern ihres Daddys saß, Eric bekam während „Kleid aus Rosen“ eine selbige zugeworfen die er dankend annahm und mit deren Blüte er sich einrieb und das Publikum tobte und alleine von der Lautstärke her hätte man eine ausverkaufte Halle vermutet.
Und so ging es dann auch weiter, satte 140 Minuten spielte die Band ihre größten Hits und das sts7Publikum sang lauthals „Sieben“, „Das Rätsel II“ oder „Falscher Heiland“ mit. Ob Erics Geschichte (ein Fan ließ sich am Mittag zig CDs signieren, würde aber nicht zum Konzert gehen sondern nach Offenbach zu In Flames) nun wahr oder erdacht war, sei dahingestellt. Jedenfalls meinte er, er müsse da vorne moderieren, ob er nun wolle oder nicht, aber wenn das Publikum so gut mitgehen würde, dann käm auch bei ihm schlagartig die Lust dazu. Was den Eindruck vom Anfang her bestätigte. Doch zu dem Zeitpunkt war es egal, auch die Lichteffekte, zwar nicht unbedingt mehr als zuvor, wirkten aber dennoch viel besser eingesetzt. Somit gab es dann auch insgesamt drei Zugabeblöcke, bis dann mit dem unverzichtbaren „Julia und die Räuber“ die Band um 22:20 Uhr die Bühne endgültig verließ.
Ein Musterbeispiel, wie ein Zusammenspiel von Publikum und Band sich von eher verhaltenen Reaktionen zur Euphorie gegenseitig hochzustacheln versteht und somit einen geilen Konzerteindruck hinterlässt. Es muss nicht ausverkauft sein, die richtige Stimmung reicht schon!

 

(Röbin)

Pics by Alexandra Schäfer

 

http://www.subwaytosally.com/

 

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