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Overkill, Destruction, Flotsam and Jetsam, Cronosphere (Frankfurt, Batschkapp, 17.03.2019)

Overkill, Destruction, Flotsam and Jetsam, Cronosphere (Frankfurt, Batschkapp, 17.03.2019)

 

Endlich mal wieder OVERKILL, endlich mal wieder die (nicht mehr ganz so) neue Batschkapp. Sonntagabend, da sollte doch die Anfahrt zur Location keine Probleme darstellen. Die Anfahrt war auch kein Problem, die Parkplatzsituation hingegen schon. Obwohl mitten im Industriegebiet gelegen, hat sich die Parkplatzsucherei als nervig und langwierig dargestellt. Aus eben diesem Grund wurde auch der Opener CHRONOSPHERE verpasst, weshalb über die Band an dieser Stelle leider nichts gesagt werden kann. Die schwierige Parkplatzsuche lässt allerdings auch schon vor betreten der Batschkapp erahnen, dass OVERKILL – trotz Sonntagabend - mal wieder mächtig Fans angezogen haben.

 

 

Flotsam and Jetsam

 

Mit den Amis FLOTSAM AND JETSAM hab ich mich nie sonderlich groß befasst. Einzelne Songs sind mir ein Begriff und auch, dass es die ehemalige Band des Ex-METALLICA Bassisten und Cliff Burton Nachfolger Jason Newsted ist, ist bekannt. Die Amis um den wirklich starken Sänger und Rampensau Eric A.K. haben mächtig Dampf in den Kesseln und haben starke 45 Minuten abgeliefert. Die Gäste in der vollen Batschkapp hatten sichtlich mindestens genauso großen Spaß wie die fünf Amis. Das Set war relativ Klassikerlastig (5 Songs von den ersten drei Alben). Guter Opener, dem ich sicherlich in Zukunft größere Aufmerksamkeit schenken werde.

                                                     

                                     

Destruction

 

DESTRUCTION – ein Part der Teutonic 4 – sehe ich das zweite Mal im Vorprogramm von OVERKILL. Wie auch beim ersten, bin ich auch dieses Mal nicht wirklich überzeugt von einer der dienstältesten deutschen Thrash Band. Keine Frage, DESTRUCTION ballern amtlich, sind hart und machen ihrem Namen alle Ehre, Schmier ist ein Hühne und eine imposante Erscheinung (noch viel mehr wenn er direkt neben Gitarristen Urgestein Mike steht) aber der Funke springt trotz Härte und Power einfach nicht auf mich über. Bei DESTRUCTION fehlt mir das gewisse etwas, das SODOM haben oder die eingängig brutale Härte die KREATOR mitbringen. Als ich dann noch Gerre von TANKARD im Publikum gesehen hab, dachte ich mir, dass es cooler gewesen wäre TANKARD vor heimischen Publikum als Opener für OVERKILL zu sehen. Mit der Meinung scheine ich allerdings relativ einsam zu sein, denn DESTRUCTION werden vom Publikum stark abgefeiert und die Moshpits waren über die kompletten 45 Minuten Spielzeit allgegenwärtig.

                                    

  

Overkill

 

OVERKILL – seit 39 Jahren am Start und kein bisschen leise. Mit im Gepäck haben die New Jersey Thrasher ihr neuestes – ihr 19. (!) - Studioalbum „The Wings Of War“. Für mich ist die Scheibe jetzt schon Kandidat für die Platte des Jahres 2019. Um so größer die Freude, die starken neuen Songs auch Live zu hören. Die Ungeduld wird immer größer je länger es dauert bis der Gig endlich losgeht. Um 22:15 (warum eigentlich so spät an einem Sonntagabend?) ertönt dann endlich das Intro zum Opener der neuen Scheibe „Last Man Standing“. Leider wird der Start soundtechnisch in den Sand gesetzt. Die Instrumente sind viel zu leise und das ohnehin schrille Organ von Bobby Blitz viel zu Laut und zu sehr im Vordergrund. Die Soundprobleme wurden allerdings schnell in den Griff bekommen und ab dem zweiten Song „Electric Rattlesnake“ war nicht nur Soundtechnisch alles im „grünen“ Bereich. Bobby Blitz und D.D. Verni hauen mit ihren Mitstreitern eine gute Mischung aus Klassikern und neuerem Material raus. Songs wie „Hello From The Gutter“, „Necroshine“, „Bastard Nation“, „Rotten To The Core“ oder natürlich „Fuck You“ dürfen einfach nicht fehlen. Von der neuen Scheibe finden außer dem bereits erwähnten Opener noch „Head Of A Pin“ und im Zugabenblock das grandiose „Welcome To The Garden State“ den Weg in die Setlist. Gerade letztgenannter Song ist auch Live absolut geil und wird sicherlich auch in Zukunft fester Bestandteil der Setlist bleiben. Schade, dass auf Klassikerseite „In Union We Stand“ gefehlt hat. Auch schade, dass nicht vielleicht noch 2-3 neue Tracks mehr Live zu hören waren. Songs wie „Bat Shit Crazy“, „A Mother´s Prayer“ oder auch „Hole In My Soul“ wären sicherlich Fett gekommen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. OVERKILL haben gezeigt, dass sie auch nach beinahe 4 Dekaden auf der Bühne noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Die Jungs aus New Jersey haben nicht nur geile Songs im Gepäck, sondern liefern auch mehr als nur 100% auf der Bühne.

Nach ziemlich genau 90 Minuten ist Feierabend und auch der noch verbliebene Rest (gerade im hinteren Drittel der Batschkapp haben doch recht viele Leute nach etwa einer Stunde Spielzeit das Konzert leider frühzeitig verlassen. Somit stellt sich nochmal die Frage, warum das Konzert an einem Sonntagabend nicht eine Stunde früher angesetzt wird?) des doch deutlich dezimierten Publikums geht mit dröhnenden Ohren in die frische Frankfurter Nachtluft. OVERKILL – war mal wieder sehr geil!

 

                                      

 

(Text/Pics: Zvonko)


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