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The Business, Stigma (Frankfurt 2008)

The Business, Stigma

18.9.08 - Frankfurt, Nachtleben

 

Auch wenn ich erst Glatze tragen werde, wenn das letzte Haar von alleine ausgefallen ist: Für ordentlichen Oi! habe ich seit langem eine Schwäche, und eine klassischere Band als The Business gibt’s in dieser Sparte wohl kaum. Da ihre Scheiben auch bei mir immer mal wieder laufen, wollte ich die in die Jahre gekommenen Herren beim Tourstart im Nachtleben nicht verpassen. Aus dem angekündigten „Voice of a generation“-Festival wurde allerdings nichts, da aufgrund diverser Probleme einige Bands ausfielen, so daß im Endeffekt nur derer zwei übrigblieben.

 

 

images/live-pic/2012_10/Stigma.jpgStigma

 

Zum Auftakt eine Dosis New Yorker Blut…Vincent Cappucchino (ja, der heißt wirklich so) hatte sich mit seiner neuen Band als Opener angesagt. Besser bekannt ist er als Vinnie Stigma, Gründer und Gitarrist von Agnostic Front, somit war klar, wohin die Reise gehen würde. Hardcore neuenglischer Prägung hieß die Devise, jede Menge Tätowierungen, brettharte Riffs und ein recht schräger Gesang des hier den Frontmann gebenden Stigma. Zwar war ich noch nie in New York und kann mit Hardcore auch nur bedingt etwas anfangen, aber die Band spielte absolut tight auf, legte sich schwer ins Zeug und dürfte die Reinheitsgebotprüfung der nicht wenigen anwesenden Hardcore-Fans bestanden haben. Als Publikumsreißer erwiesen sich vor allem „Fifteen pints“ und der Titelsong des aktuellen Albums „New York blood“. Nicht ganz mein Stil, trotzdem eine absolut saubere Vorstellung, die zeigte, daß man auch mit über 50 Lenzen (Cappucchino ist Jahrgang 1955) noch den Hardcore leben kann.

 

 

The Businessimages/live-pic/2012_10/TheBusiness.jpg

 

Dann jedoch war die große Oi!-Party angesagt. Die Jüngsten sind The Business natürlich nicht mehr, immerhin ist die Band seit rund 30 Jahren aktiv, doch von müdem Altherrenrock war nichts zu bemerken, das Quartett präsentierte sich in Hochform und regelrecht images/live-pic/2012_10/TheBusiness1.jpghungrig. Und wenn zum Auftakt gleich ein Klassiker wie „Real enemy“ auf der Setlist steht, tobt die Meute auch von Beginn an. Skins, Punks, Hardcorefans und der Chronist als einziger Metaller in der Meute gingen ab, The Business ziehen eine Menge unterschiedliches Volk, was auch symptomatisch für ihre Botschaft ist: Subkulturen gehören vereint, die Politik kann draußenbleiben. Wobei ich dazu sagen muß, daß keine der anwesenden Glatzen ein Shirt einer Naziband oder ähnliches trug – Oi! ist eben doch der unverfälschte, unpolitische Sound der Straße. Und davon gab’s eine schöne Mischung aus drei Jahrzehnten The Business: „You won’t change me“, „Mean girl“, „Product“, „Guinness boys“ und der Überklassiker „Suburban rebels“ – es war einfach nur geil. Micky Fitz und seine Gang rockten eine Stunde das Haus, bevor sie die Bühne verließen, das durchgeschwitzte Publikum erkämpfte sich aber noch zwei Zugaben, bevor endgültig Schicht war. Beide Daumen nach oben für eine Band, die immer noch eine Rock’n’Roll-Show der Extraklasse auf die Bretter zu legen imstande ist; vor einer peinlichen Selbstdemontage muß man im Fall The Business wohl keine Angst haben. 

 

Bericht & Fotos: Till

 


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