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Kyle Gass Band (Frankfurt 2015)

 

29.4.2015, Nachtleben Frankfurt

 

Die Erwartungen waren recht hoch an diese Abend: Das musikalische Mastermind hinter Tenacious D, Kyle Gass war mit seiner Formation in Frankfurt zu Gast. Die aktuell in Europa re-releasde Scheibe ist großartig, die Stücke prädestiniert um ordentlich einzuheizen. Den Versucht, die KGB mit Tenacious D zu vergleichen, wiederstand ich - vorerst. Schließlich sind 'The D' eben 'The D' und standen bis dato außer Konkurenz. Bis dato …

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Wer das Nachtleben kennt weiß, das in dieser gemütlicher Clubatmosphäre die Musiker hautnah zu erleben sind, was zu äußerst intensiven Konzerten führen kann. Die Latte war also recht hoch gelegt.

 

Mit dem Einmarsch der Musiker gegen 21:15 Uhr begann eine Abend, der ein wenig schleppend anlief, nur um dann zum Schluss fast ungebremst durch die Decke zu donnerte!

Der Opener war 'Jailbreak' von Thin Lizzy zum Besten, quasi als Warmup für Band und Publikum. Dann ging es mit 'Manchild' an das erste Stück der aktuellen Platte. Was nun folgte war ein grandiose, gut 1 ¾ pausenlose Stunden lang andauernde Rockshow, solide gespielt, großartig performt! Die Band ist heiß auf Rock, Rock und nochmals Rock! Und das will sie auch noch anderen mitteilen!

 

Ihre musikalischen Wurzeln merkt man der Band vor allem im Konzert schnell an, denn abgesehen vom Opener gab es diverse andere Verweise auf die 70er. So streuten sie, quasi als live Jam-Saisson   den psychadelic Schinken 'Green Eyed Lady' von Sugarloaf  ein, bei kgb2welchen die Musiker ihr Improvisationstalent eindrucksvoll unter Beweis stellen konnten. Ein weiteres Highlight ein wenig später: Gitarrist Mike Bray wechselte sich für Drummer Tim Spier in die Schießbude ein, so dass dieser einen Jackson Five/Michael Jackson Tanz und Gesangseinlage aller erster Güte hinlegen konnte, inklusive hohen Quitschlaute des angeblichen King of Pop! Das Publikum war mittlerweile komplett abgedreht, der Schuppen rockte!

 

Dann wurde mit Gypsy Scroll das vorläufige Finale eingeleitet. In schwarzen Kutten gekleidet zelebrierte die Band diese Hymne, ein wuchtig großartiges Stück, was sich – und jetzt vergleiche ich doch mit Tenacious D – in eine Linie mit den beiden großen Stücken 'Wonderboy' und 'Tribute' einreihen lässt.

 

Nun kommt obligatorisch normalerweise die Zwei-Lied-Zugabe. Nicht jedoch bei der KGB. Denn die Zugabe mutierte zu einer Art zweiter Teil des Konzertes. Hier wurden in rockigster Manier Granaten wie 'Boys Are Back In Town' von Thin Lizzy oder 'I Wanna Kiss You All Over' von Exile abgestaubt und veredelt in die Menge gefeuert.

Als dann nach gut 1 ¾  Stunden der letzte Akkord verklang, sollte man meinen, die Jungs sind fertig und brauchen ein Sauerstoffzelt, doch denkste! Kyle Gass sprang von der Bühne, bahnte sich einen Weg durch die Menge zum Merch-Stand und fing sofort an zu signieren. Wenig später folgte die Band und man konnte noch das eine oder andere Wort mit den Jungs wechseln. Was weil man mehr!

 

Eine besondere Erwähnung muss ein besonderes Instrument finden: die Blockflöte Kyle Gass'. Was Ian Anderson mit der Querflöte, ist Kyle Gass mit der C- und der Altflöte. Für die eine als Instrument für Kinder belächelt, spielte Gass diese Blasinstrumente zum Teil kgb3simultan mit einer Virtuosität die ihres Gleichen sucht. Besonders das Spiel auf der grün transparente Blockflöte entlockte dem Publikum Begeisterungsstürme. An alle angehenden Gitarristen da draußen: vergesst die Gitarren, lernt Blockflöte! Die Mädels stehen drauf!

 

Zum Schluss bleibt aber doch noch einmal der Vergleich mit Tenacious D. Da die Musiker der KGB zum großen Teil bei diversen Projekten und Konzerten von Tenacious D mit von der Partie waren, bleibt schließlich das Feeling und die Atmosphäre. Sicher, der Tenacious D Jack Black ist in weiten Stücken eine Kunstfigur, ein vorlautes, egoistisches Großmaul, was sich auf Kosten anderer in den Himmel spielt um dann aber wieder angekrochen zu kommen, wenn die Band sich auflöst. Wem das gegen den Strich geht, der ist bei der KGB bestens aufgehoben, denn hier ist jeder gleichberechtigt und alle profitieren voneinander – zum Wohle der rockenden Fans!

 

Text/Pix: Andy Reitz


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