Stormkeep – The Nocturnes Of IswylmStormkeep – The Nocturnes Of Iswylm
(Vesperian)

 

"Tales Of Othertime", das erste Album der amerikanischen Black-Metal-Band, war ein Knaller. Noch nie gelang es einer Band so leicht, die Atmosphäre von epischem europäischem Power Metal – man denke an Rhapsody – und orchestrischem norwegischem Black Metal mittlerer Prägung (hallo Dimmu Borgir) unter einen Hut zu bringen. Eingebettet in ein Fantasy-Konzept und aufgelockert durch kleine Dungeon-Synth-Einlagen bekam man als Fan ein wunderbares Album geboten.

 

Nun erscheint gut fünf Jahre später mit "The Nocturnes Of Iswylm" der langersehnte Nachfolger. Am Grundkonzept hat sich dabei einiges geändert. Noch immer orientieren sich Otheyn Vermithrax aka. Isaac Faulk (Blood Incantation) und seine drei Mitstreiter am melodischen Black Metal. Dungeon Synth findet jedoch kaum noch Raum, und auch das stringente, aufregende Songwriting des Debüts ist ausladenden Keyboardflächen gewichen.

Während sich die eröffnende Power-Metal-Nummer "The Taste Of Immortal Blood" als Black-Metal-Song tarnt, biegt "The Black Dragons Of Iswylm" auf die "Spiritual Black Dimensions"-Gerade ein, die in "Saccharine Subjugation" konsequent weiter befahren wird. "Imperious Sanguine Eroticism" ist wohl das ungewöhnlichste Stück des Albums, wird hier das Tempo doch deutlich reduziert und stark auf den Kontrast zwischen Klar- und Kreischgesang gesetzt. Das galoppierende "Echoes In The Vasts Of Sequestration" hätte dagegen ebenso gut auf dem Debüt Platz finden können. Kompakt und treffsicher zählt es zu den besten Liedern des Albums. Mit "Ballad Of A Fallen Star" schließen STORMKEEP das Werk melancholisch, getragen und mit viel Klargesang ab. Setzte die Band auf "Tales Of Othertime" hierfür noch auf Shield Anvil aka. Jake Rogers (Visigoth), übernimmt Otheyn Vermithrax diese Aufgabe auf "The Nocturnes Of Iswylm" selbst. An Rogers' epische Darbietung reicht er dabei allerdings nur selten heran.

 

"The Nocturnes Of Iswylm" ist im Vergleich zum Erstling ein deutlich vielfältigeres Album geworden. STORMKEEP decken nahezu jede mit Black Metal assoziierte Spielart ab. Wirklich neu klingt dabei allerdings wenig. So aufregend und mitreißend wie "Tales Of Othertime" ist das Zweitwerk ebenfalls nicht geraten. Trotzdem bleibt unter dem Strich guter melodischer Retro-Black-Metal, der aus meiner Sicht zudem wesentlich stringenter wirkt als das vielerorts gelobte letzte Album von WORM.



(Manuel)

The Nocturnes Of Iswylm | Stormkeep


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