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Rock Hard Festival 2013

Rock Hard Festival 2013

17.-19.5.13 - Gelsenkirchen, Amphitheater

 

 

images/live-pic/2013_06/RHF-Titelfoto.JPGIch gestehe: Trotzdem das Rock Hard Festival bereits seit 2003 besteht, war es mein erstes, da ich an Pfingsten gewöhnlich in Leipzig der Schwarzkunst fröne. Doch wenn der König sich zeigt, hat das gemeine Volk natürlich zu erscheinen. Neben King Diamond gab es an diesen drei Tagen aber auch noch mehr interessante Bands zu bestaunen. Während Freitag und Samstag reichlich kalt waren, gab es am Sonntag dann endlich Sonnenschein, trocken war es aber fast durchgehend. Also nichts wie rein in die Meute, unterstützt von einigen weiteren Totentanz-Knappen. (Till)

 

 

 

Freitag, 17.5.13

 

Hellish Crossfire

 

Götz als Ansager tat kund, es sei eine liebgewordene Tradition, das Rock Hard Festival mit einer Thrashband zu eröffnen. Nun, Hellish images/live-pic/2013_06/HellishCrossfire.JPGCrossfire sind dafür sicherlich nicht die schlechteste Wahl. Das Quartett aus Nürnberg ließ sich jedenfalls nicht lange bitten, knüppelte gut daher und lockte schon mal so manchen Kuttenträger vor die Bühne. War auf jeden Fall eine recht gute Sache, auch wenn Hellish Crossfire halt auch nur eine vieler Retrorumpelbands sind. Nichts was man sich unbedingt in die Sammlung holen müßte, live aber durchaus fein und ein guter Auftakt. (Till)

 

 

images/live-pic/2013_06/Fleshcrawl.JPGFleshcrawl

 

Reines schwedisches Blut aus schwäbischen Landen anschließend…mit Fleshcrawl gab sich die neben Necrophagist wohl beste deutsche Death Metal-Band die Ehre, wobei beide Truppen natürlich stilistisch kaum etwas gemein haben. Technisch und progressiv sind Fleshcrawl nämlich nicht, aber deswegen lieben wir sie ja auch nicht – sondern weil ihr orthodoxer Death Metal schwedischer Schule einfach so verdammt authentisch und überzeugend ist. Viel Liveerfahrung hat aus der Truppe eine unschlagbare Kampfmaschine werden lassen, die heute alles kurz und klein schlug. „As blood rains from the sky“ war der passende Opener, des weiteren spielte man u.a. „Made of flesh“, „Flesh bloody flesh“ „Structures of death“, „Soulskinner“ und „Into the fire of hell“. Der Auftritt war großartig; Fleshcrawl waren heute genau die Abrißbirne, die ich wollte und brauchte. Mit dem obligatorischen Carnage-Cover „The day man lost“ wurde der Gig beendet. Tagessieger: Ganz klar Fleshcrawl! (Till)

 

 

Denial Of Godimages/live-pic/2013_06/DenialOfGod.JPG

 

Daß Denial Of God da nicht ganz würden mithalten können war irgendwie klar, aber schlecht war ihr Auftritt keineswegs. Nur eben nicht so kraftvoll und überzeugend. Die Dänen lassen sich ja nicht so häufig auf Bühnen blicken, aber ihr eher gebremster Black Metal hatte auch heute seinen Reiz. Mit „Funeral“ und „Behind the coffin’s lid“ gelang ein ordentlicher Auftakt, mit „The book of Oiufael“, „The cursed chamber“ und „Robbing the grave of the priest“ ging es weiter – in einem Club kann sich derartige Musik natürlich besser entfalten, an der frischen Luft klappt das trotz der alles andere als sommerlichen Temperaturen nicht so gut. Aber ein amtlicher Auftritt war es auf jeden Fall, und als es mit „Black dethe“ zu Ende ging, hatten sich Denial Of God den Applaus vollkommen verdient. (Till)

 

 

images/live-pic/2013_06/AshesOfAres.JPGAshes Of Ares

 

Audrey Horne waren meine Pause für heute, zu Ashes Of Ares befand sich der Chronist dann wieder vor der Bühne, um Zeuge der Rückkehr des Herrn Barlow zu werden. Die Leistungen der Instrumentalisten sollten nicht geschmälert werden, aber in erster Linie wollten doch alle den singenden Polizisten hören und sehen, was sich in unablässigen „Barlow“-Chören zwischen den Songs äußerte. Verdientermaßen, denn daß er nach wie vor ein brillanter Sänger ist, bewies er deutlich; sein etwas distanziertes Auftreten war verzeihlich, denn stimmlich hat er nichts verlernt; es war ein Genuß, ihm zuzuhören. Songtechnisch hingegen waren Ashes Of Ares weniger begeisternd. Für die Entscheidung, ausschließlich neue Songs zu präsentieren und sich nicht auf die Klassiker der eigenen Ex-Bands Iced Earth und Nevermore zu verlassen, verdienten sie Respekt, aber mangels Veröffentlichung waren die Stücke natürlich noch niemandem bekannt. Und so recht überzeugen konnten sie auch nicht. War schon alles ganz in Ordnung, aber ein potentieller Klassiker war nicht zu hören. So oblag es Matt Barlow, mit seiner Wunderstimme den Gig zu retten. War insofern schon sehenswert, aber ich bezweifle, daß Ashes Of Ares einen prägenden Abdruck in der Metalgeschichte hinterlassen werden. Heute waren sie im Billing jedenfalls zu hoch angesetzt. (Till)

 

 

U.D.O.images/live-pic/2013_06/UDO.JPG

 

Als der deutsche Panzer auf die Bühne rollte, kam dann richtig Leben ins Theater. U.D.O. waren die Band, die die Meute sehen wollte – schnörkelloser Geradeaus-Metal, makellos und professionell dargeboten. Die Bühnenshow wirkte zwar deutlich eingeübt, aber darüber konnte man durchaus hinwegsehen, da die Musik stimmte. Meine letzte U.D.O.-Show war auf irgendeinem Bang Your Head, als fast ausschließlich Accept-Klassiker gespielt wurden, jeder mit einem ellenlangen Mitsingpart gestreckt. Ging mir reichlich auf den Sack, heute war das anders, schließlich gibt es Accept anderweitig wieder, und man will sich wohl nicht nachsagen lassen, lediglich von der Vergangenheit zu leben. U.D.O. verließen sich beinahe ausschließlich auf Songs der eigenen Band. „Steelhammer“, „Metal machine“, „Animal house“, „They want war“, „Timebomb“, „Man and machine“, „24/7“, war schon ziemlich geil. Dazu „Head over heels“ und „Screaming for a lovebite“ sowie einige Soli an Drums und Gitarren, schließlich ist Herr Dirkschneider mittlerweile 61 und braucht auch mal seine Pausen. Die Stimmung war jedenfalls bombig, die Band sehr gut in Form, U.D.O. waren ein würdiger Headliner. Als als Zugaben doch noch „Metal heart“ und das unvermeidliche „Balls to the wall“ ausgepackt wurden, stand das Amphitheater standesgemäß Kopf; schöner Abschluß des ersten Tages. (Till) 

 

 

 

Samstag, 18.5.13

 

images/live-pic/2013_06/Slingblade.JPGSlingblade

 

Zugegeben, mir waren die Opener des Samstags nicht bekannt, einige Bekannte empfahlen wie mir jedoch dringend. Was nicht verkehrt war – Slingblade war die Nervosität und mangelnde Erfahrung deutlich anzumerken, man kam aber sauber und ohne größere Patzer durch das Set. Musikalisch gab es ebenfalls keinen Grund zur Klage; der traditionelle Metal der Band stellte einen angenehmen Weckruf dar und brachte das Publikum schon ein wenig in Wallung. Was bei den weiterhin vorherrschenden alles andere als sommerlichen Temperaturen auch notwendig war, die Eisheiligen ließen schön grüßen. Und Slingblade brannten sich mir nicht als Newcomer des Jahrzehnts ein, aber über einen Kauf des bislang einzigen Albums kann man schon mal nachdenken. Ihre Rolle als Opener des zweiten Festivaltages erfüllten sie jedenfalls zur allgemeinen Zufriedenheit. (Till)

 

 

Horisontimages/live-pic/2013_06/Horisont.JPG

 

Dann kam das Grauen. Beim Hammer Of Doom hatte ich den Horisont-Auftritt zur Nahrungsaufnahme genutzt, heute wollte ich mir das mal geben. Naja, die Musik war einschläfernd langweilig, hier stand die 345ste Kiffertruppe mit Schlaghosen und Schnauzbärten auf der Bühne, reichte schon zur Disqualifikation. Richtig schrecklich wurde es dann, als der Sänger zum Mikro griff und mit seinem hohen Gejaule derart die Nerven strapazierte, daß ich beim Ende des zweiten Songs schon das Theater fluchtartig verlassen hatte. Euer Chronist hat ja ein ausgesprochenes Faible für extremen Gesang in hohen Lagen – King Diamond, John Arch, John Cyriis, Midnight, alles Klasse. Horisont hingegen waren einfach nur schlecht und ganz klar der Tiefpunkt des Festivals. (Till)

 

 

images/live-pic/2013_06/Mustasch.JPGMustasch

 

Wie man ordentlich rockt, zeigten anschließend die Landsleute von Mustasch, die mit „Black city“ einen Einstand nach Maß hinlegten. Die dritte schwedische Band hintereinander überzeugte durch eine sympathische Bühnenpräsenz, ein paar Kostproben besten Schuldeutschs und natürlich ihre Musik, die dem Publikum genauso in den Arsch trat, wie es das brauchte. Mustasch sind einfach eine Liveband par excellence, was in einem mitreißenden Gig resultierte, welcher eines der Tageshighlights darstellte. Die tighte Performance, die humorvollen Ansagen und die Songs waren nach Horisont eine schiere Erlösung, hier war der Heavy Metal wieder in Ordnung. (Till)

 

 

Desasterimages/live-pic/2013_06/Desaster.JPG

 

Zum Auftritt der Koblenzer versammelten sich alle Kuttenträger in den vordersten Reihen, dann brach das Desaster los. Black Thrash Metal hat einen Namen, und der wurde heute einmal mehr bravourös verteidigt. Ob „Teutonic steel“, „The art of destruction“ oder „Metalized blood“, der Rumpelhammer wurde fleißig geschwungen. Desaster sind keine filigrane Band und werden nie einen Technikpreis einheimsen, aber für einen düsteren Old-School-Auftritt gibt es wenig besseres. Welch Ironie daß ausgerechnet bei diesem Gig sich erstmalig bei diesem Festival die Sonne blicken ließ, wenn auch nur eine kurze Weile. Der Stimmung tat dies jedenfalls keinen Abbruch, Desaster zementierten ihren guten Liveruf und konnten voll und ganz überzeugen – wie immer halt. Und deshalb gehe ich gerne immer wieder hin. (Till)

 

 

images/live-pic/2013_06/Naglfar.JPGNaglfar

 

Deutlich ohrenfeundlicher gaben sich dann Naglfar. Ihr Black Metal lebt ja bei aller Aggression, Misanthropie und Schwärze nicht zuletzt von den unwiderstehlichen Melodien, und deren dunklem Zauber konnte sich heute keiner entziehen. „Pale horse“ eröffnete den Reigen, „The darkest road“ und „Bring out your dead“ kamen danach, bevor Naglfar bereits einen ihrer größten Klassiker auspackten: „I am vengeance“ ließ jegliche Zurückhaltung im Nu zusammenbrechen. Das Quintett gab sich energiegeladen und engagiert, die Stimmung war angemessen. Noch ein paar Songs, dann ging es mit „A swarm of plagues“ und dem grandiosen „Harvest“ in die Zielgerade. Während das Outro noch lief, starrte die Meute weiter fasziniert auf die Bühne, und man kann getrost davon ausgehen, daß Naglfar heute einige Seelen gefressen hatten. Es sei ihnen gegönnt. (Till)

 

 

Ensiferumimages/live-pic/2013_06/Ensiferum.JPG

 

Richtig stieg die Stimmung dann bei Ensiferum; heldenhafte Melodien aus Finnland kommen live halt immer gut, und noch dazu kam die Sonne jetzt richtig raus. Das setzte ungeahnte Energie frei, so daß die Crowdsurfer wie die Fliegen gen Bühne strebten und die Security alle Hände voll zu tun hatte. Zu der Truppe läßt sich aber auch immer gut abgehen – ob „Guardians of fate“, „Twilight tavern“, „Stone cold metal“, „Retribution shall be mine“ oder der Abschlußklassiker „Iron“, die Songs der Finnen kann man immer gut feiern. Ensiferum boten ein gewohntes Bild auf der Bühne, spielten tight und zumindest teilweise begeistert auf. Es wurde fleißig gebangt, der Bassist trieb sich auch schon mal im Fotograben herum, lediglich Petri Lindroos wirkt eigentlich nie, als habe er Spaß auf der Bühne. Aber ich habe ihn schon lustloser erlebt…insgesamt war’s ein überraschungsfreier, dafür aber solider und lohnender Auftritt. (Till)

 

 

D.A.D.

 

Dass die Dänen immer wieder Garant für exzellente Partylaune sind, zeigte man auch heuer wieder auf dem Rock Hard Festival. Da viele der sich im diesjährigen Billing befindlichen Bands doch "recht ernst" ihre Gigs abrissen, wirkten D.A.D. wie ein Jungbrunnen für die heitere Seite in jedem Metaller. Hit auf Hit, Gag auf Gag, Bürgermeister auf Bürgermeister - so muss es sein. Selbst die technischen Problemchen zu Beginn des Sets waren da schnell zu verschmerzen. Neben einigen Pyroeffekten hatte das Quartett auch den leuchtenden Rinderschädel und das nach vorne gekippte Schlagzeug am Start und dazu natürlich die verschiedensten Modelle der Stig Pedersen Bässe - gepaart mit unsterblichen Rock'n'Rollern wie "Sleeping My Day Away". Bei solch einer kurzweiligen Show läuft das Bier gleich doppelt so gut und nahezu das gesamte Amphitheater nahm die Partyeinladung von Jesper Binzer & Co. an. Highlight! (Hansy)

 

 

images/live-pic/2013_06/Queensryche.JPGQueensryche

 

Für die meisten der Anwesenden war vorher schon klar, dass diese Version von Queensryche die weitaus authentischere und vor allem metallischere Variante sein würde. Und wer mit Neu-Sänger Todd La Torre bereits durch Crimson Glory-Auftritte vertraut war und sich vorab im Internet über die mögliche Setlist des heutigen Abends informierte, wußte, dass das Rock Hard hier definitiv auf das richtige Pferd gesetzt hatte. Dem fulminanten Einstieg mit "Queen Of The Reich" folgte "Speak" und der "Rage For Order"-Knaller "Walk In The Shadows" und sofort war auch der letzte Zweifler überzeugt. Dass man während des Sets dann unvergleichliche und durch müde Live-Shows in den letzten Jahren fast schon vergessene Perlen wie "En Force", "Child Of Fire", "Warning" oder "Roads To Madness"  brachte, verzückte nicht nur den Schreiber dieser Zeilen im höchsten Maße. Die neuen Songs "Fallout" und "Redemption" möchte ich in diesem Zusammenhang unkommentiert lassen, denn eine Beurteilung nach erstmaligem Hören inmitten dieser US-Power-Metal-Klassiker könnte niemals fair ausfallen. "Eyes Of A Stranger" bildete den Abschluss, bevor Todd La Torre - stets publikumsnah, aktiv und gesanglich on the top - die Zugaben "Take Hold Of The Flame" und "Empire" einläutete. So stark waren Queensryche seit über zwei Jahrzehnten definitiv nicht mehr. Mehr davon! And who the fuck is Geoff Tate? (Hansy)

 

 

Sonntag, 19.5.13

 

Atticimages/live-pic/2013_06/Attic.JPG

 

Anscheinend wurden sämtliche Festivalveranstalter dieses Jahr mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen, Attic zu buchen, jedenfalls taucht die Band heuer auf wirklich jedem Billing auf. So wurde also der dritte Tag von den Newcomern und Lokalhelden eröffnet. Es war deutlich sonniger und wärmer als an den Vortagen, was natürlich eine willkommene Abwechslung darstellte, zum düsteren Konzept der Band aber nur bedingt paßt. Los ging’s wie gewohnt mit „Funeral in the woods“, leider begleitet von einer öfters ausfallenden Gitarre. Egal, ab dem zweiten Stück paßte der Sound und das Publikum konnte standesgemäß eingeladen werden, sich dem Zirkel Attics anzuschließen („Join the coven“). Zuviel Originalität kann man dem Fünfer ja nun wirklich nicht vorwerfen; gesanglich und konzeptionell sind Attic eine Mercyful Fate-Kopie hoch zehn und noch dreister als Portrait oder In Solitude. Musikalisch hingegen ist man deutlich straighter unterwegs, aber das ist ja nun auch nicht verkehrt. Mir gefällt es jedenfalls, was die Band so treibt, und die Resonanzen des Publikums waren auch zu dieser Uhrzeit schon entsprechend gut. (Till)

 

 

images/live-pic/2013_06/GospelOfTheHorns.JPGGospel Of The Horns

 

Noch nicht live gesehen hatte ich Gospel Of The Horns und bin auch nicht sehr detailliert mit dem Material vertraut. Natürlich war so mancher Kuttenträger da versierter und feierte die Thrasher begeistert ab, mir hingegen gab der Auftritt nicht viel. War durchaus in Ordnung, aber es gibt halt zahlreiche interessantere Bands dieser Steelrichtung, so daß Gospel für mich eher ein angenehmes Hintergrundgeballer waren. Jedenfalls ließen mich die Riffs nicht besonders aufhorchen. Nach dem Gig war das Festival aber mit Sicherheit bis auf den letzten Mann wach. (Till)

 

 

Orden Oganimages/live-pic/2013_06/OrdenOgan.JPG

 

Das erste Tageshighlight für mich stand anschließend mit Orden Ogan auf dem Programm. Hier gab es technisch versierten, mitreißenden Power Metal deutscher Prägung – genau die Musik, welche dem Teil des Publikums, welcher vorher noch zu Gospel gebangt hatte, vermutlich die Schuhe auszieht. Das Outfit der Band finde ich ja immer etwas merkwürdig, Mad Max läßt grüßen – aber musikalisch war es umso begeisternder. Der Beginn mit „We are pirates!“ war optimal gewählt, weiteres Material war u.a. „To new shores of sadness“, „The lords of the flies“, “This world of ice” und “To the end”. Leider fielen einige meiner Lieblingssongs unter den Tisch, ich hätte jedenfalls gerne noch “Easton Hope”, “Requiem” oder “Nobody leaves” gehört, aber alles geht halt nicht, und insgesamt konnte man Orden Ogan von der Songauswahl her auch keinen Vorwurf machen. Nicht zu vergessen, daß man hinterher wußte, wie man als Pirat für ein Foto zu posieren hat (Hand aufs Auge und „Arrr!“ gröhlen). Geiler Auftritt, geile Band, hoffentlich bald mal als Headliner. (Till)

 

 

images/live-pic/2013_06/Orchid.JPGOrchid

 

Orchid werden derzeit viel gelobt und als legitime Black Sabbath-Nachfolger gehandelt. Aha…nun, die Musik der Band hat durchaus ein paar Sabbath-Anleihen, aber es ist halt doch weniger Metal als vielmehr 70er-Rock. Und das nicht einmal besonders gut. Mich brachte das Gedudel der Blumenkinder schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, und als nach drei Songs immer noch keine interessante Idee erklungen war, verließ ich gelangweilt den Ort des Geschehens. Nicht so grottenschlecht wie Horisont, aber eine zweite Begegnung mit Orchid brauche ich auch nicht. (Till)

 

 

Tank

 

Auf die legendären Briten hatte ich mich besonders gefreut, gefallen mir die zwei Alben der "Doogie White Ära" doch sehr gut und anhand einer Live DVD konnte ich mich auch davon überzeugen das der ex Rainbow Sänger die alten Hits der "Algy Ward Ära" gut rüberbringt. Doch leider konnte Doogie grade nicht mit Tank touren und somit entschlossen sich die Herren den ex Dragonforce Shouter ZP Theart als Aushilfe zu verpflichten. Da war Skepsis angesagt, ZP ist kein Schlechter, aber ich bezweifelte dass er das so gut lösen kann. Die Band legte kräftig und voller Elan los und die Gitarrenhelden Tucker und Evans zimmerten ihre schweren Riffs ins sonnige Rund des Amphitheaters. ZP gab sich alle Mühe und es fiel auf dass er, aufgrund seiner eher melodischen Stimmlage, eher mit den neueren Tracks von den "War Nation" und "War Machine" Alben zurechtkam. Das alte Zeug wie "Echoes of a distant Battle" oder "This Means War" passte meiner Meinung nach nicht so gut zu ihm. Dennoch kann man sagen dass Tank ganz gut waren und die Reaktionen im Publikum ordentlich. Mit Doogie White wäre es aber bestimmt ein cooleres Happening gewesen und vielleicht wäre dann auch mein Fave Song "The War drags ever on" in der Setlist gewesen...hope to see you again soon. (Arno)

 

 

Thresholdimages/live-pic/2013_06/Threshold.JPG

 

Wer meinen Threshold-Bericht von der Tour gelesen hat, wird nachvollziehen können, mit welcher Euphorie ich dem Auftritt der Proggies entgegenfieberte – und es dürfte klar sein, daß sie nicht enttäuschten. Klar, Progressive Metal ist nicht gerade die ideale Festivalmusik, demzufolge war der Großteil des Publikums nicht gerade am ausrasten, aber überzeugen konnten Threshold ohne wenn und aber. Mit „Mission profile“ und „Don’t look down“ gelang ein Aufschlag nach Maß, und gleich beim zweiten Song zeigte sich Damian Wilson sehr bewegungsbedürftig, als er während einer längeren Instrumentalpassage mal eben das komplette Amphitheater hochrannte. Überhaupt, Wilson: Einen besseren Frontmann kann man sich in diesem Genre wohl kaum vorstellen, denn der Mann sang nicht nur großartig sondern zeigte auch wie immer eine überaus sympathische und fannahe Ausstrahlung. Auch der Rest der Band gab sich sehr spielfreudig und war äußerst gut in Form, so daß Threshold mit ihrem Gig eines der Festivalhighlights hinlegten. Zu kritisieren wäre einzig die Tatsache, daß „The Rubicon“, eigentlich prädestiniert als Abschlußsong, in die Mitte des Sets gepackt wurde, eingebettet zwischen „Ashes“, „Light and space“, „Pilot in the sky of dreams“ und den Closer „Slipstream“. Da hätten Threshold beim Notieren der Setlist ein wenig mehr Feingefühl beweisen können, aber das war ein Tropfen auf einem ansonsten sehr heißen Stein voller Begeisterung. (Till)

 

 

images/live-pic/2013_06/Sepultura.JPGSepultura

 

Puh, Sepultura…ich glaube, keiner anderen Band sah ich mit derart gemischten Gefühlen entgegen. Zwar liebe ich die alten Alben bis „Chaos A.D.“ uneingeschränkt, insbesondere „Arise“ bleibt das beste Thrash-Album überhaupt – da kamen Slayer oder Exodus nie dran. Aber seitdem hat der Zahn der Zeit doch heftig an der Band genagt, ich hatte sie seit elf Jahren nicht mehr live gesehen…nun, was passierte? Der Einstieg war mit „Troops of doom“ nahezu perfekt, es blieb allerdings auch das einzige Stück aus der Frühphase. Ansonsten bemühten sich Sepultura, möglichst viel eigene Geschichte abzudecken, so gab es neben den Thrashhämmern „Arise“ und „Altered state“ auch Mittneunziger-Material zu hören („Refuse/Resist“, „Territory“, „Ratamahatta“, „Roots bloody roots“), die restlichen Songs entstammten der Derrick-Green-Ära. Nun gut, Greens Gesang wirkt bei den älteren Stücken immer noch nicht so recht passend, die zweite Gitarre fehlt, trotzdem konnte das ganz gut gefallen, was da von der Bühne kam. Zudem sind Sepultura natürlich eine absolute Liveband, welche dem Publikum ordentlich einheizte und jede Menge Kraftreserven abverlangte. Ich hatte nicht viele Erwartungen an den Gig, dementsprechend wurde ich nicht enttäuscht und konnte doch mal wieder in ein paar Erinnerungen schwelgen, als Sepultura noch die beste Thrashband der Welt waren. (Till)

 

 

King Diamondimages/live-pic/2013_06/KingDiamond.JPG

 

Als Rock Hard Chefredakteur Götz Kühnemund vor ein paar Jahren den Dänenkönig in Dallas / USA besuchte und interviewte, versprach der zu der Zeit gesundheitlich angeschlagene Sänger dass er auf dem Rock Hard Festival spielen wird sobald er genesen sei. Jetzt 2013 konnte dies dann endlich realisiert werden. Die große Bühne mit Laufstegen, Balkon und Gitterstäben am Bühnenrand wurde aufgebaut und die Band legte gleich imposant mit „The Candle“ los. Ohh was für ein geiles Bühnenbild und was für eine Gänsehaut! Dann kam der Maestro raus und war hervorragend bei Stimme! Knochenkreuz Mikro, Make Up – alles da! Es folgte Klassiker an Klassiker, ich sag nur „Sleepless Nights“, „Welcome Home“, „Eye of the Witch“und sogar „Come to the Sabbath“ und „Evil“ von Mercyful Fate, der früheren Band des Kings. Die Musiker um Ur-Gitarrist Andy La Rocque (der bei der Bandvorstellung besonders viel Applaus bekam) waren in Top Form und es passte jeder Ton. Des weiteren hatte der in USA lebende Däne seine Frau Livia als Background Sängerin bzw. Akteurin dabei und weitere Helfer die „Grandma“ oder „Missy“ darstellten. Toll! Ein wahres Horrorshow Programm. Irgendwie wachsen manche Bands auf dem Rock Hard Festival über sich hinaus. Ich hab z.B. Immortal und Bolt Thrower nie spektakulärer als in Gelsenkirchen gesehen. Selbiges gilt nun auch für King Diamond – der war hier einfach perfekt und wird uns hoffentlich bald mit neuer CD und Tournee beglücken. So endete das 2013er Rock Hard Open Air mit einem Gig an den man sich noch lange erinnern wird. Gratulation an die Jungs - es war wieder sehr schön bei euch! (Arno)

 

 

Fotos: Till


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