1914 - Viribus Unitas1914 – Viribus Unitas
(Napalm Records)

Drei Alben haben 1914 nun schon über den Ersten Weltkrieg veröffentlicht. Mit „Viribus Unitas“ folgt das vierte. Die Weste der fünf Ukrainer war dabei bisher weiß. Gerade die letzten beiden Werke The „Blind Leading The Blind“ und „Where Fear And Weapons Meet“ waren sowohl musikalisch als auch atmosphärisch mitreißend. „Viribus Unitas“ erzählt dieses Mal jeweils eine Schlacht aus jedem Jahr des Krieges. Der Fokus liegt dabei – anders als auf den vorherigen Alben – auf der Ostfront des Ersten Weltkrieges. Begebenheiten und Gefechte, die in den eher westlich zentrierten Erzählungen oft nur Randnotizen darstellen. Wir als Hörer folgen einem Soldaten aus Lemberg, der in einem österreichisch-ungarischen Regiment in den Krieg zieht und später in Kriegsgefangenschaft gerät.

Rein musikalisch hat sich im Vergleich zu den Vorgängerwerken wenig getan. 1914 gefallen sich immer noch am besten im epischen, ausladenden Blackened-Metal. Hier und da werden Audioschnipsel aus der besungenen Zeit eingebaut. Die meist überlangen Songs sind abwechslungsreich genug, um über die knapp einstündige Spielzeit zu tragen. Sänger Dmytro Ternushchak führt den Hörer als großer Agitator durch die Kriegsgeschichten. Entwickelt wurde hier vor allem der Einsatz von Chören, etwa im Song „1915 (Easter Battle for the Zwinin Ridge)“, die dem Sound zusätzliche epische Tiefe verleihen.

Das Highlight dieses Albums ist der Dreiteiler „1918“, der besonders im Höhepunkt mit „1918 Pt 3: ADE (A Duty to Escape)“ inklusive eines starken Gastbeitrags von Aaron Stainthorpe (ex-My Dying Bride) alle Stärken der Ukrainer perfekt ausspielt: rhythmisch variabel, emotional packend und präzise komponiert. Ein weiterer besonderer Track ist das abschließende „1919 (The Home Where I Died)“, das von Jerome Reuter (Rome) intoniert und getragen, balladesk instrumentiert wurde.

Am Ende könnte man zwar zum nüchternen Fazit „ein weiteres gutes 1914-Album“ kommen – doch angesichts der Umstände gewinnt dieses Werk eine tiefere Bedeutung. Seit dem letzten Album „Where Fear And Weapons Meet“ befinden sich die Ukrainer im Verteidigungskrieg gegen Russlands Invasion, und ein Album mit dem übersetzten Titel „Mit vereinten Kräften“ erhält dadurch eine zusätzliche emotionale Schwere.

(Manuel)


https://x1914x.bandcamp.com/album/viribus-unitis
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