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Stephen Graham Jones - I WAS A TEENAGE SLASHERStephen Graham Jones - I WAS A TEENAGE SLASHER

(Buchheim Verlag)

 

- unkonventionelle, anspruchsvolle und gedankenprononcierte Betrachtungen eines Teenage Slashers -

 

Fans des Native American Gothic Schriftstellers Stephen Graham Jones lieben seinen Hang zum (Slasher-)Kino der 80er und 90er Jahre. Seine Protagonisten sind in der Regel Teenager oder Heranwachsende mit indigenem Hintergrund, die einen Elternteil verloren haben, ihren Platz in der Welt erst noch finden müssen, diesen jedoch als beschwerlichen, blutigen, wenn nicht gar tödlichen Weg zu beschreiten haben. Jones, der am 22.01.1972 in Midland, Texas geboren wurde und heute mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter in Boulder, Colorado lebt, ist selbst registriertes Stammesmitglied der Blackfeet Indian Reservation of Montana. In seinen Rez Gothic Romanen lässt er gerne das jugendlich Frische und coole Feeling der ersten Autofahrten, der hemmungslosen Partys, der gefährlichen Mutproben und dem ersten Rummachen im Autokino aufkommen. Dabei baut Jones lebensnahe Handlungen und eine authentische Kommunikation in seinen unkonventionellen und ideenreich bebilderten Signature-Schreibstil ein, der sich schon mal in lyrisch-vertrackten Ergüssen ergeht, nicht immer unmittelbar verständlich erscheint, letztlich jedoch ganz großes, atmosphärisches Kino ist. Seine metaphorisch verschachtelte Erzählkunst ist durchaus anspruchsvoll, erfordert eine hohe Konzentration und sehr viel Aufmerksamkeit vom Leser, ist aber ein absoluter Zugewinn auf sämtlichen mitreißenden, perfiden und brutalen Kanälen. Das Ganze garniert Jones hin und wieder mit einem intellektuellen, wie emotionalen Schuss schwarzen Humor, nicht ohne dabei einer gewissen Ironie zu entbehren. Die kongenialen, teils verstörenden Illustrationen von Vincent Sammy unterstreichen diese Effekte ungemein. 2024 im Original unter gleichnamigen Titel veröffentlicht, macht der Bestsellerautor von über 35 Romanen und über 350 Kurzgeschichten, auch vor dem Surrealen und Übernatürlichen nicht halt. "I WAS A TEENAGE SLASHER" ist jedoch kein Slasher im herkömmlichen Sinne, eher eine Art gedankenverlorene, introspektive, aber auch konversationsbezogene Rückschau.

 

14. Juli 1989, Lamesa, Texas, irgendwo in der weitläufigen Ebene, zwischen Getreidesilos, Wassertürmen, Ölförderpumpen und Baumwollfeldern. Der 17 Jahre alte Mittelstufenschüler Tolly Driver und seine beste Freundin Amber Dennison sind Außenseiter auf der Party von Deek Masterson. Während sich Tolly mit hartem Alkohol zuschüttet und sich bis auf die Knochen blamiert, hält sich Amber in einem andern Teil des Anwesens der Mastersons auf. Tolly torkelt indes auffallend herum und nervt sämtliche Gäste. Als es einigen Partybesuchern allmählich zu bunt wird, fesseln sie ihn an einer Liege am Pool, nötigen ihn dazu ein Glas Rum mit Erdnüssen zu sich zu nehmen und überlassen ihn seinem Schicksal. Ein beinahe tödliches Unterfangen für den jugendlichen Allergiker, der bei dieser infamen Aktion um ein Haar den Löffel abgibt. Doch plötzlich ist die Party außer Rand und Band, denn ein jenseitiger Ruf nach Rache erklingt. Die Slasher-DNA überträgt sich auf Tolly und es wird Tote geben.

 

17 Jahre nach den blutigen Vorkommnissen in Lamesa, verfasst Tolly Driver eine Art Hommage auf seine beste Freundin Amber Dennison, in Form einer lyrischen Aufarbeitung seiner Vergangenheit und seiner Taten. Hierzu notiert er seine damaligen Eindrücke als Teenager und als Slasher, seziert dabei schon mal triviale Banalitäten und ergeht sich in regelrecht ausufernden, philosophischen Betrachtungen. Das Ganze erinnert entfernt an die Schreibqualitäten des deutschen Sprachjongleurs Jörg Juretzka, doch im Falle von Stephen Graham Jones haben diese gedankenprononcierten Betrachtungen weit mehr Tiefe und beinahe autofiktionale Züge an sich. Fans der Indian Lake Trilogie werden "I WAS A TEENAGE SLASHER" mit Sicherheit Fall lieben! Allerdings nimmt Stephen Graham Jones im letzten Drittel seiner 384 Seiten umfassenden, emotionalen und empathischen Erzählung für meinen Geschmack zu viel Fahrt raus, wodurch Tempo und Niveau zwischenzeitlich unnötig stark absinken. Unbedarften Lesern sollte in jedem Fall mit auf den Weg geben werden, dass Stephen Graham Jones zu lesen immer eine anspruchsvolle und philosophisch komplexe Auseinandersetzung mit seinen Texten darstellt, auf die man sich bewusst einlassen muss, wenn man es denn kann.

 

(Janko)

 

http://stephengrahamjones.com

https://www.instagram.com/stephengrahamjones/

 

Stephen Graham Jones - I WAS A TEENAGE SLASHER

Buchheim Verlag

Slasher Horror / Native American Gothic

Buchreihe: CEMETERY DANCE GERMANY - Band 30

ISBN: Privatdruck ohne ISBN

384 Seiten

Gebundene Ausgabe mit Lesebändchen; Amerikanisches Buchformat 23,5 x 16,5 cm

Originaltitel: I WAS A TEENAGE SLASHER (2024)

Aus dem Amerikanischen von Gerrit Wustmann

signiert von Stephen Graham Jones und Illustrator Vincent Sammy

Illustrator(en): Vincent Sammy

Limitierung: 999 Stück (handnummeriert)

Erscheinungstermin: 19.12.2025

Vorbestellbar zum Subskriptionspreis von EUR 39,99 Euro [DE] inkl. MwSt. / ab Erscheinungstermin: EUR 44,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

"I WAS A TEENAGE SLASHER" beim Buchheim Verlag: https://www.buchheim-verlag.de/stephen-graham-i-was-a-teenage-slasher.html

 

Leseprobe: https://www.buchheim-verlag.de/media/bss/productattachment/leseprobe-buchheim-jones-teenage-slasher.pdf


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