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The Answer/ The Dead Daisies - Live im Colos-Saal, Aschaffenburg

The Answer/ The Dead Daisies - Live im Colos-Saal, Aschaffenburg

Mittwoch, 07.12.2016

 

Normalerweise wird ja dem eigentlichen Headliner eines Konzertes der meiste Platz eingeräumt. Da dies aber ein Fanzine ist nehme ich mir jetzt mal die Freiheit heraus, meinen Headliner selbst zu krönen und fange daher den Bericht mit The Dead Daisies an. Diese kamen am Mittwochabend als zweites auf die Bretter und konnten mit ihrem gelungenen US Hardrock natürlich ungemein punkten und man merkte auch, dass der größte Teil der Besucher wegen dieser Band gekommen war. Allerdings gab es einige negativ Punkte, die auch schon auf dem Bang Your Head!!! diesen Jahres genauso sauer aufstießen. Da wäre zum einen die Frage, warum es bei einer Discografie und einer eigentlichen Spielzeit von 75 Minuten gleich vier Coversongs bedarf, um das Set zu füllen. Den Eindruck, weg von einer All Star Coverband hin zu einer eigenständigen Truppe bekommt man so jedenfalls nicht schnell los.
Die angesprochene Spielzeit steht ebenfalls in der Kritik, denn diese wurde kurzerhand wie selbstverständlich auf 65 Minuten gekürzt. Dazu noch ausgedehnte Soloparts und ein ellenlanges Medley, in dem jedes Bandmitglied sogar mit Schuhgröße vorgestellt wurde. Sorry, da bleibt unterm Strich nicht mehr viel Zeit um die eigentlichen coolen eigenen Songs zu präsentieren und somit geht answerliveder Punktsieg ganz klar da den Opener. Wobei einmal mehr aber Sänger und Gründer John Corabi Lob für seinen Gesang und seine Performance verdient, denn auch wenn hier und da mal Anleihen an Steven Tyler offensichtlich werden, ist dieser doch für sich eigenständig und souverän genug. Also gutes Konzert, aber für einen Headliner zu wenig.
Das kann man von den irischen „The Answer“ nicht behaupten. Wer noch nie etwas von der Truppe gehört hat, dem sei folgende Beschreibung vielleicht eine Hilfe bei der Vorstellung der musikalischen Zusammensetzung: Man nehme die atmosphärischen und aufbauenden Songs der neueren Anathema, vermische sie mit Rock n Rolligen Songs von Thin Lizzy und gebe noch einen Schuß Pop und Gefühl von U2 dazu, eine Prise Retro Rock und dann bei jedem Song den Schwerpunkt auf eine andere Facette gelegt. Schwierig? In der Vorstellung vielleicht, in der Ausführung ganz und gar nicht, sowohl auf Platte als auch live.
Allein der titelgebende Opener der letzten Platte, der auch hier den Anfang machte, „Solas“ erzeugte durch den etwas längeren Aufbau schon eine ordentliche Gänsehaut. Wer allerdings, wie ich, die Band bisher noch nie live erlebt hatte, dürfte vom Hippie-mäßigen Sänger Cormac zuerst irritiert sein, denn dieser wirkte durch sein Dauergrinsen und Dauerhüpfen eher quietschfiedel und leicht zugedröhnt als ernsthaft und gefühlvoll, wie es manche Songs der Band eigentlich verlangen. Doch genau das bekam der Gute wie selbstverständlich hin.
Egal ob mit dem Retro Song „Demon Driving Man“, dem nachdenklichen „Being Begotten“ oder dem passendsten Rock Song ohne textlichen Bezug zur Vorweihnachtszeit „Thief Of Light“, mit zunehmender Spielzeit hatte der vierer das Publikum spielend auf seine Seite gezogen, sodass nach dem Konzert sogar einige Shirts ausverkauft waren. Mit „Battle Cry“ fand man dann einen wunderbaren Abschied einer Band, die noch länger hätte spielen können und bestimmt auch gewollt hätte und somit nur die Anfangszeilen erneut unterstreicht.
Würde diese Konstellation ein Jahr später erneut zurück kommen, ich bin mir sicher dass die Rollen getauscht wären. Doch ich befürchte, wenn The Answer genau so weitermachen, werden sie in knapp einem Jahr einer Halle wie dem Colos-Saal längst entsprungen sein, zumal ja auch dieser Abend (zu Recht) ausverkauft war.

 

(Röbin)

 

http://www.theanswer.ie/

 

http://thedeaddaisies.com/


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