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Uriah Heep (Aschaffenburg 2012)

Uriah Heep

9.12.12 - Aschaffenburg, Colossaal

 

images/live-pic/2012_12/UriahHeep.JPGIch muß gestehen, daß das heute erst mein zweites Liveerlebnis in Sachen Uriah Heep war. Das erste Mal liegt 18 Jahre zurück, seinerzeit noch als Vorband für Deep Purple. Wobei 18 Jahre für Heep-Verhältnisse natürlich kein sonderlich langer Zeitraum sind, immerhin kratzt die Legende des epischen Hardrocks bald an der 50er-Marke.

Stichwort Vorband: Eine solche gab es heute nicht, somit galten die etwas mehr als 30 € Eintritt nur für eine Band. Das Gros der Anwesenden hat das vermutlich nicht sehr gestört, immerhin war der Colossaal komplett ausverkauft, aber wenn Uriah Heep schon ohne Support touren, hätte der Veranstalter wenigstens einer lokalen Band die Chance geben können, für die Legende zu eröffnen. Nun, vermutlich war ihm und der Band eher daran gelegen, das Konzert nicht zu spät enden zu lassen, immerhin war es ein Sonntag, und der durchschnittliche Heep-Fan steht seit vielen Jahren im Berufsleben und ist froh, wenn er rechtzeitig zu Hause ist. Der Altersdurchschnitt lag images/live-pic/2012_12/UriahHeep1.JPGerwartungsgemäß nur deshalb nicht über 40, weil so mancher seinen Nachwuchs mitgebracht hatte, um die nächste Metalgeneration heranzuzüchten.

 

Pünktlich um 20.00 Uhr begann dann die Show, Uriah Heep erwischten einen sauberen Einstieg mit dem treibenden „Against the odds“ vom unterbewerteten „Sea of light“-Album. Bernie Shaw war gut bei Stimme und glänzend aufgelegt, alberte gerne herum und kann ein paar durchaus passable Brocken Deutsch. Seine Hintermannschaft war nach geschätzten drei Millionen Konzerten erwartungsgemäß tight und perfekt aufeinander eingespielt, wobei Mick Box natürlich der Star des Abends war. Der alte Rockhund, der images/live-pic/2012_12/UriahHeep2.JPGAnführer der Gang, der unkaputtbare Meister, den tatsächlich eine magische Aura umwehte, wie er so seinem Instrument betörende Klänge entlockte; in seinen Händen wurde die Gitarre zum Zauberstab, der uns Weisen aus alten Zeiten brachte. „Gypsy“ etwa, „July morning“, „Free and easy“, „Easy living“, die unvermeidliche „Lady in black“, “Traveller in time” oder “Sunrise”. Aber auch neuere Stücke wie „Nail on the head“ oder „Into the wild“, die beim Publikum natürlich weniger Euphorie auslösten, nichtsdestotrotz gut ankamen und auch qualitativ überzeugen können. Uriah Heep ist eben keine Nostalgietruppe, wie auch Bernie Shaw an einer Stelle augenzwinkernd anmerkte: „Wißt ihr, wir haben durchaus ein paar Sachen nach 1976 herausgebracht.“ Und die können sich auch noch hören lassen, in der Tat.

 

Inklusive Zugaben dauerte das Konzert knapp über 90 Minuten und hinterließ unterm Strich ein zufriedenes Publikum, welches anschließend beim Gedränge am Merchandisestand die letzten Kraftreserven mobilisierte. T-Shirts waren für 25 € zu haben, für den kleinen Geldbeutel gab es Anstecker, für den großen das mittlerweile offenbar szeneweit etablierte VIP-Package mit einem Treffen mit der Band, Autogrammen, Fotos, blablabla. Heep nehmen dafür 80 €. Ich begnügte mich mit dem reinen Liveerlebnis, denn das war hervorragend. Ich hätte nichts dagegen, kämen Uriah Heep auf der nächsten Tour mit doppelter Spielzeit, die alten Herren auf der Bühne aber vermutlich schon, hehe. Nichtsdestotrotz: die Legende untermauerte ihren Status überzeugend und macht hoffentlich noch lange weiter.

 

Bericht & Fotos: Till


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