Aktuelles Magazin

Totentanz on
Totentanz Magazin bei Facebook

Aktuell sind 272 Gäste und keine Mitglieder online

Wave Gotik Treffen 2008

Wave Gotik Treffen 2008

9.-12.5.08 - Leipzig

 

images/live-pic/RocknRoll is dead.jpgEndlich wieder Pfingsten und die alljährliche Pilgerfahrt nach Leipzig konnte beginnen! Das WGT ist seit Jahren eines unserer Lieblingsfestivals, noch dazu war die Vorfreude heuer besonders groß, da sich schon Wochen vorher abzeichnete, daß das Wetter diesmal besonders gut sein würde. Noch dazu hatten die Veranstalter einmal mehr ein sehr interessantes Billing zusammengestellt, um auch Metalfans mit Hang zu düsteren Klängen einiges zu bieten. Vier Tage Musik, Atmosphäre und teilweise kopfschüttelndes Bewundern der ausgefallensten Kostüme, die auch bei heißesten Temperaturen stoisch zur Schau getragen wurden. Gerade ich als Frau frage mich da, wie man es schafft, nach fünfstündigem Schwitzen immer noch perfekt auszusehen. Also los ins schwarze Getümmel! (Kim)

 

 

Freitag, 9.5.08 – Heidnisches Dorf

 

Dudelzwergeimages/live-pic/Dudelzwerge.jpg

 

Wenn das Wetter mitspielt und die zahlreichen Veranstaltungsorte des WGTs  noch leer von schwarzen Gestalten sind, empfiehlt sich für den Anfang ein eher ruhiger Auftakt im Heidnischen Dorf. Nebst all den Verkaufsständen, Handwerkern und Hobbywikingern finden sich schließlich auch zwei Bühnen dort, wo man sich erstmal ordentlich die Gehörgänge freiblasen lassen kann. 2008 machten für uns die einheimischen Dudelzwerge den Anfang beim WGT und tröteten mit den Dudelsäcken, was das Zeug hielt. Im Grunde nichts besonderes, schließlich unterscheiden sich diese Truppen nur minimal, aber nett anzuschauen waren sie allemal. Abgesehen davon, daß Sonnenbrillen nun wirklich kein Bestandteil einer authentischen Gewandung sind. (Till)

 

 

The Moon And The Nightspirit

 

images/live-pic/The Moon And The Nightspirit.jpgNach den Dudelzwergen waren The Moon And The Nightspirit aus Ungarn an der Reihe, die einen komplett anderen Stil vertraten. Ruhig, besinnlich und mystisch bemühten sie sich, das Publikum zu bezaubern. Die musikalischen Voraussetzungen dafür sind auch absolut gegeben, denn die Band hat eine ganze Reihe bemerkenswerte Kompositionen vorzuweisen und erinnert an Truppe wie Faun oder Wild Silk. Nur kann derartige Musik am hellen Nachmittag vor hundert hitzegeplagten, mettrinkenden Gothics nur einen Bruchteil ihrer Pracht entfalten. Bei Dunkelheit und Fackelschein wären The Moon And The Nightspirit sicherlich ein wesentlich intensiveres Erlebnis, so bleibt zumindest eine Band im Gedächtnis, die man sich beizeiten wieder ansehen sollte…dann in passendem Rahmen. (Till)

 

 

Freitag, 9.5.08 – Kohlrabizirkus

 

Elisimages/live-pic/Elis.jpg

 

Nachdem wir ein wenig in alten Zeiten geschwelgt hatten, war es Zeit, die einigermaßen metallische Gegenwart wahrzunehmen. Leider waren wir nicht rechtzeitig am Kohlrabizirkus, um die hervorragenden Secrets Of The Moon zu erleben, Elis galt dann aber unsere volle Aufmerksamkeit. Die Alpentruppe trat in reduzierter Besetzung an, da der zweite Gitarrist verhindert war, schlug sich aber durchaus achtbar. Annehmbare Songs, guter Gesang, solide Leistung, allerdings könnte auf instrumentaler Seite bewegungstechnisch noch einiges mehr passieren. Elis sind sicherlich nicht die große Revolution im Gothic Metal und können qualitativ auch noch lange nicht mit der Spitze der Zunft mithalten, ein solider Auftritt war’s aber allemal, das Publikum jedenfalls war zufrieden. (Till)

 

 

images/live-pic/Tristania.jpgTristania

 

Tristania durfte ich heute erstmalig mit neuer Sängerin sehen, was doch ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Sowohl optisch (punkiger Wischmob statt Kleid mit wilden Verrenkungen) als auch stimmlich (leider eine Verschlechterung) präsentierte sich die neue Sängerin als herber Kontrast zu Vibeke Stene. Noch dazu waren auch Tristania ohne zweiten Gitarristen angereist, was den Sound ein ganzes Stück dünner klingen ließ. Musikalisch hat die Band in ihrer Karriere so manches hörenswerte Album geschaffen, wobei wie so häufig die Frühwerke die höchste Qualität aufweisen, aber trotz akzeptabler Songauswahl war der heutige Auftritt etwas schwach und ließ den gewohnten Zauber einer Tristania-Show vermissen. Es bleibt abzuwarten, ob sich Mariangela Demurtas auf Dauer integrieren kann, ansonsten sollten die Norweger sich doch mal Gedanken machen, ob Stene nicht wieder zurückzulocken wäre. (Till)

 

 

 

 

Tarjaimages/live-pic/Tarja.jpg

 

Als die Headlinerin des Abends erwartet wurde, hatte sich der Kohlrabizirkus merklich gefüllt – auch als Solokünstlerin genießt Tarja offensichtlich das Interesse der Fans. Entsprechend groß war der Jubel, als die Dame nach knapp halbstündiger Verzögerung schließlich erschien. Es ist doch schon lange her, daß wir der göttlichsten Stimme seit Erfindung der Schallwellen livehaftig lauschen durften, umso erfreulicher war der Auftritt. Tarja sang einmal mehr mit links sämtliche Konkurrenz in Grund und Boden, war stimmlich überzeugender denn je und strahlte enorm viel Spielfreude aus. Offensichtlich ist die Last der Kündigung bei Nightwish mittlerweile von ihr abgefallen, denn so viel habe ich die finnische Elbenkönigin noch nie auf der Bühne lächeln sehen. Erwartungsgemäß bestand das Set fast ausschließlich aus Stücken des „My winter storm“-Albums, was allerdings auch die nicht zu leugnenden kompositorischen Schwächen desselben offenbarte. Nichtsdestotrotz ein wunderbares Konzert, das mit der alten Nightwish-Nummer „Passion and the opera“ und dem ebenfalls von Nightwish adaptierten Musicalhit „The phantom of the opera“ noch zwei umjubelte Extrastücke bot. Und wenn jetzt noch jemand was über die anderen Musiker wissen will: die spielten ohne Beanstandung und fügten sich in ihre Statistenrolle, Profis eben. So konnte man tatsächlich auch mal einen Mike-Terrana-Auftritt ohne viertelstündiges Drumsolo erleben, bemerkenswert. (Till)

 

 

Samstag, 10.5.08 - Schauspielhaus

 

Zeitenwände

 

Oswald Henke ist seit Jahren gerngesehener Gast beim WGT, ob mit Goethes Erben, als Lektor oder in diesem Fall als Co-Autor und Schauspieler in einem Theaterstück. Kann man sich ja auch mal anschauen, bevor abends wieder die Musik lockt. Zwei Stunden dauerte das Stück „Zeitenwände“ und war durchaus ansprechend, da typisch „henkisch“. Geprägt von bissigen Hieben auf die Konsumgesellschaft und Medienlandschaft wurde dem Zuschauer verdeutlicht, wie die Verdummung der Menschheit immer weiter voranschreitet. Goethes Erben-Fans erkannten sicherlich auch eingeflochtene Texte des Albums „Nichts bleibt wie es war“, unter anderem „Fleischschuld“ und „Zimmer 34“. Der Zuschauer durfte sich an Szenen wie einer Live-Hinrichtung durch Hautabziehen in einer äußerst makabren Fernsehshow ergötzen, einem Suizid beiwohnen und reichlich Material zum Nachdenken mitnehmen. Henkes Kreativität und seine offene, schonungslose Art der Gesellschaftskritik haben uns wieder einmal zutiefst beeindruckt. (Kim)

 

 

Samstag, 10.5.08 – Agra-Halle

 

images/live-pic/Hocico.jpgHocico

 

Den bislang gewonnenen Eindruck, das WGT 2008 sei deutlich dünner besucht als in den Vorjahren, konnte man zumindest an diesem Abend in der Agra-Halle loswerden. Reichlich voll war’s, alle wollten die mexikanische EBM-Speerspitze sehen. Hocico hatten als optische Untermalung fürs Intro dann gleich noch einige prächtig anzusehende aztekische Krieger mitgebracht, die auch während des ersten Stücks noch die Bühne flankierten. Und die Band selbst? Optisch deutlich weniger eindrucksvoll, dafür musikalisch umso begeisternder. Hocico-Auftritte sind immer lohnenswert, denn einen solch engagierten, entfesselten und charismatischen Frontmann wie Erk Aicrag findet man nicht häufig. Wie ein Derwisch hechtet er über die Bühne, brüllt leidenschaftlich die Texte ins Mikro und feuert unablässig das Publikum an. Noch dazu zählen Hocico musikalisch sicherlich zum besten, was die EBM hervorgebracht hat; eingängige und trotzdem detailverliebte Stücke sind charakteristisch für die Band. Insofern unverständlich, daß Hocico gerade mal 40 Minuten zugestanden wurden – sie hätten deutlich mehr verdient gehabt. (Till)

 

 

 

Covenantimages/live-pic/Covenant.jpg

 

Headliner des heutigen Tages in der Agra-Halle waren Covenant, die mir bislang unbekannt waren. Das Publikum verließ nach Hocico zu einem beträchtlichen Teil den Ort des Geschehens, trotzdem blieb noch eine Menge da, um die Schweden abzufeiern. Für mich gab’s da allerdings wenig Grund. Nach den angenehm harten Hocico wirkten Covenant mit ihrer sehr melodiösen, ohrenfreundlichen Musik vergleichsweise schwach, noch dazu haben sie einen Sänger, welcher eine zwar angenehme, jedoch auch charakterlose Stimme aufweist, und das Auftreten der Band paßte zum Anzugoutfit: steif und wenig Bewegung lautete die Devise. Auf ihrem Gebiet mögen Covenant große Verehrung genießen und ihre Qualitäten besitzen, als Headliner waren sie heute jedoch klar fehl am Platz. (Till)

 

 

Sonntag, 11.5.08 – Parkbühne

 

images/live-pic/Inertia.jpgInertia

 

Wenn das Wetter mitspielt, ist die Parkbühne im Clara-Zetkin-Park als Veranstaltungsort nicht zu schlagen. Gute Sicht von überall, gute Akustik und das alles unter freiem Himmel – wunderbar. Zumindest waren die Begleitumstände deutlich interessanter als der Auftritt von Inertia, denn mit derart lahmem Gothic Rock kann man wirklich kaum jemand hinter dem Ofen vorlocken. Zumindest mich nicht. Das Songmaterial plätscherte eher unauffällig daher, und die steife Performance der Band sorgte auch nicht gerade für Spannung. Unter den zahlreichen Bands des Genres nehmen Inertia nicht gerade eine herausragende Position ein, und das wird sich mit diesem Gig sicherlich nicht geändert haben. (Till)

 

 

Tactical Sektimages/live-pic/Tactical Sekt.jpg

 

Tactical Sekt sind da doch von ganz anderem Kaliber. Der Stil der Truppe mag manchem zu stumpf und eintönig sein, für mich hingegen haben sie durchaus den Bogen raus, wie man ohrwurmtaugliche EBM-Songs mit einer ordentlichen Portion Energie versetzen und das Ergebnis alles andere als langweilig klingen lassen kann. Das amerikanisch-britisch-deutsche Trio ging mal wieder ziemlich ab und nutzte die Bühne reichlich zum herumturnen, auch der Drummer ließ es sich nicht nehmen, die Beats mal dem Computer zu überlassen und dafür wild über die Bretter zu toben. Die Songauswahl war ebenfalls gut und bot einen repräsentativen Querschnitt der bisherigen Alben, zudem hatte man darauf geachtet, ausschließlich flottere und somit livetaugliche Songs zu präsentieren. Das Ergebnis war ein durchaus begeistertes Publikum, und auch wir werden uns Tactical Sekt immer wieder gerne anschauen. (Till)

 

 

Sonntag, 11.5.08 – Werk II

 

images/live-pic/Xotox.jpgXotox

 

Nach Tactical Sekt machten wir uns auf den Weg zum Werk II, da wir uns gerne Straftanz ansehen wollten. Vorher durften wir uns allerdings noch Xotox geben. Der krude Querschnitt aus Elektro und Industrial war ja nicht ganz verkehrt, aber ich bleibe dabei, daß man zwei Typen mit Mischpulten nicht unbedingt auf eine Bühne stellen muß. Von Liveauftritt kann man hier sicherlich nicht sprechen. Das Werk II war rappelvoll, und Xotox wurden auch heftig abgefeiert, aber für mich war das nicht so der Bringer…in einem Club ziehe ich sowas auf jeden Fall vor. (Till)

 

 

Straftanz

 

Straftanz waren da doch von ganz anderem Kaliber. Die Band aus dem Ruhrpott wurde groß erwartet und bot, was sie ihren Fans schuldete: einen mitreißenden Auftritt mit viel rockiger Atmosphäre und zwei spärlich bekleideten Tänzerinnen als optischer Aufwertung. Ob das der Grund dafür war, daß der Fotograben bei Straftanz komplett abgesperrt blieb? Etwas unerfreulich, aber die Musik konnte das durchaus wettmachen. Ein guter Brückenschlag zwischen EBM und Elektro, immer eingängig und dabei mit der notwendigen Portion Härte versehen. Zum Auftakt gab’s „Blood in, blood out“ zu hören, gefolgt von Songs wie „Tanzt kaputt was euch kaputt macht“, „Gummimann“ und natürlich „Straftanz“. Man mag von dem plakativen Auftreten der Band ja halten was man will, und die Ansagen waren auch nicht unbedingt die intelligentesten („Das ist kein Konzert, das ist eine Tanzveranstaltung!“), aber man muß anerkennen, daß Straftanz eine sehr agile Liveband sind, die ein Publikum gut in Laune versetzen kann. Nicht nur aufgrund der Mädels ein sehenswerter Auftritt. (Till)

 

 

Esplendor Geometricoimages/live-pic/Esplendor Geometrico.jpg

 

Nach dem famosen Straftanz-Gig hatte es die folgende Band nicht leicht…das Publikum aber noch viel weniger. Das mir bislang unbekannte Duo Esplendor Geometrico steht für Industrial der brachialen Sorte, dargeboten von einem verbissen dreinschauenden Knöpfedreher am Mischpult (der einem gealterten Captain Jean-Luc Picard schwer ähnlich sah) und einem unkontrolliert herumschreienden Psychopathen. Offensichtlich ist das in Spanien so üblich, denn ich fühlte mich stark an die Landsleute und ebenso schlimmen Krachfanatiker Proyecto Mirage erinnert. Esplendor Geometrico boten eine Art Grindcorevariante des Industrials, was mich doch etwas überforderte, somit verzogen wir uns etwa nach der Hälfte des Sets. So mancher Anwesende hatte es uns schon gleichgetan, aber nicht jeder ist für die extremen Formen extremer Musik geschaffen, ich weiß. (Till)

 

 

Sonntag, 11.5.08 – Agra-Halle

 

images/live-pic/Fields Of The Nephilim.jpgFields Of The Nephilim

 

Zu später Stunde war dann in der großen Agra-Halle die sicherlich kultigste der diesjährigen Bands angekündigt. Es war gut voll, eine Menge Zuschauer wollten Zeuge eines der raren Liveauftritte der Fields werden. Zwar ist von der alten Besetzung nur noch Bandchef Carl McCoy dabei, aber das war nicht weiter schlimm – begleitet von einem düsteren Intro betraten die Musiker im bekannten Italo-Western-Outfit die Bühne und legten in ebenso kalter und distanzierter wie auch ergreifender Art los. Kein einziges Wort ans Publikum zwischen den Songs, trotzdem ein Konzert, das für eine Gänsehaut sorgte, wie ich sie nur selten erlebt habe. Die Songauswahl basierte erwartungsgemäß auf den ersten drei Alben, aber auch das nicht zu verachtende letzte Werk „Mourning sun“ wurde bedacht. Und McCoys rauchige Stimme hat nichts von ihrem Charisma eingebüßt. Wenige Sänger bringen ein derartig schaurig-schönes Hörerlebnis mit sich. Auch wenn aufgrund des völligen Fehlens der ehemaligen Musiker sicherlich nicht von einer Reunion gesprochen werden kann, ist es doch großartig, daß mit den Fields wieder zu rechnen ist, auch wenn sie sich konzerttechnisch ziemlich rar machen. Egal, eine Show dieser Band hält für lange Zeit vor. Ganz klar das definitive Highlight des WGT 08. (Till)

 

 

Montag, 12.5.08 – Parkbühne

 

Metallspürhundeimages/live-pic/Metallsprhunde.jpg

 

Als wir die Parkbühne betraten, waren Gothic Logic gerade dabei, ihre Instrumente einzupacken. Somit waren die Metallspürhunde die erste Band, die heute unsere Ohren verwöhnen durfte. Zumindest einigermaßen…der Elektro der Band war zwar schön eingängig und ging ganz gut ins Ohr, ein gewisser Stumpfheitsfaktor läßt sich den Metallspürhunden allerdings auch nicht absprechen. Zuwenig Ideen in den Stücken, zuviel Vorhersehbarkeit, eine zweischneidige Bühnenshow mit einem auf böse getrimmten Sänger und mehr oder weniger unbeteiligten Restmitgliedern – schlecht war das nicht, aber von Bands wie In Strict Confidence sind die Metallspürhunde doch noch ein paar Ecken entfernt. Noch dazu waren die deutschen Texte ebenso platt wie die sonstige Leistung der Band; Klischees ohne Ende, aber stumpf ist halt nicht immer Trumpf. Nun gut, alles in allem war’s kein schlechter Auftritt, aber eine wirklich interessante Band ist was anderes, und dafür gibt es auch im Elektro genügend Beispiele, weshalb ich den Metallspürhunden nicht die glorreichste Karrierelaufbahn prophezeie. (Till)

 

 

images/live-pic/The Arch.jpgThe Arch

 

Auch wenn der Gig der Metallspürhunde eine zweischneidige Angelegenheit war, hatten The Arch es anschließend schwer, dieses Level zu halten. Die Belgier boten New Wave der etwas angestaubten Sorte…mit Schrammelgitarren und leicht rockig, allerdings keineswegs irgendwie düster, auch wenn sich der Sänger sehr bemühte, an den Mikroständer geklammert an der Bühnenfront herumzuleiden. Eine eher lahme Vorstellung, an der nichts zu finden war, was irgendwie aufhorchen ließ. Durchschnittliche Songs, eine blaß und ausstrahlungslos musizierende Band, so bleibt man nicht im Gedächtnis. Wir hatten dann auch von uninteressanten Auftritten erstmal die Nase voll und begaben uns zur Agra-Halle. Zeit für einige Einkäufe auf der Szenemesse und später die letzten Gigs des Festivals beim traditionellen Mittelaltermontag. (Till)

 

 

 

 

 

 

Montag, 12.5.08 – Agra-Halle

 

Faunimages/live-pic/Faun.jpg

 

Vermutlich hat jeder, der schon auf mehr als zwei Mittelaltermärkten war – und erst recht jeder WGT-Besucher - Faun schon mal gesehen. Die Band steht nahezu ununterbrochen auf der Bühne und kann auf entsprechend viel Liveerfahrung zurückblicken, was ihr auch heute zugute kam. Faun stehen wie kaum eine andere Formation für ruhige, meditative, mystische Folklore, die mit der Mittelalterszene mittlerweile eigentlich nur mehr am Rande etwas zu tun hat. Viel eher würde ich Parallelen zu einer Künstlerin wie Loreena McKennitt ziehen, auch wenn deren Musik sicherlich unerreicht bleiben wird. Ob eine derartige Band wirklich in eine große Industriehalle gehört, kann diskutiert werden, Faun schafften es jedoch nicht zuletzt aufgrund einer interessanten Lichtshow, tatsächlich viel Atmosphäre auf die Bühne zu bringen. Durch ihre stete Livepräsenz hat sich die Truppe eine sichtlich große Fanbasis erspielt, welche den Gig auch so begeistert aufnahm, als hätte es Faun noch nie zu sehen gegeben. Vermutlich ist die Band für den Mittelaltermarkt um die Ecke mittlerweile zu große geworden, aber das ist ihr absolut zu gönnen, denn mit solch schöner Musik ist man zu höherem berufen. (Till)

 

 

images/live-pic/Corvus Corax.jpgCorvus Corax

 

Headliner des mittelalterlich-folkigen Montags waren dann – mal wieder – Corvus Corax. Im schönen Wechsel mit Subway To Sally beehren die selbsternannten Könige der Spielleute alle zwei Jahre das WGT und versetzen mit allerlei Krach das Publikum in Entzücken. Oder auch nicht. Fakt ist, daß rein instrumentale, auf Dudelsäcken basierende Musik einen recht schnellen Langweilfaktor hat, denn das Ausmaß der klanglichen Variation ist da doch ziemlich begrenzt, erst recht wenn nahezu alle Stücke das gleiche Tempo aufweisen. Deshalb gilt für derartige Truppen das gleiche wie für Hardcorebands: nach einer halben Stunde reicht’s eigentlich, nach einer Dreiviertelstunde muß definitiv Schluß sein. Da Corvus Corax aber nicht weniger als 90 Minuten Spielzeit hatten, war für uns nach der Hälfte der Punkt zum gehen gekommen. Auch wenn die Formation großen Erfolg genießt; für mich gibt es im Bereich Mittelalter deutlich interessantere Truppen.

Das wie immer sehr gelungene WGT ließen wir anschließend bei der Abschlußparty im Darkflower-Club ausklingen. Wir hoffen auf ein gutes Billing 2009 und freuen uns bereits jetzt wieder auf Pfingsten! (Till) 

 


Fotos: Till


Musik News

Movie News

Bücher