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Marduk, Immolation, Origin, Bio Cancer (Weinheim 2016)

Marduk, Immolation, Origin, Bio Cancer

03.05.2016, Café Central - Weinheim

 

Ein tolles Package bot sich dem Fan harter Musik am 3. Mai 2016 im Cafe Zentral in Weinheim. Mein zweites Konzert in der Lokalität, die mich bereits beim ersten Besuch absolut überzeugt hat. New Evil Music hat sich hier eine tolle Location ausgesucht, um das nicht mehr nutzbare Steinbruchtheater zu kompensieren. Eine kleine feine Konzerthalle mit gutem Sound, absolut fairen Preisen und einem netten Team sorgen gleich für gute Laune.

 

Bio Cancer, die 2010 gegründete griechische Thrash-Metal-Band aus Athen hätte ich mir gerne als Opener angesehen, origingerade da sich das aktuelle Album „Tormenting the Innocent" sehr gut verkauft. Leider war das einfach nicht zu schaffen. Wir kamen (arbeits- und verkehrsbedingt) genau zum Ende der Show. Schade!

 

So empfing uns als Opener gleich eine meiner liebsten Livebands aus dem Bereich Death Metal: Origin. Für alle die sie nicht kennen: Origin ist eine US-amerikanische Death-Metal-Band aus Topeka in Kansas. Sie spielen sehr technischen, brutalen und schnellen Death Metal. Das aktuelle Album „Omnipresent“ empfinde ich als sehr gelungen, aber die wahre Kompetenz dieser Ausnahmemusiker liegt einfach in den Liveshows. Es gilt der alte Grundsatz: brutal, brutaler, Origin. Wie eine Dampfwalze zerquetschten mich die dargebotene Härte und die unglaubliche Stagepräsenz der Jungs. Nach anfänglichem Zögern stieg auch das restliche Publikum mit ein. Einfach zu mitreißend war die Show um den charismatischen Frontmann Jason Keyser, der seinen Job sehr gut machte und mit viel persönlicher Ansprache sicherlich alle Sympathien aus seiner Seite hatte. Hier gibt es nichts zu meckern, die Jungs waren heiß und das Publikum irgendwann genauso. Dazu dieses unglaublich krasse Schlagzeugspiel. Einfach nur phantastisch.

 

Die Latte lag also verdammt hoch, als Immolation die Bühne betraten. Kurz vorweg: Ich bin kein großer Freund von immolationOld-School Death Metal, daran konnten leider auch die New Yorker nichts ändern. Seit nunmehr 30 Jahren machen diese Jungs um den Gitarristen Robert Vigna schon die Bühnen der Welt unsicher. Dennoch, muss ich leider sagen, konnten sie die eben beschriebene Messlatte nicht halten. Dafür war die musikalische Leistung einfach nicht gut genug. Gerade das viel zu laute Schlagzeug bot da keine Ehrenrettung, sondern war vielmehr Kern der Schmach. Die Basedrum lief sehr unsauber und holprig… Wie ich hörte, hatten die Jungs eine Odyssee hinter sich, um überhaupt noch anzukommen. Wer einen Tag am Flughafen fest sitzt, hat sicherlich auch nicht mehr die volle Kraft. Da das mein erster Gig der Jungs war, kann ich auch nicht verbindlich beurteilen, ob das Regel oder Ausnahme war; Fakt ist: Da war nach oben gaaaaaanz viel Luft. Meinen Begleitern hingegen gefiel die Show sehr gut. Man sieht, Geschmäcker sind verscheiden.

 

Dann wurde es Grim und Frostbitten – ich weiß falsche Band und es waren auch eher 30°C als -30°C; aber dennoch verdunkelte sich die Halle, denn Marduk betraten nun das Schlachtfeld. Klar zu erkennen, als die unbestrittenen Stars des mardukAbends begannen die Schweden ihr groteskes Spiel. Ich habe Marduk nun schon einige Male erleben dürfen, bin aber erst vor gut einem Jahr abschließend auf den Geschmack gekommen. Gerade die aktuelle Scheibe „Frontschwein“ hat viel damit zu tun. Hier bekam ich den Einstieg und seitdem entdecke ich auch die alten Sachen als die großen Werke schwarzen Metalls, die sie ohne Frage sind. Dabei war dies mein sechstes Mardukkonzert… Die regelmäßigen Tourneen mit Cannibal Corpse und ohnehin große Umtriebigkeit der Mannen sorgte dafür. Dennoch waren mir zwei Songs der aktuellen Scheibe wichtig, um das Livesetting als gelungen zu empfinden und genau diese kamen: „Afrika“ und natürlich der neue Quotenhit „Blond Beast“. Auch sonst war die Setlist ein gelungener Rundumschlag; aus allen Epochen waren Stücke vertreten:  Songs von den Scheiben „Those of the Unlight, Panzer Division Marduk, La grande Danse macabre, Serpent Sermon“ und wie schon beschrieben natürlich der aktuellen „Frontschwein“.  Eine phantastische, echte und absolut gelungene Show. Das Publikum feierte sie entsprechend ab. Der Hammer!

 

In der Summe war für jeden was dabei und die Kombination aus Thrash-Metal, technischem Death Metal, Old-School Death Metal und einer der rührigsten Black Metal Bands überhaupt als Headliner empfand ich als absolut gelungen. Besonders gut gefällt mir die Bühne, die ohne Gitter und Schutz keine physische Barriere schafft und die musikalische Darbietung dadurch viel nah- und erlebbarer macht. Dazu sei nochmals der wirklich sehr gute Sound erwähnt. Gute Musiker, gute Organisation und gute Bandauswahl. Meine ganze Crew war total begeistert und das zu Recht.

 

(Text/Pix: O_v_O)

 

 


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