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FATES WARNING, Armored Dawn, Fallen Arise (Aschaffenburg 2017)

FATES WARNING, Armored Dawn, Fallen Arise
30.01.2017 Aschaffenburg/Colossaal
 
FATES WARNING, Armored Dawn, Fallen Arise (Aschaffenburg 2017)Die nahezu durchweg positiven Kritiken auf das neueste Fates Warning Machwerk “Theories Of Flight” erzeugten bereits im Vorfeld des Konzerts eine wahrnehmbare Vorfreude der Anwesenden, die sich aber um Punkt 20 Uhr zunächst den Griechen von Fallen Arise ausgesetzt sahen. Deren symphonischer Metal klang ordentlich und wurde technisch sauber vorgetragen. Die neue, britische Sängerin Fiona, die den braven Gegenpart zu den männlichen Vocals von Vlassis darstellt, bewegt sich weniger in den hohen Tonlagen und weiß optisch im Gothic-Outfit natürlich voll zu überzeugen. Auch wenn die Zeiten in denen solche Bands millionenfach den Markt überschwemmten vorbei sind, werden es Fallen Arise aufgrund der fehlenden eigenen Identität schwer haben, sich der breiten Masse annehmen zu können. Das Colossaal-Publikum bedachte die Band aber mit mehr als gefälligem Applaus.
 
Zeit für Armored Dawn: Diese Brasilianer haben 2016 ihr Debüt “Power Of Warrior” (der Titel dürfte jegliche Fragen nach der musikalischen Ausrichtung ad acta gelegt haben) veröffentlicht und mit Sänger Eduardo Parras einen waschechten Doktor in ihren FATES WARNING, Armored Dawn, Fallen Arise (Aschaffenburg 2017)Reihen. Leider ist gerade dieser Weißkittel der Schwachpunkt der Truppe. Statt Emotionen und Ausdruck bestimmt der pure Pathos die gesanglichen Leistungen, die sich eh schon in Grenzen halten und auch die Bewegungen des Herrn wirken reichlich befremdend. Das Dorpkick Murphy-Cover “Rose Tattoo” wirkte außerdem völlig deplatziert. Lediglich das schnell ins Ohr gehende “Far Away” am Ende des Sets konnte das Ruder in Richtung Höflichkeitsapplaus gerade noch rum reißen. Vikinger-Weisheiten aus dem Samba-Land sind in dieser Form schlicht und ergreifend überflüssig.
 
Mit dem ruhig beginnenden und sich herrlich steigernden “From The Rooftops” steigen dann die Prog-Metal-Götter von Fates Warning in ihren Set ein und sofort zeigt sich das Publikum begeistert. Über die Songauswahl lässt sich bekanntlich immer streiten, aber die Tatsache, dass jedes Album mit Ray Alder – mittlerweile satte 30 Jahre in der Band - mit mindestens einem Song bedacht wurde, zeigt die Bereitschaft die Meute zumindest im Rahmen des Machbaren zufrieden zu stellen. So gab es reichlich Höhepunkte und anhand der Publikumsreaktionen darf man zu diesen auf jeden Fall “Seven Stars” vom aktuellen Output und die geschickt ausgewählten, härteren Teile IX und XI von “A Pleasant Shade Of Grey” zählen. Ray Alder lieferte dabei eine tolle Vorstellung ab, auch wenn der FATES WARNING, Armored Dawn, Fallen Arise (Aschaffenburg 2017)Herr, der im übrigen optisch genau wie Jim Matheos kaum Alterserscheinungen aufweist, es inzwischen vermeidet in die ganz hohen Passagen vorzudringen. Frenetisch gefeiert werden natürlich auch “The Eleventh Hour” und “Point Of View”, die den offiziellen Set beenden. Aber Fates Warning lassen sich nicht lange bitten und hauen mit “Through Different Eyes” und “Monument” noch zwei herrliche Zugaben raus. Über die technischen Fähigkeiten jedes einzelnen Musikers braucht man sich wohl nicht mehr auszulassen und so hat sich wieder einmal bestätigt, dass Fates Warning zu den ganz Großen gehören.
 
Text: Hansy
 

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