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Keep It True 2019

Keep It True Festival XXII, 26. /27.04.2019, Lauda-KönigshofenKIT2019_Flyer.jpg

 

Große organisatorische Veränderungen waren auf dem diesjährigen KEEP IT TRUE nicht auszumachen. Das bargeldlose Zahlsystem hatte schon bei der Einführung im letzten Jahr reibungslos funktioniert und der Toilettenwagen, der vor den Hallenausgängen für ein Nadelöhr gesorgt hatte, ward dieses Jahr nicht mehr gesehen. Dafür sorgten andere Probleme bei Veranstalter Oliver Weinsheimer für eine schlaflose Nacht. Der Headlinergig von Candlemass fiel einem Streik der schwedischen Fluggesellschaft zum Opfer und sorgte für ein kleines Déjà-vu. Musste die Band schon 2010 ihren Gig absagen, da durch den damaligen Vulkanausbruch etliche Flüge abgesagt wurden. Nur Bassist Leif Edling war vor Ort, da er für die Manilla Road Tribute Show eingeplant und schon früher angereist war. Auch mit John Cyriss und Agent Steel gab es schon einmal Probleme, als der Sänger 2011 relativ kurzfristig absagte und die Band im Regen stehen ließ. Diesmal sei ein Stau an der Verspätung schuld gewesen, aber wie man hört, soll sich Cyriss auch nach seinem sehr verspäteten Eintreffen nicht wirklich beeilt haben. Neu waren die vier Rauchfontänen auf der Bühne, die ganz schick anzusehen waren, aber jetzt auch nicht essenziell für das Keep It True sind. Doch nun zum Wesentlichen…

 

 

FREITAG, 26.04.

 

Kein Stau, keine vergessene Karte eines Kumpels, die ich auf dem Weg noch abholen muss, dafür eine schicke Schlange vor dem Einlass. 45 Minuten und einige Regengüsse später, bin ich in der Halle und bekomme noch die letzten beiden Songs von den Australiern SABIRE mit. Frontmann/Gitarrist Scarlett (!) scheint in Sachen Optik und Gestik großer Blackie Lawless Fan zu sein und musikalisch ist die Band auch nicht so weit von WASP entfernt. Die Australier haben etwas mehr Tempo und vielleicht eine Prise Punk und Rotz im Sound und sind eigentlich ganz unterhaltsam. Passt!

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TRAVELER Sänger Jean-Pierre Abboud war erst letztes Jahr mit Gatekeeper auf dem KIT zu Gast und darf dieses Jahr mit seiner anderen Spielwiese TRAVELER gleich wieder ran. Musikalisch eine Ecke flotter mit ordentlicher Maiden-Kante, was in einem „Be Quick or be Dead“ Cover endet, bevor mit „Starbreaker“ der Set beendet wird. Sehr gute Vorstellung, bei der allerdings nur der Fronter gut zu glänzen weiß, während ein Teil der Band auf der Bühne noch etwas blass ausschaut, aber das wird bestimmt noch.

 

Mit dem sperrigen, recht vertrackten Material haben es JUGGERNAUT etwas schwerer und die Reihen lichten sich etwas. Drummer Miguel Morales kann es leider nicht ganz mit den Ex-Juggernaut Alleskönner Bobby Jarzombek aufnehmen, der auf beiden Alben der Texaner zu hören ist. Alles in allem aber eine gute Vorstellung, bei der etwas geradere Tracks wie „All Hallow’s Eve“ ganz klar besser kommen, als die vertrackteren Nummern. Das Sex Pistols Cover am Ende hätte sich die Band zu Gunsten eines eigenen Songs allerdings schenken können. Das Sänger Harlan auf der Bühne etwas Asche seines deutschstämmigen Vaters auf der Bühne verstreute, war allerdings etwas seltsam.

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Im Vorfeld wurde zur Debatte gestellt, ob CITIES dieses Jahr spielen sollen, denn mittlerweile ist Basser Sal das letzte Originalmitglied in der Band. Die Reaktionen waren aber so positiv, das dem Gig nichts entgegenstand. CITIES präsentierten sich gut eingespielt und optisch als eine wirkliche Einheit. Mit „In The Still Of The Night“, „Stop The Race“ und “Fight For Your Live” zückte die Band gleich drei Kracher der EP/LP “Annihilation Absolute”. Leider mit dem Effekt, dass gegen Ende das Material leider etwas abflaute und mit dem gut gespielten, aber leider recht abgenutzten, Black Sabbath Cover „Heaven and Hell“ noch gestreckt wurde. Trotzdem eine gute Vorstellung.

 

Da für Agent Steel jetzt schon eine Verspätung angekündigt wurde, konnten sich ANTHEM für die Umbaupause mit Linecheck etwas mehr Zeit lassen. ANTHEM haben es seit ihrer Gründung KIT2019_Anthem.jpg1981 tatsächlich noch nie auf eine europäische Bühne geschafft und diese Premiere wollten sich heute nicht viele entgehen lassen. Die Halle war entsprechend gut gefüllt, als ANTHEM mit „Bound To Break“ bei sattem, ziemlich klaren Sound, loslegten. Das Bassist Naoto schon die 60 erreicht hat, sieht man ihm genauso wenig an, wie man den Songs das Alter anhört. Der powervolle Metal der Japaner hat den Terminus „Power“ wesentlich eher verdient, als 80% der Bands, die beim ersten Ton der Doublebass dieses Prädikat verliehen bekommen. Sänger Yukio hat eine fantastische Stimme und besitzt für einen Japaner eine echt gute Aussprache. Zwar beschränken sich die Ansagen auf die üblichen Phrasen und verzichten auf größere Kommunikation, sind aber gut zu verstehen. Meine Highlights des famosen Gigs sind das flotte KIT2019_AgentSteel.jpg„Vemon Strike“ und natürlich das abschließende „Wild Anthem“. Fantastisch, bitte jetzt öfter mal in Europa vorbeischauen!

 

Die Umbaupause vor AGENT STEEL zog sich immer mehr in die Länge. Es taucht hin und wieder ein Musiker auf der Bühne auf, bis AGENT STEEL mit John Cyriis endlich loslegten verging allerdings eine gefühlte Ewigkeit. Der Einstieg mit „Unstoppable Force“ gelang ganz ordentlich, auch das folgende „Taken By Force“ und „Rager“ waren ok. Bergab ging es bei „Bleed For The Godz“, bei dem Cyriss etliche Einsätze versemmelte, was die Band mit der Zeit ziemlich aus dem Timing brachte. Bei den Ansagen war kein Wort der Entschuldigung für die Verspätung zu hören und auch ansonsten war sein Gefasel suboptimal. Es folgte „Guilty As Charged“ und natürlich „Agents Of Steel“, was in Sachen Timing von KIT2019_Aria.jpgCyriis wieder ordentlich versemmelt wurde. Nach rund 25 Minuten verließ Cyriss die Bühne, was ihm ein paar ungläubige Blicke seiner Band einbrachte. Eine Chance den etwas ramponierten eigenen Ruf wieder aufzupolieren wurde leider leichtfertig vertan. Sehr schade und das Kapitel AGENT STEEL dürfte für die meisten abgehakt sein.

 

Ein ganz anderes Bild bei ARIA, die in Russland eine richtig große Nummer sind und entsprechend professionell auftreten. Die Band agiert absolut souverän und ist vor allem perfekt aufeinander eingespielt, ohne dass es zu routiniert wirkt. Ihrem Titel als russische Iron Maiden werden ARIA schon beim zweiten Song „Raskachayem Etot Mir“ gerecht, der mich ein wenig an „Revelations“ erinnert. Auch die Lichtshow ist erste Sahne und die Band wird schon nach wenigen Songs mit ARIA-Sprechchören abgefeiert. Vollkommen zurecht, denn trotz der Sprachbarriere zünden Songs wie „Era Lucifera“ oder „Torero“ bestens.

 

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Seit dem plötzlichen Tod von Mark Shelton im letzten Jahr, sind MANILLA ROAD Geschichte. Um ihm zu gedenken, steht die Band heute noch einmal auf der Bühne und wird durch viele Freunde und die beiden Ex-Drummer Rick Fisher und Randy Foxe unterstützt. Auch Mark Sheltons Mutter ist angereist und von den Reaktionen und der Anteilnahme sichtlich den Tränen nahe. Die schwere Bürde KIT2019_MR04.jpgden verstorbenen Mark Shelton an der Gitarre zu ersetzen, fällt auf Kalli (Roxxcalibur/Abandoned/Masters Of Disguise), der diese Aufgabe heute mit Bravour bewältigt. Die 2 1/2 Stunden Programm, inklusive der vielen endlosen Soloparts, zelebriert Kalli mit viel Hingabe und fantastischen Wah-Wah-Soli. Den Szenenapplaus von Manilla Road Sänger Bryan Patrick nach „Witches Brew“ hat er sich mehr als verdient. Trotz der vielen Wechsel an den Instrumenten, zweimal wird auch das Schlagzeug getauscht, läuft die Show flüssig ab und ein emotionaler Höhepunkt folgt auf den anderen. Die Gastmusiker, u.a. Kostas (Battleroar) und Gianluca (Battle Ram), Jarvis Leatherby (Night Demon), Alexx Stahl (Roxxcalibur, Bonfire), Marta Gabriel (Crystal Viper), Deathmaster (Doomsword) und Jake Rogers (Visigoth), wechseln sich flüssig ab und sind mit Herz und Seele bei der Sache. Sogar Leif Edling ist als einziger Candlemass Musiker noch vor dem Flugstreik zur Show eingetroffen und lässt es sich nicht nehmen bei „Necropolis“, „Open The Gates“ und „Masque of the Red Death“ den Bass zu bedienen. Bei letzterem Song liefern sich Marta und Brian ein tolles Duett, ebenso Brian und Jake Rogers in „Witches Brew“. Jake sorgt beim fantastisch gesungenen „Astronomica“ für absolute Gänsehaut und einen klaren Höhepunkt des Abends. Ein Moment, der besonders Gitarrist Gianluca unvergessen bleiben wird, der zu diesem Song eine ganz besondere Beziehung hat. Gewartet haben viele natürlich auf „Dreams of Eschaton“, das von Alexx gesungen wurde, bevor zum finalen „Heavy Metal to the World“ alle Beteiligten die Bühne entern und fleißig an den Backings unterstützen. Ein epischer Schlußpunkt einer großen Band, der via Livestream von vielen tausend Fans bei Facebook mitverfolgt wurde. Rest in Peace, Mark!

 

 

 

SAMSTAG, 27.4.

 

Es ist interessant, dass eine Band wie IDLE HANDS so viel Zuspruch, in der gerne so engstirnig abgestempelten (Oldschool) Metal Szene bekommt. Das mag daran liegen, dass hier gleich drei Ex-Spellcaster Jungs mit am Start sind, oder einfach daran, dass man einen ganzen Schwung guter und eingängiger Goth-Rocker im Gepäck hat. Genügend Metal Appeal hat die Band auf jeden Fall. Die KIT2019_Sacred Rite.jpgGitarrenfraktion hat genügend zu tun und macht eine ordentliche Show, nur die Vocals wirken teilweise etwas neben der Spur. Kann man lassen…

 

Die Hawaiianer SACRED RITE müssen sich leider mit etwas weniger Zuspruch begnügen, als Idle Hands zuvor, liefern aber einen sehr guten Gig ab. Die drei Alben der 80er sind kleine Klassiker, die melodischen US-Metal mit einem rockigen Unterton bieten. Die Gitarrenfraktion Jimmy Caterine und Mark Kaleiwahea (auch Vocals) gehört zum originalen Line Up und gedenkt zwischendurch dem 2002 verstorbenen Drummer Kevin Lum. Sänger Mark überlässt die Gitarrenparts während des Singens größtenteils seinem Kollegen, ist aber bei zweistimmigen Leads immer zur Stelle. Das Beatles Cover „Eleanor Rigby“ werden wir nächstes Jahr von RealmKIT2019_Witherfall.jpg vermutlich eine ganze Ecke schneller präsentiert bekommen. Zu hören bekam Sänger Mark mehrfach einen Fan, der die hohen Stellen etwas besser schaffte als er. Aber selbst nach mehrfacher Aufforderung, doch bitte die Vocals zu übernehmen, traut sich der junge Mann nicht auf die Bühne.

 

Kurz und schmerzlos, WITHERFALL sind nicht meine Baustelle. Das Material ist mir definitiv zu vertrackt und zu anstrengend. Erschwerend kommt der etwas undifferenzierte Sound dazu. Die Gitarre von Jack Dreyer klang schon beim Linecheck ziemlich rabiat, was es live noch etwas schwerer macht, durch das komplexe Material durchzusteigen. Spielerisch auf höchstem Niveau mit tollem Gesang, benötigt aber definitiv mehr, als einen Durchlauf.

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Die erste und einzige Auszeit gönnte ich mir bei SOLSTICE, war aber wieder in der Halle um zumindest die letzten 1 1/2 Songs noch zu hören. Nachdem Sänger Paul der Band recht kurzfristig den Rücken kehrte, sprang Procession Frontman Felipe kurzfristig und ohne Probe ein. Eine große Aufgabe, die er mit Bravour erledigte. Beim letzten Song „Cimmerian Codex“ bekam er noch tatkräftige Unterstützung von Jake Rogers (Visigoth).KIT2019_TexasMetalLegion.jpg

 

 

Hinter TEXAS METAL LAGION verbirgt sich ein Zusammenschluss diverser Texas Metal Musiker, die in geballter Form Klassiker diverser texanischer Bands zum Besten geben. Heute Abend waren das die Scream-Doppelspitze Jason McMaster (u.a. Watchtower) und Mike Soliz (u.a. Militia), Bob Catlin (Juggernaut) und Art Villareal (Militia) an der Gitarre, Scott Womack (Juggernaut) am Bass und Chip Alexander (Ex-Karion) an den Drums. Diese gedienten Herren lieferten eine dermaßen energiegeladene Show ab, dass man als Fan des technischen Texas Metal nur auf die Knie fallen konnte. Was allein Mc Master und Soliz am Mikro hier ablieferten war fantastisch. High-Pitched-Screams im Duett! Gitarrist Art gab sich eher zurückhaltend, dafür hatte Bob Catlin mächtig Spaß an der Sache, wenngleich er sich mehrfach sein geschundenes rechtes Handgelenk schütteln musste. „Prepare To Die“ (S.A.Slayer), „Tyrants In Distress“ (Watchtower) oder das abartig schnelle „Metal Axe“ (Militia)…noch irgendwelche Fragen? Als Rausschmeißer diente „Breaker“ von Accept, bei dem sich noch Juggernaut SängerKIT2019_Midnight.jpg Harlan als dritter Mann am Mikro dazugesellte. Da saß zwar nicht jeder Einsatz, die (älteren) Jungs hatten aber sichtlich Spaß an der Sache! Fantastisch!

 

Nach diesem Riff- und Breakmassaker sind MIDNIGHT das totale Kontrastprogramm. Der Cleveland Chaos Trupp profitierte von der Candlemass absage, rutschte im Line Up eine Position nach oben und bekam ein paar Minuten mehr Zeit, um Chaos zu veranstalten. Das fabrizierte das Trio auch souverän. Die angeschwärzten Speed Kracher wurden räudig, aber gekonnt runtergerotzt und danach die Instrumente zerlegt. Business as usual könnte man meinen.KIT2019_Culprit02.jpg

 

Basser Scott Earl erweckt CULPRIT immer mal wieder für einige Gigs zum Leben und muss nach wie vor auf das einzige Album „Guilty As Charged“ von 1983 zurückgreifen. Die aktuelle Band ist spielerisch durchaus gut drauf, hat mit Mino Mereu auch einen guten Sänger am Start. Dreh und Angelpunkt ist aber Basser Scott, der das auch heute rabiat deutlich macht. Nachdem der Sänger zu einer Ansage ansetzt, fährt der Chef gleich mit bösem Blick dazwischen und macht klar, wer hier das Sagen hat. Einen ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung hat der Bassist scheinbar schon mit der Muttermilch bekommen. Der Gig ist durchaus unterhaltsam, dass Synchronposing der Saitenfraktion ist nicht übertrieben, das Bass Solo hätte man sich aber schenken können. Mit „Holy Roller“ gibt es sogar einen neuen Song zu hören.

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Ein Garant für gute Shows sind VICIOUS RUMORS immer, auf dem KIT sowieso und wenn sie Keven Gorski, den Sohn des verstorbenen Karl Albert, dabei haben erst recht. Heute stand eine Jubiläumsshow des mittlerweile stolzen 31 Jahre alten Albums „Digital Dictator“ auf dem Programm. Keven, seit der letzten KIT-Show 2011 ein paar Pfunde zugelegt, klingt und wirkt auf der Bühne fast, wie sein Vater. Man konnte sich heute eine gute Vorstellung machen, was die Band seinerzeit mit Carl Albert für eine Macht war. Natürlich können sich auch heutzutage noch viele an VR eine Scheibe abschneiden, die unzähligen Besetzungewechsel nagen aber schon etwas am Image der Band, die zum letzten Album wieder auf drei Positionen erneuert wurde. Heute ist das aber kein Thema. „Digital Dictator“ wird vom Intro „Replicant“ bis zum speedigen Kracher „Out Of The Shadows“ (Killer!) tight und erbarmungslos abgefeuert! Hintendrauf gibt es mit „Down To The Temple“, „Hellraiser“ und „Don’t Wait for Me“ noch drei weitere Gassenhauer. Beim letzten Song darf sich Neu-Sänger Nick Courtney mit Keven Gorski messen und zieht leicht den Kürzeren. Ganz klar ein Highlight des Wochenendes, was man vom etwas matschigen Gitarrensound leider nicht sagen kann.KIT2019_Satan01.jpg

 

SATAN sind eine gut eingespielte Gemeinschaft, die sich seit Jahrzehnten kennt. Die Jahrzehnte sind vor allem an Gitarrist Russ Tippins ziemlich spurlos vorüber gegangen, aber auch sein Gitarrenpartner Steve Ramsey sprüht vor Motivation und schüttelt das wieder lang gewachsene Haupthaar fast wie ein junger Hüpfer. Brian Ross ist ebenfalls gut aufgelegt, hat zu fast jedem Song amüsante Stories und trifft jeden Ton. Heute hatten SATAN Bock auf schnelle Songs, aus denen der überwiegende Teil besteht. Alte Kracher und neue Hits klingen wie aus einem Guss und man hört den Songs nicht an, dass zum Teil über 30 Jahre zwischen ihnen liegen. Mit dem Klassiker Doppelpack „Trial By Fire / Blades Of Steel“ als Einstieg kann man nicht viel falsch machen, ebenso wenig wie mit neuen Songs wie „Doomsday Clock“ und „Into The Mouth of Eternity“, lediglich „Ophidian“ gehört jetzt nicht zu meinen neueren Faves. Eine tolle Setlist, guter Sound und eine Band die sichtlich Spaß an der Sache hat. Ein weiteres Highlight des Wochenendes!

 

Knapp 40 Jahre hat es gedauert, bis SORTILÈGE ihren ersten Gig in Deutschland spielen konnten. Gastspiele einzelner Musiker natürlich nicht mitgerechnet. Durch den Ausfall von Candlemass wurden die Franzosen zum Headliner des zweiten Tages befördert und diesem Status locker gerecht. Zum stampfenden Opener „Marchand d’Hommes“ passt gleich alles. Der Sound ist satt und klar, das Licht ist perfekt und Zouille ist super bei KIT2019_Sortilege02.jpgStimme. „Majesté“ zieht das Tempo etwas an, nur leider ist auf einmal nur noch eine Gitarre, die allerdings brüllend laut, auf der PA zu hören. Es beginnt hektisches Treiben am Mischpult, auf der Bühne bekommt man von diesem Problem aber nichts mit und spielt souverän weiter. Nach 2 Minuten ist der Fehler gefunden und der Sound wieder OK, aber nicht ganz so klar wie zuvor. Zum dritten Song „Messager“ wird Lynda, die Frontfrau und Bassistin von Furies, auf die Bühne gebeten, die ab nun bei den Backings und einigen hohen Passagen unterstützen darf, da Zouille aktuell eine Behandlung an den Stimmbändern über sich ergehen lassen muss. Dieses Handicap hört man ihm aber, bis auf die Tatsache, dass er eben die ganz hohen Passagen weglässt, zu keiner Sekunde an. Mit der Up-Tempo Nummer „D’ailleurs“, dem E.P.-Stampfer „Gladiateur“ oder dem treibenden „Chasse La Dragon“ kredenzen uns SORTILÈGE einen Hit nach dem anderen. Auch die französischen Vocals funktionieren prächtig und werden vom erstaunlich textsicheren Publikum begeistert mitgesungen. Neben 4/5 des Original Line-Ups sorgen Nicklaus Bergen & Bruno Ramos für den abwesenden Stéphane "L'Anguille" Dumont für Qualität an der Gitarre. Zouille merkt man den Spaß an der Sache zu jeder Sekunde an. Er interagiert mit dem Publikum, ist agil und sorgt spätestens beim getragenen „Quand Un Aveugle Rêve“ für eine meterdicke Gänsehaut. Wer hier nicht mindestens eine kleine Träne im Auge hat, ist wahrscheinlich klinisch tot. Als SORTILÈGE zum Schluss noch ihre Bandhymne auspacken gibt es kein Halten mehr und die Halle brüllt kollektiv SORTILÈGE-Sprechchöre. Wie schon Eingangs gespoilert: SORTILÈGE wurden ihrem Headliner Status mehr als gerecht und so wie es aussieht, scheint dieser Auftritt keine einmalige Sache gewesen zu sein. Weitere Gigs stehen zumindest in Frankreich auf dem Plan.KIT2019_Sortilege01.jpg

 

(Schnuller)

 

Vielen Dank an Denis Hedzet für die fantastischen Bilder und an Fabian Zeitlinger für die Ergänzungen zu Sortilegè.


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