Mayhem - Liturgy Of DeathMayhem - Liturgy Of Death
(Century Media)

Machen wir uns ehrlich: Vom eisigen, verrauschten Necrosound der Anfangstage haben sich MAYHEM schon lange verabschiedet. Spätestens seit „Ordo Ad Chao“ haben die Norweger jegliche Erwartungshaltung hinter sich gelassen. Angetrieben werden sie auf ihrem mittlerweile siebten Album von einem stets jung gebliebenen Hellhammer (der gute Mann steuert mittlerweile auch auf die 60 zu). Die beiden „Neuen“ im Line-up, Ghul und Teloch, sind auch auf „Liturgy Of Death“ wieder für die musikalischen Hauptideen zuständig.

Musikalisch schreitet die Band dabei weiter auf dem Weg voran, auf dem sie sich bereits auf dem 2019er Werk „Daemon“ befand. Will heißen: Richtung Vergangenheit. Vorbei sind Industrial-Ausflüge oder pures Chaos. Vielmehr setzen MAYHEM auf Atmosphäre, Finsternis und all das, was die Band in ihren Anfangstagen ausgezeichnet hat — freilich in einem wesentlich „besseren“ Soundgewand. Einzelne Tracks herauszustellen, verbietet sich deshalb, weil jede Nummer hier abwechslungsreich und facettenreich geraten ist. So freut man sich als Hörer bei jedem Durchgang auf die wie in einem Bienenschwarm anfliegenden Gitarren des abschließenden „The Sentence Of Absolution“, den stimmungsvollen Mittelteil von „Weep For Nothing“ oder das eskalative Finale von „Realm Of Endless Misery“.

Was spricht nun dagegen, sich „Liturgy Of Death“ zu Gemüte zu führen? Alles, was es darauf zu hören gibt, ist absolut nicht neu. Vielleicht könnte man als Kritiker sogar sagen, dass das Album — wie schon der Vorgänger — ein sehr weißes Malen-nach-schwarzen-Zahlen ist. Ja, die Songs sind allesamt gut und funktionieren, jedoch könnten sie in dieser Form auch von vielen anderen Black-Metal-Bands da draußen stammen. Würde man hier einen Blindtest machen, würde lediglich Frontmann Attila darauf hindeuten, mit wem man es zu tun hat — auch wenn der Ungar dieses Mal auf komplett abgefahrene Vokalakrobatik verzichtet.

Am Ende überwiegt das Positive. Schließlich hat man es hier mit einer Band zu tun, die schon ewig im Geschäft ist. Hört mal rein — gerade, wenn ihr Fans des letzten Albums seid!


(Manuel)


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