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Lovebites, Dragonsfire (ASCHAFFENBURG 2018)

Lovebites, Dragonsfire

(19.11.2018 Aschaffenburg, Colossaal)

 

Der Manga-Boom der letzten Jahre hat sicherlich das allgemeine Interesse an der fernöstlichen (Pop-)Kultur in unseren Breitengraden angehoben. Spätestens mit dem Erfolg von Babymetal haben Nippon's Manager und Bands aus dem Metalbereich erkannt, dass der europäische Markt durchaus interessant sein kann. So haben in den letzten Monaten unter anderem Crossfaith, Bridear, Spyair und Lovebites, Dragonsfire (ASCHAFFENBURG 2018)Band-Maid die hiesigen Clubs aufgesucht. Und unzählige weitere Acts – auch gerne mit weiblicher Besetzung – stehen bereits in den Startlöchern und bringen durchaus einen frischen Wind – musikalisch wie optisch - in die doch etwas angestaubte europäische Szene.

 

An diesem Abend war aber zunächst kraftvoller Metal aus Südhessen angesagt und in diesem Falle muss ich sagen: Schande über mein Haupt, dass mir dieses Sextett bislang weitgehend entgangen ist. Dabei bringen einem Knaller wie „Speed Demon“ oder „The Heretic“ sofort gute Laune und fast alle Songs können im zweiten Refrain mitgebrüllt werden ohne auf irgendwelche infantilen Tralala-Melodien zurückgreifen zu müssen. Dass DRAGONSFIRE mittlerweile drei Gitarristen am Start haben und einen Sänger, der wie die Faust aufs Auge passt, rundet das Gesamtkonzept ab. Auch die Ode an den Äppelwoi – der fachgerecht aus einem Bembel in die vorderen Reihen verteilt wurde – macht die Jungs nur sympathischer.

 

Dann eröffneten LOVEBITES mit dem Intro „The Awakening“ und dem anschließenden speedigen Knaller „The Crusade“ ihren Set und sofort wurde klar, dass diese fünf Mädels nicht gekommen waren, um ihre hübschen Röckchen vorzuführen. Was hier geboten wurde, war Metal vom Feinsten, der alles von Maiden-Einflüßen über satten Power Metal bis hin zu Anleihen am Bay Area-Thrash beinhaltete. Technisch versiert wurden tonnenweise zweistimmige Gitarrenleads von Miyako und Midori raus gehauen, die Rhythmussektion (Haruna/Drums + Bandgründerin Miho am Bass) spielte auf den Punkt und Asami sang sich glasklar (wenn vielleicht auch für manchen im ersten Moment Lovebites, Dragonsfire (ASCHAFFENBURG 2018)etwas gewöhnungsbedürftig) durch einen tollen Set. Die Mädels – im übrigen erst 2016 in Tokio gegründet - hatten sichtlich Spaß auf der Bühne, feuerten sich gegenseitig an und ließen die Matten kreisen und natürlich sah das ganze in den kurzen weißen Röckchen auch extrem sexy aus. Bei den Ansagen kam dann wieder die mega-sympathische asiatische Bescheidenheit durch, als Asami verschmitzt lächelnd und mit fast piepsiger Stimme die nächste Nummer verkündete, um im Anschluss wieder die volle Power in ihre Performance zu legen. Mittlerweile hat sich Nuclear Blast in Europa dem Quintett angenommen und so darf man sich in Bälde auf „Rising“, „Shadowmaker“, „Edge Of The World“ oder „Bravehearted“ in CD-Format freuen. Live jedenfalls wurden daraus echte Brecher und ich habe keinen Zweifel daran, dass man LOVEBITES noch öfters über deutsche Bühnen fegen sehen wird.

 

(Text/Pix: Hansy)Lovebites, Dragonsfire (ASCHAFFENBURG 2018)


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