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METALFEST OPEN AIR FESTIVAL 2013

METALFEST OPEN AIR FESTIVAL

20.-22.6.2013 Freilichtbühne Loreley

 

Das Loreley Amphitheater ist schwer zu toppen! Was für eine herrliche Location. Das Metalfest Open Air Festival wird hier langsam aber sicher zur Tradition. Ein buntes metallisches Programm von Hardrock bis Black Metal, Top Organisation und ein tolles Ambiente. Die vollen 3 Tage haben wir es organisatorisch nicht geschafft vor Ort zu sein, aber die ohnehin musikalisch am interessantesten Tage Donnerstag und Freitag können wir im Folgenden größtenteils beleuchten.....

 

Donnerstag

 

SIX FEET UNDER

Noch am Auto hören wir die ersten Pig Squeels von Chris Barnes und eilen vor die Bühne, was wir nach ca. 15 Minuten auch geschafft haben. Chris Barnes und seine Truppe haben die Meute fest im Griff. Die Dreadlocks des Sängers streifen beim Rotorbangen über den steinernen Bühnenboden. Das Set kann sich sehen lassen und es folgt Abrissbirne auf Abrissbirne. Zum Abschluss gibt es noch das Cannibal Corpse Stück „Hammer Smashed Face“ vom „Tomb of the Mutilated“ Album. Wie immer gut! (Denis)

 

PARADISE LOST

Ich stehe schon immer auf diese Band, weiß aber auch um ihre nicht so dolle Live Performance vor allem bei Tageslicht. Bei katastrophalem Sound wird mit „Widow“ vom Albumklassiker „Icon“ losgelegt, welches von „Honesty In Death“ und „Erased“ gefolgt wird. Sänger Nick Holmes ist sichtbar angefressen wegen dem Sound und der mittlerweile etwas „beleibtere“ Greg Mackintosh jagte ein Riff nach dem anderen raus. Bassist Steve Edmondson sieht wie immer nach: „Ist mir alles egal“ aus, einzig Gitarrist Aaron Aedy machte gute Miene zum matschigen Soundbrei und lässt seiner Frohnatur freien Lauf. „Soul Courageous“ und ein weiterer neuer Song „In This We Dwell“ vom aktuellen Album „Tragic Idol“ werden gespielt, bevor es zu dem „Shades Of God“ Doppelpack „Pity The icedearth-mfSadness“ und dem ersten richtig großen Hit der Band aus Halifax „As I Die“ kommt. Der Sound ist ab jetzt etwas besser, aber die Messe ist gegessen und so muss ich im Nachhinein, so leid mir das für die Band auch tut, eingestehen PARADISE LOST sind die großen Verlierer des Festivals und da konnten auch „Tragic Idol“, „Enchantment“, „Faith Divides Us – Death Unites Us“ sowie der Abschlusstrack „Say Just Words“ nichts ändern. (Denis)

 

ICED EARTH

Auf diesen Auftritt war ich besonders gespannt, da ich die Band mit dem neuen Sänger Stu Block bislang noch nicht gesehen hatte. Mit dem neuen Track „Dystophia“ ging es los… Allerdings hatte auch Stu das Nick Holmes Problem und seinen Gesang hörte man zunächst nicht. Nach ein paar Sekunden war das Thema geklärt und nun konnte der Gute richtig loslegen. Klasse! Positiv angetan von Stu´s stimmlicher Leistung sowie Bühnenpräsentation feierte ich Tracks wie „Dark Saga“ (!), „Watching Over Me“ und „I Died For You“ (wer ist nochmal Matt Barlow?) ab. Auch die uralt Stücke „Pure Evil“ und „Iced Earth“ kommen sehr gut an. Rundum zufrieden warten wir auf die unsere Metal Queen. (Denis)

 

DORO

Vom ersten Ton an hat Doro die Loreley fest in ihrer Hand und feiert was das Zeug hält. Ist zuvor der Laufsteg von der Bühne zum Publikum eher spärlich genutzt worden verbringt Doro die meiste Zeit des 60 Minuten Auftritts auf doro-mfden Brettern und kommt sogar noch an die Seiten im Fotograben um möglichst viele ihrer Jünger zu umarmen. Eine super Stimmung mit tollem Publikum und einer wie immer sehr gut aufgelegten Doro. (Denis)

 

TESTAMENT

Trotz schon gut 30 Minuten Zeitverschiebung im Spielplan lassen sich TESTAMENT viel Zeit bei ihrem Aufbau/Linecheck und hauen sogar noch einigen Minuten drauf. Ich fühle mich gerade an das Bang Your Head vor ein paar Jahren erinnert als die Thrasher ebenfalls ewig und drei Tage gebraucht hatten um auf die Bühne zu kommen. Technische Probleme können es ja nicht gewesen sein, denn lange nachdem alles stand und gecheckt war passierte nichts auf der Bühne. Am schlimmsten war jedoch das der Himmel immer düsterer wurde und starker Wind aufkam . Endlich legten Chuck Billy und seine Mannen mit „Rise Up“ los und trotz dem langen Instrumenten und Soundcheck kam den Fans zunächst ein Klangbrei ohne Gesang entgegen. Das sollte sich schnell bessern und „More Than Meets the Eye“ wurde direkt nachgeschoben. „Native Boold“ und „True American Hate“ folgen gleich zwei weitere Songs vom neuen straken Album „Dark Roots Of Earth“. Ich persönlich bevorzuge bei Festivals eine Best Of Show aber auf der anderen Seite befinden sich Testament gerade auf der Dark Roots of Europe Tournee. Aber nicht nur die Band setzt auf Sturm, sondern Kollege Petrus ebenfalls und so vertreiben uns starker Regen und heftige Sturmböen auf die Rheinblick Terrasse in die schützende Obhut des festinstallierten Essenstandes, wo wir uns bei einigen Rinds und Bratwürstchen die restliche Show von /testament-mfTESTAMENT anhören. Eine Sturm/ Regenpause nutzen wir um schnell zum Hotel Prius zu kommen und müssen feststellen, dass viele Fans trotz dem Wetter die Band abgefeiert haben. Die folgenden CHILDREN OF BODOM hören wir nur noch aus der Ferne. (Denis)

 

Freitag

Der Vormittag und frühe Nachmittag wird ausgiebig für die Erkundung der Umgebung genutzt und mein Eindruck vom Vortag wird nicht getrübt - alles da was ein Festivalbesucherherz benötigt und an dieser Stelle nochmal ein Lob an die Essenstände die weit weg von Festivalfraß sind und das reichhaltige Angebot durchweg sehr lecker ist und die Preise sich im Rahmen halten. Wobei das Bier mit 3,50 Euro gerade noch tolerierbar ist. Eigene nichtalkoholische Getränke bis 0,5L in PET oder Tetrapak dürfen mit aufs Gelände genommen werden. Glas ist auf dem Gelände und Campingbereich verboten. Wer sich noch schnell einkleiden muss, kann das an den vielen Ständen machen wo es von Klamotten, über Patronengurte bis zu Flaschenöffnern in Penis-Form (müssten das nicht Dosenöffner sein?) alles gibt. So, der Festival Freitag ist schon im Gange….

 

MAJESTY

„Metal Law“ ist der Einstieg und wieder versagt zunächst das Mikro, mir graut es schon vor dem schlechten Sound des Vortages, was aber zum Glück nur ein Moment ist, denn insgesamt ist der Sound heute besser. Die Deutschen Manowar feuern ihr Publikum stark an und ernten dafür viel Applaus. Mir persönlich sind die einstudierten Posen zu übertrieben aber der Erfolg gibt der Band um Tarek Maghary ja recht. (Denis)

 

VARG

2013 ist eindeutig das Jahr von VARG die anscheinend auf fast jedem Festival des Sommers spielen und die zahlreichen Fans sind mit ihren rot/schwarzen Paintings unübersehbar. „Wir sind die Wölfe“ wird entsprechend gut aufgenommen und jeder weitere Song mehr und mehr abgefeiert. Der Höhepunkt der Show ist auch gleichzeitig der letzte Song „Rotkäppchen“ zu welchem zahlreiche Mädels aus dem Publikum auf die Bühne gerufen wurden um die Band zu unterstützen. Klasse Auftritt. (Denis)

 

 

HYPOCRISY

Die Verschwörungstheoretiker um Peter Tägtren entern die Bühne gegen 16 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und vor gut gelauntem Festivalpublikum. Das verläuft sich zwar zu diesem Zeitpunkt etwas und ist noch nicht allzu zahlreich, was aber keine allzu großen Probleme bereitet: Die Schweden-Veteranen spielen ihren melodischen Death Metal genauso schnell, brutal und tight, wie man das von ihnen gewohnt ist, wobei es gerade die Abwechslung zwischen hektischen und stampfenden, melodischen Passagen ist, die für eine auch live super funktionierende Dramaturgie sorgen. Gerade die zweistimmigen Schweden-Riffs sind einfach umwerfend und verbreiten, mit Keyboards untermalt, auch zu diesem frühen Zeitpunkt eine erhabene Atmosphäre im Amphitheater. Entsprechend gut kommt auch das neue Material von „End of Disclosure“ an und Hypocrisy werden ganz zu recht abgefeiert. (Torsten)

 

 accept-mf

 

J.B.O.

Die fränkischen Spaßbacken kann man als Veranstalter eigentlich immer buchen – für gute Laune ist garantiert. So war es dann auch hier „auf dem Felsen“ ein leichtes Spiel für die Frontmänner Hannes und Vito ein bisserl Stimmung ins Rund zu zaubern. Die Witze kamen an und die Songs wie „Verteidiger des Blödsinns“ oder der Hit „Ein guter Tag zum Sterben“ (da sangen wirklich Hunderte mit!) wurden abgefeiert. Klar, die große Zeit (volle Hallen, hohe Chart einstiege) von J.B.O. ist vorbei, aber die rosa gefärbten Fun – Metaller haben immer noch ein starkes Following und kommen sympathisch rüber. Sie müssten es jetzt einfach mal wieder schaffen ein Knaller Album zu schreiben – die letzten Werke der 4 waren nämlich nur „Okay“. Wie auch immer – an diesem sonnigen Freitagnachmittag haben sie gut für Kontrast (und das nicht nur farblich) gesorgt!

(Arno)

 

SOULFLY

Vor kurzem sah ich Sepultura Live auf dem Rock Hard Open Air und nun Soulfly auf dem Metalfest. Der direkte Vergleich ist also da, doch wer nun besser ist kann man schwer sagen. Andreas Kisser & Co. halten das Erbe der Brazil Legende hoch und haben mit Derrick Green einen guten Frontmann. Max Cavalera strebt mit seinen Soulfly auch nach der Krone und hat den Vorteil das er, so finde ich, bessere Songs schreibt als Kisser mit Sepultura. Naja on Stage können jedenfalls Beide überzeugen und witzigerweise flippen die Fans immer dann am Meisten aus wenn Oldies ala „Refuse/Resist“ oder „Territory“ gezockt werden. Aber es wäre unfair die Leistung der vier Mann hier auf der großen Metalfest Bühne nur deshalb zu loben. Soulfly haben auch genug Eigengewächse wie z.B. „Back to the Primitive“ die überzeugen können. Der Groove dieses „Tribal/Ethno Metals“ sorgt jedenfalls dafür das die Fans in dem herrlichen Loreley Rund kräftig headbangen. Max Cavalera stampft nach dem Gig also zufrieden von der Bühne, wird von den an der Seite zuschauenden Slayer Axtmännern King & Holt abgeklatscht und begibt sich dann in den bereitstehenden Van. Doch etwas feht...richtig: Sohnemann Zyon! Der hat an den Drums heute einen Mörderjob hingelegt und watschelt jetzt erschöpft zu Daddy in den Kleinbus, wohingegen der langbärtige Basser Tony Campos noch da bleibt um sich die anderen Gruppen anzuschauen. Guter Gig, schön intensiv, aber eine Sepultura Reunion im Original Line Up wäre trotzdem geil....

(Arno)

 

ACCEPT

Accept sind so altgedient, eingespielt und professionell, dass es schon mit dem Teufel zugehen müsste, würde die Band zur Metalfest-Prime Time etwas anderes liefern als eine überzeugende Show mit starken Songs, donnerndem Sound und einer dicken Portion Gitarrenposing. Und entsprechend läuft hier alles wie erwartet: Der unermüdliche Wolf Hoffmann, der stets sympathisch wirkende Peter Baltes und Reibeisenstimme Mark Tornillo beeindrucken mit starker Bühnenpräsenz und sind wohl die ersten Akteure dieses Tages, die vom sich im mittleren down-mfBereich der Bühne angebrachten und sich in Richtung Publikum erstreckenden Steg ausgiebigen Gebrauch machen. Bei noch immer sehr angenehmen Temperaturen und tief stehender Abendsonne schmettern die Urgesteine Klassiker wie „Metal Heart“, „Princess of the Dawn“, „Balls to the Wall“, „Breaker“, „Losers and Winners“ und „Fast as a Shark“ - und das Publikum schmettert aus voller Kehle mit. Natürlich fehlt auch neues Material der Tornillo-Ära wie „Stalingrad“ und „Hung, Drawn and Quartered“ nicht. Auch wenn mir das Posing bei Accept immer ein bisschen viel ist und ich mit den neueren Sachen eher weniger anfangen kann – eine bärenstarke Show ist es trotzdem. (Torsten)

 

 

 

DOWN

Bin jetzt nicht der Riesen Down Fan, aber Live sehen wollte ich die New Orleans Truppe um ex Pantera Sänger Phil Anselmo schon immer mal. Phil kam raus und ging sofort auf den Laufsteg um mit den Fans zu interagieren. Der Typ war extrem gut drauf und gab wirklich alles! Der schwere Doom Core der Vier wurde herrlich drückend dargeboten und es machte Spaß sich das mal zu geben. Der kahlgeschorene Frontmann ist einfach ein begnadeter Entertainer und seine leichte Durchgeknalltheit erklärte er damit das er mit 45 immer noch täglich Gras raucht! Kirk Windstein und Pepper Keenan machten auch eine klasse Show und ließen die Gitarren richtig braten. Kirk scheint gut mit Accept Sänger Mark Tornillo zu können, denn er schaute sich vorher die Show der German Metal Legend an und Mark war nun seinerseits am Down Bühnenrand postiert. Fazit: Unterhaltsamer Gig mit extrem slayer-mf1motivierten Muckern und einem wahnwitzigen Sänger der am Ende des Gigs noch die Roadcrew zur Jamsession auf die Bühne holte. Sehr Cool! Thumps Up not Down! (Arno)

 

 

 

SLAYER

Der eigentliche Headliner kommt auf diesem Festival zu relativ später Stunde auf die Bühne: Slayer stehen hier erst für 23 Uhr auf dem Programm. Von Müdigkeit trotzdem nirgends eine Spur, weder vor noch auf der Bühne: Slayer werden von einem frenetischen Publikum ausdauernd abgefeiert, und das mit allem Recht. Tom Araya legt eine aufnahmereife Gesangsleistung hin, Energiepaket Kerry King bangt sich wie immer durch den Set, ohne müde zu werden, und auch Gary Holt überzeugt mit massiver Bühnenpräsenz, wobei er das Kunststück fertigbringt, die chaotischen Hanneman-Soli zu schmettern und dabei immer irgendwie elegant auszusehen. Die Darbietung wird gekrönt durch eine unglaubliche Setlist: Viele „Seasons“-Stücke („Seasons in the Abyss“, „Hallowed Point“, „War Ensemble“ und natürlich „Dead Skin Mask“), je zwei Songs von „World Painted Blood“ (der Titeltrack als Opener und später „Hate Worldwide“), „God Hates us All“ („Disciple“ und „Blood Line“ - eine gelungene Überraschung!) und „South of Heaven“ („Mandatory Suicide“ und „South of Heaven“), und mit „Chemical Warfare“, „The Antichrist“, „Die by the Sword“, „Postmortem“, „Raining Blood“ und natürlich „Angel of Death“ sehr viel altes Material. Diese fantastische Songauswahl bringen Slayer mit der ihnen eigenen brachialen Gewalt und Präzision rüber und einer wie üblich hektischen und zugleich stimmungsvollen Light-Show; und über der Loreley-Bühne steht die ganze Zeit über ein fast perfekter Vollmond.

Gespannt fragt man sich, wie Slayer mit dem tragischen Tod von Gründungsmitglied und bis zu seiner Krankheit vor zwei Jahren aktiven Gitarristen Jeff Hannemann umgehen würden, hatten sie sich doch entschieden, nicht zu pausieren und ihre Europatermine einzuhalten. Schon bei der Ankündigung zu „Postmortem“, als Tom mit ruhiger Stimme ins Publikum fragt: „Do you wanna die?“, hat man das Gefühl, er wolle auf Hannemans Tod zu sprechen slayer-mf2kommen – ob das beabsichtigt war oder nicht, die Begeisterungsstürme, die diese Frage auslöst, lassen es nicht zu. Ohnehin haben Slayer hier einen anderen Weg gefunden: Vor „Angel of Death“ wird plötzlich das Slayer-Backdrop herabgenommen, was den Blick auf ein neues Artwort freigibt: Hannemans klassisches Heineken-Logo mit seinem Namen und den Jahreszahlen in der Mitte, ergänzt nun um die Worte „Angel of Death“ im oberen, „Still Reigning“ im unteren Halbkreis des Logos. Eine bewegende Art, Hanneman Lebewohl zu sagen, dem Slayer so viel verdanken. Die bange Frage bleibt natürlich: Was wird aus Slayer ohne Hannemann und Lombardo? Nach einer solchen Show, heftig, atemberaubend und schlichtweg unvergeßlich, wie sie nun einmal war, kann man nur fest darauf hoffen, dass „das Nonplusultra des Thrash-Metal“ (um es mit Bretträger zu sagen) nicht ans Aufhören denkt. Niemals. (Torsten)

 

www.metalfest.eu

 

Fotos: Denis - Way Up Magazin, ausser Slayer: Torsten.

 

 


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