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Isole - DystopiaIsole - Dystopia

(Hammerheart Records)

Die schwedischen Atmospheric Progressive Doom Metaller ISOLE (was so viel bedeutet wie verlassen, einsam, isoliert) sind mir in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen, haben sie doch immer wieder aufgezeigt, wie einfach es doch ist, ein erstklassiges Album nach dem Anderen auf den vollkommen übersättigten Markt zu werfen. Trotz oder gerade weil sich die Fans der schwedischen Ausnahmeband seit dem grandiosen Vorgängeralbum "The Calm Hunter" nahezu fünf Jahre gedulden mussten, bis sie die Tage mit "Dystopia" endlich ein Follow-Up in den Händen halten können, verhält es sich mit diesem siebten Album der Band nicht anders. Ich muss an der Stelle allerdings auch zugeben, dass die Songs, aufgrund ihrer Komplexität, ihrer progressiven Ader und weil man nicht in erster Linie die Zugänglichkeit der Songs vordergründig behandeln wollte, anfangs leicht sperrig daherkommen und schon einige Durchgänge brauchen, um sich komplett entfalten zu können. Dann jedoch erhält man die ultimative Depressive Doom Metal Apotheose, die sich nachhaltig in den Hirnwindungen einnistet und mit jedem neuerlichen Durchgang weiteren Raum für Interpretationen schafft.
 
Doch nun zur Band und der musikalischen Ausrichtung des neuen Meisterwerks "Dystopia". ISOLE, die zum Teil aus Mitgliedern der Viking/Black Metaller EREB ALTOR bestehen, haben einen erhabenen, leicht progressiven, epischen und einfühlsamen Doom Metal Style am Start, der mit den göttlichen Gesängen der beiden Gitarristen Daniel Bryntse (lead vocals) und Crister Olsson (backing voclas), sowie des Bassisten Jimmy Mattsson (backing voclas) gesegnet ist. Düsternis, Schwere und "Melancholie durch Disharmonie" beherrschen seit jeher den Sound der Schweden, deren Wurzeln im klassischen Doom verankert sind. ©ISOLEMit einem hohen Wiedererkennungswert ausgestattet, schüttelt das Quartett aus Gävle, das von 1990 bis 2004 noch unter dem Banner FORLORN praktizierte, in 48:29 Minuten sieben markante und atmosphärische Tracks voller Leidenschaft und Gefühl aus dem Ärmel. Neben kleineren Exkursen in dramaturgische, furiose Ausbrüche sind es gänzlich nachdenkliche, zur Depression neigende Kompositionen mit einem enorm breitgefächerten Spannungsbogen, die aufrichtige Aufmerksamkeit von ihrem Auditorium einfordern, dabei aber zu keinem Zeitpunkt anstrengend werden. "Dystopia" ist also kein Album, dass sich zum einfach mal so nebenbei hören eignet.

 

Mystische Klangkosmen, sphärische, auch mal psychedelische Gitarrenwelten, schwermütige Riffs, facettenreich auf die Felle gedroschene, treibende Rhythmen und ansprechende, zu 99 % klar gesungene Passagen ziehen ihre anmutige Dreifaltigkeit aus einem bärenstarken Songwriting. Die arschtighte Gitarrenarbeit streichelt die Gehörgänge und ist ein wahrer Ohrenschmaus. Der Einsatz des Death Growlings ist noch weiter in den Hintergrund gerückt und macht ansonsten Platz für die, sich oftmals in Höhe, Ausmaß und Intensität steigernden cleanen, charismatischen Vocalperformances, in die Daniel Bryntse enorm viel Gefühl, wie auch Leidenschaft legt und mit denen ISOLE sprichwörtlich nach den Sternen greifen. Fast ausschließlich in englischer Sprache vorgetragen, merkt man an "Galenskapens Land" jedoch schnell, dass sich auch die eigene Landessprache bestens für die musikalischen Landschaften eignet, die ISOLE erschaffen.


Die schwedischen Progressive Doom Götter sind vielleicht ein wenig mit CANDLEMASS vergleichbar. Auch Einflüsse von KATATONIA oder OPETH könnten bei der Entstehung von "Dystopia" eine gewisse Rolle gespielt haben. Aufgenommen wurde das dystopische Opus passenderweise im Studio Apocalypse, in dem sich der ehemalige ISOLE-Schlagwerker, Klangtechniker und Langzeitproduzent Jonas Lindström abermals an einem soundtechnischen Entwurf von ISOLE austoben durfte. Das finale Mastering hingegen überließ man Mika Jussila (APOCALYPTICA, CHILDREN OF BODOM, EDGUY, FINNTROLL, LORDI, NIGHTWISH) in den Finnvox Studios. ISOLE haben gemeinsam mit ihrem Produzenten-Team die Spannung des Moments perfekt eingefangen und können mit "Dystopia" einmal mehr positive Akzente setzen. Das kreative und charismatische Album klingt auch entsprechend erwachsen und ausgereift. Es ist aber mehr die Resignation, als die Wut die anno 2019 aus der Musik der schwedischen Doom Metal ISOLE Institution spricht.


(Janko)
 
www.forevermore.se
https://www.facebook.com/Isoleofficial

 

 

Checkt die ersten beiden Tracks der Doom Götter:

Written In The Sand:
https://www.youtube.com/watch?v=PycqJjlxypM
 
Beyond The Horizon:
https://www.youtube.com/watch?v=rCalQO4xHe4


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