Solemnity – Opus Barbaricum

Melancholost – Tales From The Poisoned Apple

(Solemnity Music/HOFA)

 

Ein Doppelreview zu zwei komplett unterschiedlichen Bands? Mag zunächst so erscheinen, es gibt aber Erklärungen dafür.

Bei beiden „Bands“ handelt es sich um den Alleingang von „Sven The Axe“. Ganz ehrlich, würde man zumindest über Solemnity im Netz nicht alte Reviews finden, und diese durchaus sehr positiv, man könnte meinen, die Plattenfirma erlaubt sich hier einen Scherz mit fiktiven Musikern die zwei KI generierte Alben rauslassen.

 

Aber zumindest Keep it True Gänger oder auch Besucher des HOA im Norden dürfte die Band schonmal live gesehen haben. Im Infotext steht zwar viel drüber, wie großartig diese Band mal war und was sie alles geleistet hat, über vergangene Mitmusiker ist aber nichts zu lesen, sodass man bezweifeln kann, dass es sich bei den Live Auftritten um echte Bands sondern eher um Mitmusiker und den ominösen Sven handelt.

 

Bei Melancholost wird es noch lustiger, erwähnt das Infoblatt, dass zwei Freunde Schlagzeug und Keyboards eingespielt hätten, diese aber anonym bleiben wollen. Die Anonymität wird dann etwas weiter unten unterstrichen, indem man diese mit Richard The Sword und Alexander The Shield benennt. Is klar, Sven The Axe möchte hingegen nicht anonym bleiben und braucht kein Pseudonym.

Jetzt gab und gibt es ja immer wieder Bands, die sich hinter Masken und Namen verschanzen und mal ist das lustig, mal soll es mystisch sein und immer aber Aufmerksamkeit erregen. Bei manchen mag das auch funktionieren, wenn die Albernheit aber Überhand gewinnt, da einem die Chose bierernst verkauft wird, dann geht’s leider nur in Kopfschütteln über.

 

Man merkt, zu viel unnötiger und blödsinniger Firlefanz lenkt dann vom wesentlichen ab um das es gehen sollte: die Musik.

Auf dem Opus geht es typisch Power Metal mäßig zu, hymnisch, heroisch, zu 100 Prozent exakte Doublebass Progr…äh drumming, Sabatöne, Powerwölfe, Döminums oder Schlachtbiester lassen grüßen. Ihr wisst schon. Beschrieben wird dies mit Horror Metal, ja, das beschreibt natürlich keinen Stil sondern die Ästhetik und Texte. Moderner 0815 Power Metal triffts eher.


Die Geschichten vom Apfel sind dann etwas gediegener, die Gitarren noch künstlicher (neuere Live Auftritte von J.B.O. lassen grüßen, eben kein Verstärker mehr, sondern künstlich elektrisch geht ja alles genauso gut, nur günstiger *hüstel*). Hymnisch geht’s auch hier zu, die Stimmung ist durch manche Orgeleinsätze o.ä. sogar eigentlich noch mehr am Horror Metal dran, wenn es denn ein solches Genre mit Musik zu befüttern gäbe. Beim schnellen durchskippen der Songs fällt auf, man kann diese echt nur auseinander halten, sollte man sich das Album ca. 20-mal anhören. Wären dann halt 300 Lieder. Viel Spaß.

 

Soweit so gut? Das Solemnity Album weist 17 Songs auf, das Melancholost 15. Da kommt also jemand nach Jahren aus der Versenkung und schreibt im Alleingang (und spielt ja auch fast im Alleingang alles ein, warum die anonymen Freunde nicht beim Barbarischen Opus mitspielen durften weiß man nicht, denn hier wird niemand sonst erwähnt) mal flux 32 Songs. Zack. Multinaturtalent. Solls geben. KI gibt’s auch. Seltsam, welch ein Zufall dass solche Großtaten nach Jahren der Untätigkeit auf einmal rauskommen.

 

Beweisen kann man hier natürlich nix, wen soll man denn da auch drauf ansprechen und wieviel Wahrheitsgehalt will man unter diesem Tammtamm auch erwarten? Das menschliche Gehör ist bei KI leider auch noch zu unerfahren, man sieht hier leider nicht den sechsten Finger oder fehlenden Schatten, aber man hat ein Gespür. Und das sagt mir, kein Bock auf so was in einer Zeit, in der es eh zu viel von allem gibt und jeder denkt, nur weil er technische Möglichkeiten hat, sei er der Superstar unterm Himmel. Sorry, gute Musik entsteht immer dann, wenn die Musiker Herzblut und echte Gefühle einbringen. Und in fast 100% der Fälle mit weiteren ECHTEN Mitmusikern im Austausch (Ausnahmen wie zuletzt Paradox oder früher mal  Annihilator bestätigen die Regel). Davon sind wir mit Axt, Schwert und Schild hier meilenweit entfernt.

 

(Röbin)

 

https://www.solemnity.de/01_main_ger.html

 

(Randinfo: versucht man eine Homepage von Melancholost zu finden, könnte man über links von der Band Solemnity drauf verweisen. Klickt man aber diesen an, gelangt man auf eine Seite eines Frank Pane, der sich als Oberkörper freier Gitarrist räkelnd auf einer Couch wiederfindet und erzählt, was er so alles getrieben hat (u.a. Bonfire). Er selbst erwähnt keine dieser hier betreffenden Bands. Unter dem eigentlichen Band-Link wird hingegen direkt auf die Seite von Frank verwiesen, der andere Projekte habe und als „Solemnity-Gitarren-Helden“ dort benannt wird. Uff)

 

(Ein Doppel-Uff zum Schluss: in einem aktuellen Statement fabuliert die Axt was von Mächten und WHO usw die uns alle steuern. Man könne ihn Verschwörungstheoretiker nennen, er entgegne aber, er kenne die Nachrichten 5 Jahre im Voraus. Verdammte Axt im Wald, Prostmahlzeit und ein 5 faches Hallelujha. Jetz is aber wirklich Schluss (mit lustig))

 


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