CRYSTAL LAKE - The Weight of SoundCRYSTAL LAKE - The Weight of Sound
(Century Media Records)

 

Die siebte Stahlzentrifuge "The Weight of Sound", des 2002 gegründeten Metalcore- / SciFi-Core-Fivepiece CRYSTAL LAKE aus Tokio kommt für meine Ohren doch recht durchwachsen daher. Hauen einem die Japaner mit den ersten drei Songs "Everblack", "BlüdGod" und "Neversleep" noch einen musikalisch dichten und komplexen Future Mix im Modern Metalcore/Deathcore Style um die Ohren, klingen CRYSTAL LAKE ab dem vierten Track "King Down" regelrecht saft- und kraftlos. In der ersten brachialen, wütenden und monströsen Runde der 40:54-minütigen Scheibe könnten es die Japaner, in ihrer „mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Attitüde, locker mit jedweder Deathcore-Band aufnehmen, allerdings klingt das Ganze auch hier bereits sehr nach "business as usual". Da kommt die durchaus berechtigte Frage auf, warum CRYSTAL LAKE den Weg der ersten drei Songs nicht konsequent weitergegangen sind, anstatt sich anschließend auf ein austauschbares Weichlfötengedöns einzulassen. Ob das eventuell was mit dem neuen Mann am Mike John Robert C (ex-THE LAST TEN SECONDS OF LIFE) zu tun hat, kann ich nicht wirklich beurteilen. Lediglich das, mit Math Metal belegte "Crossing Nails" hebt mich aus meiner zwischenzeitigen Lethargie, die mit dem darauffolgenden "Dystopia" (feat. KILLSWITCH ENGAGEs Jesse Leach) erneut einsetzt und bis zum Ende der Platte anhält. Die vier derben Brecher können das Niveau der gesamten elf Tracks zwar deutlich anheben, aber das reicht bei weitem nicht für eine Band mit derart hohen Ansprüchen. Man ahnt also schon, wo der Hase lang läuft.

 

Trotz megamäßiger Aufrüstung mit den Gastsängern David Simonich (SIGNS OF THE SWARM) bei "Everblack", Taylor Barber (LEFT TO SUFFER) bei "BlüdGod", Myke Terry (VOLUMES) bei "Neversleep", Karl Schubach (SOLACE) beim beinahe unterirdisch weichgespülten "The Undertow" und Jesse Leach beim bereits angesprochenen "Dystopia" biedert sich "The Weight of Sound" mehr und mehr dem Mainstream an. Alles scheint über einen Kamm geschert und ähnlich gelagert. Dem kann ich leider nicht allzu viel abgewinnen. Dafür bin ich einfach zu anspruchsvoll. Man soll mich aber an dieser Stelle bitte nicht falsch verstehen und ich möchte die Leistung der fünf Japaner keinesfalls schmälern, der Erfolg gibt ihnen schließlich recht. CRYSTAL LAKE scheinen in ihrer Karriere schließlich alles richtig gemacht zu haben, dennoch fehlen mir die wirklich zwingenden und mitreißenden Momente auf diesem Album. Das mag live alles gut mit den Fans interagieren, selbige definitiv zum Mitsingen animieren, doch "The Weight of Sound" reißt mich bei weitem nicht mehr so vom Hocker, wie der 2019er Vor-Vorgänger "Helix". Da hatte ich mir doch einiges mehr versprochen. Schade drum!


(Janko)

 

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Videos:

Dystopia:

https://youtu.be/xvJT_G12C_A?list=RDxvJT_G12C_A

 

BlüdGod:

https://youtu.be/rk8vpbU3gVg?list=RDrk8vpbU3gVg

 

Crossing Nails:

https://youtu.be/k70M62_Zpzs?list=RDk70M62_Zpzs

 

The Weight of Sound:

https://youtu.be/zNlIGbsbMCA

 

Neversleep:

https://youtu.be/eoouUK3JIhk?list=RDeoouUK3JIhk


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