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Keep It True 2018

Tatort: Taubertal, Lauda-Königshofen, Ende April.

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Wie jedes Jahr sammeln sich Connaisseurs des klassischen Schwermetalls an diesem Idyllischen Schauplatz…

 

…zumindest zum größten Teil.

 

Es hat sich in den letzten 2-3 Jahren einiges geändert. Eine ganz natürliche Entwicklung, die jedes Festival mit der Zeit durchmacht. Einige Veränderungen sind nachzuvollziehen, gegen andere kann man nichts machen und nicht jeder kann sich durchgehend für alle Line-Ups begeistern. Anfangs konnte man natürlich aus einem großen Pool von Bands fischen und etliche alte Helden wieder ans Licht holen. Die ganz großen Überraschungen werden früher oder später rar und natürlich werden auch einige Bands wiederholt im Billing auftauchen. Durch die vergangenen Headliner waren die Erwartungen an HEAVY LOAD ziemlich hoch, vielleicht zu hoch? Aber ein Festival wie das KEEP IT TRUE steht und fällt natürlich nicht mit ‘dem einen‘ Headliner. Es ist eben ein Gesamtpaket für Kenner und Neugierige denen auch dieses Jahr viel Altes, ein wenig Unbekanntes und einiges Neues geboten wurde. Auf die organisatorischen Neuerungen werde ich am Ende des Berichtes etwas genauer eingehen. Am wichtigsten ist schließlich die Musik!

 

Hier der Bericht zum KEEP IT TRUE XXI:

 

 

 

 

Freitag, 27.04.:

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Zugegeben, TAIST OF IRON waren mir bislang gänzlich unbekannt. Die Band existierte nur ein paar Jahre Anfang der 80er, brachte es aber immerhin auf ein Album und eine EP, die allerdings nur über das bandeigene Label veröffentlicht wurden. Also genau das richtige für eine vordere Position im Billing des KIT. Zu hören gab es etwas hölzernen Metal, der souverän gespielt, aber doch eher unspektakulär klang. Immerhin war Frontfrau Lorraine engagiert und recht agil auf der Bühne, auch wenn die Tanzeinlagen jetzt nicht ganz in das Gesamtbild gepasst haben.

 

Viel mehr fällt mir zu ALIEN FORCE leider auch nicht ein. Die Herren gaben sich eher bieder

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 und etwas steif. Immerhin war der Sound für eine frühe Band ganz ok, so dass der klassische Metal der Dänen zwar ganz gut rüberkam, aber definitiv kein Highlight des Tages darstellte. Einige fanden es super und die Band war auch zufrieden.

 

BLASPHEME sind da eine ganz andere Hausnummer. Die Franzosen hatten mit Alexis von Hürlement und Olivier De Valle von Shannon zwei Sänger im Gepäck, die sich live abwechselten und gegenseitig mit tollen Backings unterstützen. Der Sound hatte ordentlich Schmackes (trotz nur einer Gitarre) und die Songs sind alles andere als biedere Hausmannskost. „Seul“ und „Territoire Des Hommes“ waren fantastisch und vor allem „Vivre Libre“ wurde von Olivier fantastisch gesungen und ging richtig unter die Haut. Das sahen auch viele andere so und feierten BLASPHEME ordentlich bis zum letzten Song „Vengeance Barbare“ ab. Da wäre ein etwas späterer Slot bestimmt nicht ganz verkehrt gewesen. Bärenstarker Gig und definitiv eines meiner Festivalhighlights!

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Auf Tonträger bin ich mit SIREN noch nicht wirklich warm geworden und der Gig auf dem diesjährigen KIT hat da auch nicht unbedingt geholfen. Nicht wenige Leute hatten aber schon lange gehofft SIREN hier endlich mal erleben zu dürfen und dementsprechend gut besucht war es auch. Die kauzige Bühnenshow von Sänger Doug Lee, der auch einige Utensilien zur visuellen Unterstützung der Songs dabei hatte, war schon interessant und passt auch zum teils etwas schrägen Songmaterial. „Over The Rainbow“, mit seinen tollen Tappings während der Strophe blieb mir sogar durchaus im Ohr hängen. Von der Show sollte also niemand enttäuscht sein, auch wenn der Sound etwas undifferenzierter war, als bei Blaspheme davor.

 

GRIM REAPER’s Steve Grimmet wurde ja gesundheitlich ziemlich gebeutelt. Auf dem Bang Your Head 2017 hat er schon auf der großen Bühne eine gute Show hingelegt und hier auf dem KIT kommt er noch besser rüber. Mit Krücke und seiner Prothese im Schottenrock über die Bühne humpelnd, lässt sich Grimmet nicht unterkriegen und gönnt sich auch mal eine Pause im Rollstuhl. Die große Stimme derKIT2018_GrimR02.JPG NWOBHM hat aber noch nichts von ihrem Charakter eingebüßt und kann natürlich auf diverse Hits zurückgreifen. Egal ob das „Rock You To Hell“, „Fear No Evil“ oder natürlich „See  You In Hell“ zum Finale ist. Refrains zum mitsingen und fistraisen gibt es in Masse. Auch wieder im Set ist „Don’t Talk To Strangers“, das Grimmet ebenfalls fantastisch rüberbringt. Auch der Sound passt und drückt ordentlich. Super!

 

RAVEN sind eine der wenigen Bands, die sich etwas von ihrem früheren Wahnsinn auf der Bühne bewahrt haben. Das schlägt noch deutlicher zu Buche, wenn man sich in der Setlist auf die ersten drei Alben konzentrieren kann. Die Gallagher-Brüder sind natürlich auch ein über die Jahrzehnte eingespieltes Team. Dass John Gallagher sogar seine Stimme soweit konservieren konnte, dass er die KIT2018_Raven04.jpghohen Schreie immer noch hinbekommt, ist umso schöner. Sein Bruder Mark ackert ebenfalls die ganze Zeit und ist mit Sicherheit der einzige Gitarrist, der eine Telecaster nach Metal klingen lässt. Die ersten RAVEN Alben leben von ihrer latenten Hektik und das konnte das Trio an diesem Abend ziemlich gut wiedergeben. Vom Opener „Take Control“ bis zum abschließenden „Crash Bang Wallop“ gab es über eine Stunde RAVEN pur. Der Gastauftritt von Steve Grimmet während „Born To Be Wild“ war ein gern genommenes i-Tüpfelchen im Set, auch wenn der Song schon Mitte der 80er ein ziemlich totgespielter Song war. Daumen hoch für RAVEN! „Mind Over Metal“, Yeah!!!

 

2014 waren FLOTSAM AND JETSAM mit einer „No Place For Disgrace“ Show zu Gast, dieses Jahr wird das Debut „Doomsday For The Deceiver“ in voller Länge zum Besten gegeben. Man ließ sich nicht lumpen und hatte das Instrumental „Flotzilla“, sowie „I Live You Die“ mit im Gepäck, die seinerzeit als Maxi parallel zum Album veröffentlicht wurden. Als Opener fungierte jedoch „No Place For Disgrace“, ehe man mit „Hammerhead“ den ersten „Doomsday For The Deceiver“-Song präsentierte. An den Drums präsentierten FLOTSAM AND JETSAM übrigens mit Ken Mary einen alten Bekannten, der ein tierischer Drummer und echter Hingucker ist und die Songs mit einigen Kabinettstückchen verzierte. Es mag ja auch Leute geben, die nicht auf diese „Wir spielen ein komplettes Album“-Shows stehen, wo bekommt man aber sonst Stücke zu hören, welche die Band noch nie („U.L.S.W.“) oder nur selten („Desecrator“) spielt? Nach dem „offiziellen“ Album wurden, wie anfangs schon erwähnt, das Instrumental „Flotzilla“, „Dreams Of Death“ und „I Live You Die“ abgefeuert und fertig war eine – wieder mal – großartige Vorstellung von FLOTSAM AND JETSAM. Wo hätte die Band eigentlich stehen können, wenn sie sich nicht so oft mit kleineren und größeren Stilwechseln selber behindert hätte…

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Haben DEMON das Zeug zum Headliner? Die Band hat in ihrer langen Karriere etliche gute und sehr gute Alben veröffentlicht, ist aber nie so richtig in die Gänge gekommen. Für diese Show stand eine Setlist der ersten beiden Alben „Night Of The Demon“ und KIT2018_Demon03.jpg„The Unexpected Guest“ auf dem Plan, die in einer „Special Show“ dargeboten werden sollten. Die Bühne wurde allerdings lediglich mit zwei (nicht umgedrehten) Kreuzen verziert. Sänger Dave Hill war bleich geschminkt, hatte die Masken der früheren DEMON-Shows ausgegraben und sich eine glänzende Priesterrobe übergeworfen, dazu eine wirklich gute Lichtshow, welche Bühne und Band gut in Szene setzte. Der gute Sound und Ohrwürmer wie „Night Of The Demon“, „Total Possession“ oder „Have We Been Here Before“, die zum großen Teil lauthals mitgesungen wurden, machten die DEMON Show auf jeden Fall zu einem gelungenen Abschluss der ersten Abends. Dave Hill hört man seine 70 Jahre in keinster Weise an. Der Mann klingt fast wie in den 80ern und wirkt wesentlich agiler und fitter, als diverse andere Frontmänner und seiner Altersklasse. Der offizielle Teil des Gigs wurde natürlich mit „Don’t Break The Circle“ beendet und als Zugabe gab es noch „One Helluva Night“ hintendrauf. Um die Eingangsfrage zu beantworten: Heute und hier, definitiv!

 

 

Samstag, 28.04.:

 

IRONFLAME hatten gerade begonnen, als ich die Halle wieder betrat. Eigentlich eine One-Man-Show um Andrew D’Cagna, der sich live mit diversen Freunden aus anderen Projekten verstärkt. Klingt natürlich nach Ego-Trip, sieht aber nicht so aus. Der melodische, teils speedige Metal macht Laune, die Band wirkt nicht zusammengestückelt, sondern ist gut eingespielt und kommt echt überzeugend rüber. Blickfang ist Gitarrist Quinn, der mit beeindruckender KIT2018_Ironflame 1.JPGblonder Matte und vor allem den tollen Leads überzeugen kann. Aber auch Chef Andrew, der sich live auf die Vocals konzentriert, hat mächtig Spaß und freut sich über die vollen Reihen zu früher Stunde und ist während und nach dem Gig bestens gelaunt. Ein gelungener Einstand für den zweiten Tag! Das sahen auch viele andere, denn das Album „Lightning Strikes The Crown“ war am Merchstand später ausverkauft.

 

GATEKEEPER hätte ich zwar gerne gesehen, der erste Ausflug ins Marktzelt machte das aber zu nichte und ich bekam nur noch das abschließende Cover von „Detroit Rock City“ mit…Mist!

 

Ein Must-See für mich waren dagegen CEREBUS, eine klassische One-Album-Band der 80er. Nach „Too Late To Pray“ (`86) veröffentlichte die Band noch ein paar EPs/Demos, mit dem zweiten Album hat es aber nicht mehr geklappt. Von der damaligen Besetzung sind zurzeit nur Sänger Scott (mit frisch KIT2018_Cerebus 1.JPGblondierter Mähne) und Drummer Joby am Start, dafür haben CEREBUS eine sehr souveräne und agile Saitenfraktion dabei. Besonders die Jungspunde auf der rechten Seite, beide in Shirts deutscher Bands (Helloween & Edguy) gekleidet, hatten mächtig Spaß und wetzten viel über die Bühne. Auch Sänger Scott war erstklassig bei Stimme, meisterte auch die vielen hohen Passagen und sang wesentlich kräftiger als auf dem Album. Definitiv die erste große Überraschung des Samstags und mein drittes echtes Highlight des Wochenendes. Flotter US-Metal dieser Sorte rennt beim hiesigen Publikum immer offene Türen ein. Wer bei Songs wie „Catch Me If You Can“ nicht abgeht, dem ist nicht zu helfen…super Vorstellung!

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BLIND ILLUSION haben letztes Jahr auf dem Headbangers Open Air schon einen guten Eindruck hinterlassen und auch auf dem KIT gab es nichts zu nörgeln, es sei denn, man kommt mit dem teilweise schrägen Thrash der Mannen um Frontkauz Mark Biedermann nicht zurecht. Ein paar Leute suchten nach einigen Songs das Weite. Zugegeben, wenn man nicht ganz sattelfest mit den Songs ist, wird es teilweise schwer zu folgen. Dafür ist es amüsant Gitarrist/Sänger Mark auf der Bühne zu beobachten, der wie eine Mischung aus Catweazle und Rumpelstilzchen agiert. Ex-Heathen Gitarrist Doug Piercy, der eine Zeit lang in Deutschland gelebt hat, hatte die Ehre einige der Ansagen direkt ins Deutsche zu übersetzen und bildete den eher coolen Gegenpol zum Frontmann. Kauzig, aber unterhaltsam.

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Wieder zurück nach Europa, England und zur NWOBHM. SARACEN sind zum zweiten Mal im Taubertal zu Gast und können sich nicht über geringes Interesse beklagen. Seit der Reunion vor über 10 Jahren hat die Band mittlerweile vier Alben, im Gegensatz zu zwei Alben aus der ersten Phase, in ihrer Vita stehen. Sänger Steve Bettney ist zwar in Ehren ergraut, dafür bestens gelaunt und sucht ständig Kontakt zu den Fans in den ersten Reihen. Spielerisch ist die Band ebenfalls gut in Schuss und fängt mit „We Have Arrived“ und „Rock Of Ages“ auch recht knackig an, wenn man von den teilweise etwas lauten Keyboards mal absieht. Mit ihrem melodischen, leicht proggigen, Material haben die Briten leichtes Spiel und vor allem genügend Anhänger vor der Bühne. Die wenig begeisterte Ankündigung das man den Song „No More Lonely Nights“ seit 47 Jahren nicht mehr live gespielt hat und das auch nicht mehr machen wird, lässt mich etwas verwundert zurück. Den vielen Anwesenden scheint er zumindest gefallen zu haben.

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Mit dem 70er lastigem Classic Rock rennen WINTERHAWK bei mir nicht gerade offene Türen ein. Nach den schon recht ruhigen Saracen stand mir der Sinn eher nach etwas flotteren Sachen. Zugegeben toll und groovig gespielt, feine gefühlvolle Leads und dem zweiten Song „Dark Haze“ würde ich sogar eine Hendrix Schlagseite attestieren.  Am Gesang wechselten sich die Herren regelmäßig ab, wobei der Junge Herr mit den arschlangen blonden Haaren leider die schlechteste Figur abgab und reichlich schief sang. Nach drei Songs und ein paar Photos gönnte ich mir eine Pause, um für HITTMAN bereit zu sein.

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Der zweite Anlauf für HITTMAN auf dem Keep It True. Schön, dass es endlich geklappt hat! Am Start war das im Line Up des `88er Debut Albums, wenn man von dem leider verstorbenen Bassist Mike Buccel absieht. Nach einem recht langen Intro gingen HITTMAN mit „Metal Sport“ auch gleich in die Vollen und man erlebte von Anfang an eine super eingespielte und souverän agierende Band. Obendrauf sehen die Herren auch noch wie Rockmusiker aus und nicht wie alte Herren, die man mal schnell vom Wohnzimmersessel abkommandiert hat. Scheinbar weiß man auch, was heute erwartet wird und es gab nur Songs des ersten Albums zu hören. Aufgelockert wurde die Setlist durch, man staune, zwei neue Songs! Während „No Time To Die“ etwas moderner und grooviger klingt, geht „The Ledge“ deutlicher in Richtung des Debuts. Einen fantastischen Job lieferte auf jeden Fall auch Sänger Dirk Kennedy ab, der ständig in Bewegung war und der die Songs lässig und ohne Wackler intonierte. Der einzige Kritikpunkt war lediglich das unnötige Zeitschinden gegen Ende. Bei einer Spielzeit von 60 Minuten nach acht Songs von der Bühne zu gehen, um sich zweimal für je eine Zugabe wieder auf die Bühne zu begeben, fällt wohl unter typisches US-Entertainment. Zumal man die Spielzeit nicht ganz ausschöpfte. Fazit: Ein grandioser Gig, mit kleinem Abzug in der B-Note für die unnötigen „Zugaben“.

 

Kleine Diskussionen im Vorfeld: Werden EXHORDER die mächtigen Demolition Hammer aus dem Vorjahr in Sachen Brutalität übertreffen? Für mich kann ich das mit einem „Nein“ beantworten, da Demolition Hammer für mich das bessere und kompaktere Songmaterial haben. Waren EXOHORDER KIT2018_Exhorder.JPGdeswegen schlecht? Absolut nicht! Es war der erwartete brutale Abriss! Der Gitarrensound war eine brachiale Breitseite, die vom einem Drummer supertight in Reih und Glied geprügelt wurde. EXHORDER funktionieren nicht nur mit dem Vorschlaghammer, sondern auch in fiesem gebremstem Tempo. Trotz des brutalen Sounds kamen die Jungs um den meistens grinsenden Kyle Thomas am Mikro nicht unsympathisch rüber. Die Songauswahl war gut gemischt, mit leichten Vorteilen für „Slaughter In The Vatican“ (7:4). „Death In Vain“, „Legions Of Death“ und „Exhorder“ …also keine Wünsche offen, vielen Dank!

 

HEAVY LOAD sollten als Headliner schon während ihres Auftritts für einigen Gesprächsstoff sorgen. Die Band stand, wie schon viele Bands auf dem KIT, seit 30 Jahren nicht mehr zusammen auf der Bühne, war aber letztes Jahr vor Ort. Mann wusste also was einen erwartet. Das man 30 Jahre Pause nicht aus dem Stand mit ein paar Proben aufholen kann, selbst wenn man ein Jahr Zeit hat, ist klar. Das der HEAVY LOAD Gig also etwas holprig werden würde, was die Songs auch im Original teilweise sind, ist ebenso geschenkt, wie der eine oder andere Spielfehler oder Schwächen im Gesang. Der Blick auf die Bühne zeigte das originale HEAVY LOAD Bühnenbild der 80er! Große Marshalltürme neben dem mächtigen Ludwig-Drumkit. Das Drumpodest KIT2018_HeavyLoad.JPGwurde etwas gepimpt und war ein Stück höher, als bei den anderen Bands. Sogar die KIT Steinbogen-Deko wurde für das Bühnenbild abgeräumt. Der Start war ohne großes Intro zwar unspektakulär, aber vielversprechend: „Heavy Metal Angels“ als Opener mit Nebelfontänen, „Run With The Devil“ und „Heavy Metal Heaven“ wurden souverän am Stück gespielt. Der Sound war ok und ähnlich gemischt, wie man es von den Alben her kennt. Die Stimmung war soweit bestens! Die echten Downer des Abends waren aber die vielen unkommentierten Pausen und die folgenden unverständlichen und merkwürdigen Ansagen, bei denen sich nicht wenige Leute fragend ansahen. Gitarrist Eddie Malm wurde lediglich für einzelne Songs auf die Bühne geholt und der Bassist der HEAVY LOAD-Coverband „Heathens Of The North“ durfte auch als Unterstützung auf die Bühne. Das bedeutete viele Unterbrechungen, die nur sehr unzureichend -mit wiederum schlecht verständlichen Ansagen - überbrückt wurden. Ein recht unnötiges Gitarrensolo von Ragne trieb ebenfalls einige Leute nach draußen. Leider schafften es HEAVY LOAD zu selten etwas Fluss in den Abend zu bringen, auch wenn z.B. „The King“ in der Mitte des Sets wieder etwas Schwung in den Abend brachte. Wie man nach langer Pause einen tollen Headliner abgibt haben zuletzt Cirith Ungol eindrucksvoll bewiesen, deren Songmaterial definitiv schwerer verdaulich ist. Ich würde HEAVY LOAD nicht als totalen Reinfall bezeichnen, aber es gibt viel Luft nach oben. Gerechterweise muss ich sagen, dass viele Leute nicht enttäuscht, sondern zufrieden bis begeistert waren.

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Zu den Neuerungen und rund um das Keep It True:

 

Das Festival hat durch die starken Bands in den letzten Jahren einen immer größer werdenden Hype bekommen. Die Tickets waren quasi mit Eröffnung des Festivals schon für das kommende Jahr ausverkauft, was z.B. die Preise bei Ebay explodieren lies. Die Veranstalter Oli und Tarek reagierten meiner Meinung nach vollkommen richtig und erhöhten das Ticketkontingent durch die Auslagerung des Metal Marktes in ein Zelt vor der Halle. Dadurch hatten einige Fans noch die Chance, ein Ticket zum normalen Preis zu erstehen und der eine oder andere Spekulant blieb auf seiner Karte (hoffentlich) sitzen. Dadurch ging leider ein wenig vom üblichen Flair in der Halle verloren. Durch das gesteigerte Interesse ergaben sich natürlich weitere Baustellen. Camping und Parkmöglichkeiten mussten erweitert werden, was eine Erhöhung der Securitypräsenz zur Folge hatte. Letztere war nötig, da leider einige Idioten in den letzten Jahren anfingen z.B. Dixis umzuschmeißen oder Kühlboxen aus Zelten zu klauen und anzuzünden oder sich einfach assig benahmen, was man auf dem familiären Festival bisher nicht gewohnt war. Diese Punkte hielten leider einige Stammbesucher in den letzten 1-2 Jahren schon vom Besuch ab.

Doch ein gewisser Peak scheint nun erreicht zu sein. Gab es letztes Jahr kurz vor dem Festival in diversen Foren und auf Facebook nur eine Handvoll Karten (zu normalen Preisen) zu erwerben, waren es dieses Jahr schon deutlich mehr. Durch die Preiserhöhung auf 99€ für das kommende Jahr und den Verkauf von nur einer Karte pro Person mit gültigem aktuellen Ticket (bisher zwei pro Ticket), waren am Samstagnachmittag das erste Mal seit einigen Jahren noch einige Karten zu haben, die aber mit Sicherheit noch ihre Besitzer finden werden.

Eine weitere Neuerung war dieses Jahr das Kartenzahlsystem für die Getränke- und Essensstände in und um die Halle. Ich bin kein Freund von solchen Systemen, aber es funktionierte bei uns problemlos, war aber gefühlt auch nicht schneller als bisher. Durch die Auslagerung der Essensstände vor die Halle, stand in der Halle ein zweiter Getränkestand zur Verfügung und so dass es Wartezeiten nur selten gab. Das Essensangebot wurde erweitert und gut angenommen, ebenso das erweiterte Getränkeangebot in Form der Cocktailbar.

Es wurden weitere Wiesen gegenüber der Halle als Parkplätze zur Verfügung gestellt und ebenfalls mit Dixis ausgestattet. Auf dem Campingplatz neben der Halle schien es dieses Jahr auch keine Probleme zu geben, lediglich die Hygiene der Dixis wurde oft bemängelt. Der neue Toilettenwagen stand leider direkt am Hallenausgang (gleichzeitig auch Notausgang), was zwar praktisch, aber auch ungünstig war. Wenn es Wasseranschluß und Abfluß hergeben, findet sich da bestimmt ein besserer Platz.

Große Kritikpunkte sind also keine zu finden, denn für das Verhalten der Besucher kann der Veranstalter natürlich nichts…oh, doch. Nächstes Jahr bitte das Kellerbier auch auf dem Festival ausschenken. Besten Dank!

 

Vorschau:

 

Die ersten Bands für das KIT XXII stehen natürlich auch schon und es liest sich schon wieder gut. Als erste Co-Headliner sind die NWOBHM Helden Satan dabei. Neben Savage Master und den Epic-Doomern Solstice gibt es eine ordentliche Breitseite US-Stahl: Culprit, Cities und Juggernaut, sowie unter dem Namen Texas Metal Legion eine All Star Band, bestehend aus Jason McMaster (ex-Watchtower), Bob Catlin (ex-S.A.Slayer), Art Villareal (ex- S.A. Slayer), Scott Womack (Juggernaut) und Chip Alexander (Militia, Karion), die ein Best Of der kultigen Texas Metal Szene zum Besten geben. Das dürfte sehr interessant werden…

 

(Holger „Schnuller“ Ziegler)

 

Dank für die Bilder geht an:

 

Denis Hedzet (Way Up) und Mario Lang (Streetclip)

Bilder ohne Tag sind von mir.


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