UWE_LULIS_PROJECT-ANALOGUwe Lulis Project – Analog

Uwesen Records

 

Nach seinem Ausstieg bei Accept, kümmert sich Uwe Lulis nun um sein UWE LULIS PROJECT, das er während der Pandemie begonnen hatte. Hier geht der Gitarrist mit der Mega-Mähne nicht gerade den einfachen Weg. Weder, dass er bekannte Musiker um sich schart, um mit Namedropping mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, noch bedient er sein potenzielles Klientel aus der Grave Digger/Rebellion oder Accept Ecke. On Top kommt das Album noch über ein eigenes Label raus. Die Band besteht aus Bassist Cord Kunze, Schlagzeugerin Katharina Kunnert und Sänger Erdman Görg, die allesamt aus dem südhessischen Raum zwischen Marburg und Frankfurt kommen. Vor allem Sänger Erdmann Görg entpuppt sich auf dem Album als echter Glücksgriff.

Die Produktion des Albums ist, wie der Titel schon andeutet (und der Infozettel verspricht), ohne KI, E-Drums und komplett von Hand gespielt? Nun nicht ganz. Neben Gitarre, Vocals und Keyboards wird beim Mastermind auch „programming“ genannt. Denn der erste Song „You Don’t Know my Name“ beginnt direkt mit einem Drum-Loop und klingt eher etwas nach NDH. Im zweiten Song „Faust (To Hell And Back)“ gibt es Gastvocals von ASP, mit denen Uwe Lulis schon einmal gemeinsame Sache gemacht hat. Auch im weiteren Verlauf tragen Keyboards und vereinzelte Loops zum Sound des Albums bei und die Songtitel kokettieren ebenfalls etwas mit dem Düsterrock-Genre. Hat man diesen Überraschungsmoment und die ersten 3-4 Songs erst einmal hinter sich gelassen, bekommt das Album den Twist zu mehr klassischem Hardrock/Heavy Metal. Hier kann sich Sänger Erdmann Görg auf klassischem Rock /Metal Terrain richtig entfalten. „The Battle“, „Fireflies“ oder „The Emerald“ sind richtig starke Metal-Songs mit Hymnencharakter. Vor allem grooven die Songs klassisch und ohne viele Sperenzchen nach vorne, wie bei Accept einst im Mai. Das die Texte hier und da etwas kitschig („Lady Nosferatu“) oder etwas Hang zum Pathos (“Faust…“) haben ist geschenkt. Etwas mehr hätte es dagegen an der Gitarrenfront sein können. Uwe Lulis spielt meistens sehr songdienlich und lieber weniger als zu viel. Ein oder zwei Leads hätten gerne etwas auffälliger sein können und ein tieferer Griff in die Riff-Kiste hätte nicht geschadet. Unter dem Strich ein mutiges Album, mit ein paar Naja-Momenten und einer starken zweiten Hälfte.

 

(Schnuller)

 

https://www.uwelulisproject.de/

 


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