Aktuelles Magazin

Totentanz on
Totentanz Magazin bei Facebook

Aktuell sind 243 Gäste und keine Mitglieder online

Witchcraft - NucleusWitchcraft - Nucleus

(Nuclear Blast)

 

Wie immer man zu dem Retro-Trend der jüngeren Zeit steht – es gibt eine ganze Reihe von Bands, die beweisen, dass mit dieser Rückbesinnung eine extrem produktive Zeit im Rock bzw. Metal eingeleitet wurde. Wichtcraft sind eigentlich so eine Band, die zeigt, wie originell und kreativ 70er -Rock klingen kann. Während Witchcraft mit dem starken letzten Album nicht zuletzt auf Eingängigkeit setzten, schlagen sie mit „Nucleus“ allerdings einen ganz anderen Weg ein. Der Opener „Malstroem“ macht teilweise schon deutlich, wohin die Reise geht und weckt große Erwartungen: Ein episches, düsteres 8,5-Minuten-Monster, atmophärisch, überraschend und voller Tiefe. Die schleppenden Riffs, der grobkörnige Sound und der larmoyante, brüchige Gesang machen den Song zu einem lupenreinen und absolut mitreißenden Doomer. Hört man die Platte weiter, macht sich allerdings langsam Enttäuschung breit, denn das hohe Niveau des Openers können die meisten Songs bei weitem nicht halten: Ein durchgehendes Motiv dieser Platte ist nämlich die Zerfahrenheit und, man muss es so deutlich sagen, die Langeweile der Songs, die als Songs zum größten Teil einfach überhaupt nicht funktionieren: Die dauernden und völlig unmotivierten Tempowechsel in „Theory of Consequence“ und „The Obsessed“ machen diese Stücke vollkommen kaputt und werfen ernsthafte Fragen nach der songschreiberischen Ernsthaftigkeit auf; die meisten Riffs wirken mittelmäßig und irgendwie beliebig; und die zweite Hälfte des Titeltracks – sie ist sage und schreibe 7 Minuten lang – besteht aus einem einzigen Riff, das immer und immer wiederholt wird: Das ist dann auch beim größten Wohlwollen einfach zu viel des Guten. Besonders schade ist das alles angesichts der Tatsache, dass es mit dem Opener und dem folkig angehauchten, Jethro Tull-mäßigen „The Outcast“ zwei absolut geniale Songs auf der Platte gibt: Die Spannbreite könnte größer nicht sein, und so lässt diese irgendwie esoterische und zum Teil arg unausgegoren wirkende Platte den Hörer dann doch ziemlich ratlos zurück. Da kann man nur aufs nächste Album hoffen.

 

(Torsten)

 

https://www.facebook.com/witchcraft/

 

 


Musik News

Movie News