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Kyle Gass Band, Frankfurt 2016

Kyle Gass Band, 19.9.2016 - Frankfurt/Batschkapp

Es ist schon erstaunlich, welche Marke die Kyle Gass Band innerhalb kürzester Zeit in der hiesigen Musikszene hinterlassen. Vom Geheimtipp („Hey, der eine von Tenacious D hat ein Soloprojekt, der mit der Glatze!“) bis hin zu einer soliden Fanbase vor allem in Europa in etwas mehr als einem Jahr ist schon eine beachtliche Leistung! Musikalisch souverän haben sie das zweite Album KGB_FFM2.JPG„Thundering Herd“ auf die geneigte Hörerschaft losgelassen, natürlich mit anschließender Tour durch die wichtigsten Locations der Republik. Sicher, KGB ist keine Band für große Stadien. Nicht das Ihnen der Erfolg nicht zu gönnen wäre, aber die Band lebt von der Atmosphäre und der Nähe zum Publikum. Unbedingt! Die Ankündigung, die Formation um Frontflötist Kyle Gass würde in der Batschkapp spielen war daher mit gemischten Gefühlen behaftet. Der erst Gig der Combo im Nachtleben kam einen Wohnzimmer Konzert gleich, mit anschließender Autogrammstunde und leichtem Smalltalk aller Musiker. Fanbindung par excellence!

Und so ging es in die größere, akustisch aber nicht minderwertigere Batschkapp. Ohne viel Umschweife kam man auf der Bühne um 20:15 Uhr zur Sache. Keine deplatzierte Vorband, KGB pur. Als Opener spielten die Jungs aus Kalifornien „Manchild“, der erste Track ihrer ersten Scheibe. Mit ordentlich Druck wurden die Töne in den Saal gepresst, technisch einwandfrei gespielt. Allerdings wirkte die gesamte Combo bis auf Jason „Uncle Jazz“ Keene seltsam abwesend … Zuviel Alkohol? Eine Flasche Jacky war jedenfalls mit auf der Bühne. Zu wenig geschlafen? Hotels und Tourbusse sind doch das Habitat von Rockstars und daher sollte sie doch daran gewöhnt sein. Doch es blieb nicht viel Zeit zum sinnieren, denn schon kam mit „Bringing The Band Back Together“ der nächste Kracher aus den Lautsprechern. Mit steigender Anzahl der Lieder wurde die Band munterer und als nach gut einer halben Stunde „Questionable“ angestimmt wurde, war es wie ein Weckruf. Von nun an lief auch die Motivationsmaschine auf Hochtouren. Und nun zeigte die KGB ungebremst was sie drauf hatten: John Konerskys virtuelles Gitarrenspiel, Mike Brays druckvoller Leadgesang, Jason Keenes Mundharmonikaeinlage und Tim Spiers phänomenale Michael-Jackson-Performance, an welcher man sich schon beim vorherigen Konzert gekringelt hat. Nebenei konnte man hier gut sehen was der ideal Standard Rocker von heute heimlich zuhause hört, denn zu den Klängen von Jakos „Black or White“ konnte der Saal textsicher mit einstimmen! Welch ein Spaß!
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Das man auch eine 70er Jahre Ader besitzt wurde mit dem spielen des Stücks „Green Eyed Lady“ von Sugarloaf bewiesen. Viel Feeling, lange Gitarren- und Flötensoli, satter Sound. Auch wenn das Lied schon bei der letzten Tour Bestandteil des Programms war, so kam doch Auf Grund der Performance keine Langeweile auf. Allerdings war es schade, das diese der einzige Namhafte Ausflug in Coverversionen war, spielten sie doch beim letzten Mal Stücken wie „Boys Are Back In Town“ von Thin Lizzy oder „Reelin' In The Years“ von Steely Dan.
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Der gefühlte Höhepunkt war dann um kurz vor 22 Uhr das zelebrieren der Stücke Gypsy Scroll I + II. Ersteres wurde als Schlusslied gespielt, letzteres war die erste Zugabe. In Gewandung und mit viel Pathos wurde hymnisch die Suche des 'First Rockers' geschildert, Performance inklusive. Und wenn Kyle Gass zu den Flöten Griff, so sperrte der Saal die Ohren auf und bejubelte diese Einlagen so als wären es anständige Gitarrensolos. That's Rock 'n' Roll!

Nach knapp zweieinhalb Stunden non-stop rocking bleibt die Erkenntnis, das große Leidenschaft und großes Können keine großen Bühnen brauchen um zu wirken. Und wenn die vier Jungs der KGB bei Euch in der Nähe Ihre Zelte aufschlagen, so lege ich Euch wärmstens einen Besuch Ihrer Show ans Herz!

 

(Andy)


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