Aktuelles Magazin

Totentanz Magazin Nr. 28 out now!

Totentanz on

Aktuell sind 173 Gäste und keine Mitglieder online

the-order-logo

The Order aus der Schweiz, dürfen den wenigsten so richtig bekannt sein. Die Formation aus Bern, hat mit „1986“ ihr mittlerweile viertes Album, seit 2006, veröffentlicht und sich dem, in der Schweiz, so beliebten Hard Rock/Melodic Metal verschrieben. Sänger Gianni Pontillo ist einigen vielleicht schon durch Pure Inc. bekannt. Der Rest von The Order, war eine Zeit lang bei den Groove-Thrashern Gurd, um Ex-Poltergeist Gitarrero V.O.Pulver, aktiv. Während die ersten drei The Order Alben etwas moderner angehaucht waren, hat das neue Album, wie der Titel „1986“ schon vermuten lässt, eher einer 80er Schlagseite. Auch hat die Band mit Massacre Rec. ein neues Label gefunden.

 

TT: Ihr habt mit „1986“ vor ein paar Monaten eure mittlerweile 4. Scheibe veröffentlicht. Zwischen der letzten Scheibe „Rockwolf“ und der Neuen, lagen 3 Jahre, vermutlich weil sich euer altes Label Dockyard 1 verabschiedet hat. „1986“ klingt wesentlich 80er lastiger als die anderen Alben, die wesentlich moderner klangen…

 

Bruno: Das war Absicht und durchaus so gewollt, deshalb heißt sie auch so, wie sie heißt. Wir klangen auf den ersten Scheiben etwas moderner, hatten aber auch da schon klassische Hard Rock Elemente drinnen. Es hat sich im Laufe der Zeit etwas in Richtung der 80er entwickelt. Schlussendlich sind wir jetzt da angekommen, wo wir jetzt sind, nämlich im Jahr 1986. Haha…es ist ein Stil, der uns gut gefällt und den wir gerne hören, zum anderen ist Giannis Stimme einfach prädestiniert für solche Musik. Wenn wir mit Thrash Songs um die Ecke kommen würden, würde das nicht mehr so gut aufgehen.the-order-color_klein

 

TT: Und wieso ausgerechnet 1986, kam da ein spezielles Lieblingsalbum von euch raus?

 

Bruno: Nee, der Grund ist einfach der, das 1984 und 1987 schon besetzt waren. Von Van Halen respektive Whitesnake…haha…und wir haben mal nachgeschaut, 1986 kamen tatsächlich einige von meinen Favorite- Records raus. Ich bin Judas Priest Fan und ich oute mich jetzt mal, das „Turbo“ eine meiner liebsten Judas Priest Scheiben ist. Die richtig alten Priest-Fanatiker werden mich dafür wahrscheinlich kreuzigen, aber so sehe ich das nun mal.

 

TT: Naja, am Anfang war ich von „Turbo“ auch enttäuscht, mit ein paar Jahren Abstand, finde ich die auch nicht mehr so schlecht, wie am Anfang.

 

Bruno: Also mir hat die schon damals gefallen. Ich finde, das ist eine grandiose Scheibe mit super Songs. Natürlich ist das Zeug ziemlich poppig, aber…pfff….wenn es gute Songs sind, stört mich das nicht.

 

TT: Ihr habt mit Massacre Records auch ein neues Label, nachdem es Dockyard 1 nicht mehr gibt.

 

Bruno: Ich glaube „Rockwolf“, die dritte The Order Scheibe, die im Herbst 2009 herausgekommen ist, war die letzte Veröffentlichung, die Dockyard überhaupt noch auf die Reihe bekommen haben. Die Platte kam in die Läden und dann ist gar nichts mehr passiert. Keine Promotion, kein Vorschuss für die Studiokosten. Das war alles sehr mühsam für uns. Wir haben noch versucht ,da etwas rauszureißen, aber wir hatten da keine Chance. Zwei Mitarbeiter von Dockyard, haben den Piet Sielck (Iron Saviour) einfach mit dem Label sitzen lassen, das war eine ziemlich unschöne Geschichte. Wir haben uns dann erst einmal zurückgezogen und uns alle Zeit der Welt genommen, um eine wirklich geile Scheibe zu machen. Wir hatten auch schon damals die Idee, eine Scheibe zu machen, die nach Mitte der 80er klingt. Die Songs mussten alle passen. Ich hatte 20 Songs geschrieben, von denen wir gut die Hälfte in die Tonne getreten haben, weil es einfach nicht richtig gepasst hat. Als wir dann irgendwann mal 5 Songs aufgenommen hatten, habe ich die einfach mal dem Mat Sinner (Sinner, Primal Fear) geschickt. Den kannte ich noch von den Rock For One World-Festivals. Ihm hatten unsere Sachen wohl immer gefallen und er hatte uns angeboten, wenn wir mal Hilfe bräuchten, sollten wir uns bei ihm melden. Ich habe das damals schon etwas als „Blabla“ abgetan, wie man das halt so kennt. Ich habe ihm das Zeug trotzdem mal geschickt und er hat sich auch gleich bei mir gemeldet. Er fände das sehr geil und hat sich mal umgehört. Ja, und innerhalb von kürzester Zeit, hatten wir zwei Angebote auf dem Tisch. Eines davon war Massacre, das hat besser gepasst, als das andere, und da haben wir zugesagt.

Ich war echt extrem überrascht und ich rechne ihm das hoch an, dass er uns da selbstlos geholfen hat. Mit Massacre sind wir auch sehr zufrieden, die machen sehr gute Arbeit die Jungs. Auch die Promoarbeit ist toll. Davon hätten wir bei Dockyard nur träumen können. Wobei ich da jetzt nicht alles schlecht reden will. Die ersten beiden Platten haben sich anständig verkauft und da ist die Kohle auch immer gekommen. Das war nie ein Problem. Die Erfahrung mit der letzten Platte war halt schon übel. Schwamm drüber, wir sind jetzt bei Massacre und da läuft alles.

 

the-order-live1_kleinTT: Die nächste Frage bekommt wohl jede Schweizer Hard Rock Band regelmäßig gestellt, mal sehen, was du für eine Antwort parat hast. Es gibt etliche Bands aus der Schweiz, aber „das“ musikalische Trademark der Schweiz ist immer der klassische Hard Rock. Sag was dazu…

 

Bruno: Keine Ahnung, haha…ich weiß nicht, ob das ethnisch bedingt ist. Wir haben halt mit Krokus und Gotthard oder auch Shakra die größten Bands und die spielen alle klassischen Hard Rock. Ich habe da auch keine Erklärung dafür. Klar gibt es noch andere Bands, Coroner haben seinerzeit auch ziemlich was erreicht…

 

TT: Nach einem Song, von deren erster Scheibe unser Magazin übrigens benannt ist…

 

Bruno: Jetzt wo du das sagst, fällt mir das erst auf, der Name der Mags war mir aber schon ein Begriff. Cool…ja aber, bei Rock-Musik aus der Schweiz, denkt jeder erst mal an den klassischen Hard Rock.

 

TT: Ihr  habt alle vier Scheiben auch in der gleichen Besetzung aufgenommen. So oft kommen stabile Line-Ups nicht vor. Zumal die Band jetzt keine wirklichen Bekanntheitssprünge gemacht hat. Ich habe im Netz auch gesehen, dass du mit deinem Drummer und deinem Basser vorher schon bei Gurd und noch einer anderen Band gespielt hast. Habt ihr jetzt mit Massacre noch mal den Hintergedanken, das da noch was gehen könnte?

 

Bruno: Was soll ich da sagen? Wir sind alle schon eine ganze Weile im Geschäft. Ich spiele seit 20 Jahren in verschiedenen Bands mit dem gleichen Bassisten und dem gleichen Schlagzeuger zusammen. Wir hatten eine Industrial-Band, dann haben wir bei Jerk, einer Thrash Metal Band gespielt, wir haben dann die letzten Jahre bei Gurd gespielt. Eine moderne Thrash Band aus Bern, die gibt es ja noch und sind recht bekannt. Jetzt sind wir schon seit 7 Jahren in der Besetzung mit Gianni zusammen. The Order ist ganz klar kein zeitintensives Projekt. Wir proben auch nicht regelmäßig. Wenn wir eine Show haben, proben wir vorher oder wenn wir ins Studio gehen. Das Songwriting läuft so, dass wir die Songs nicht im Proberaum zusammen erarbeiten. Die schreibe ich zu Hause fix und fertig und Gianni packt seine Texte darauf. Da ich mit Andrej (Bass) und Mauro(Drums) schon seit 20 Jahren zusammen Musik mache, ist es auch nicht unbedingt notwendig, das wir ewig zusammen proben. Wir kennen uns echt gut und seien wir ehrlich, die Musik, die wir machen, ist nicht extrem anspruchsvoll. Das Zeug, das ich bei Gurd gespielt habe, dass macht die rechte Hand nicht mehr mit *lacht*. Da bin ich total aus der Form, dass muss ich wieder üben. Mit Ausnahme von unserem Sänger, haben wir alle Familie und 100 prozentige Jobs. Wenn wir etwas aufnehmen oder Shows spielen, wollen wird das richtig professionell machen. Aber wenn wir im Jahr 10-12 Shows spielen ist das ok. Mehr ist da auch nicht drin‘ .

 

TT: Euer Sänger Gianni hat aber noch andere Bands, wie z.B. Pure Inc., oder?the-order-promo_klein

 

Bruno: Pure Inc. gibt es nicht mehr. Aber ja, Gianni ist wesentlich beschäftigter als wir. Er ist noch Sänger in der Band vom Slädu (Zlatko Perica), der ist in der Schweiz ein ziemlich bekannter Gitarrist, unter anderem *lacht* von DJ Bobo…ähm…und solchen Koryphäen. Der hat auch eine eigene Rockband, die hatten dieses Jahr 30 Shows, Gianni ist dort Sänger und verdient gutes Geld. Dann ist er noch in einem Projekt, das nennt sich Rock Circus, involviert. Damit spielen die auch etliche Shows, also es bleibt ihm gar nicht so viel Zeit, mit uns so viele Shows zu spielen. Wenn er nur The Order hätte, wäre er sicher unterfordert, aber so stimmt es für alle. Wir haben einen ziemlich guten Draht zum Z7 in Pratteln, dort bekommen wir öfter die Möglichkeit, für größere Acts Support zu machen. Stryper, Y&T und W.A.S.P. haben wir gemacht, das ist natürlich schon cool,  da erreichen wir ein etwas größeres Publikum. Das reicht uns aber auch. Im nächsten März, werden wir zum dritten Mal an dem Rock For One World-Festival in Esslingen teilnehmen, das ist auch immer ganz lustig. Quasi  ein Kurzurlaub für uns alte Familienväter.

 

TT: Gehen wir zum Schluss noch mal etwas in die Bandgeschichte. Wie habt ihr euch als The Order seinerzeit zusammengefunden. Du hattest gesagt, dass du mit Andrej und Mauro, eurer Rhythmussektion, schon immer Musik machst und ihr damals etwas härter unterwegs wart. Wie kam es dazu The Order 2004 zu gründen?

 

Bruno: Den Ausschlag hat die Tatsache gegeben, dass ich 2003 Vater geworden bin. Ich spielte damals bei Gurd und da war schon länger bei mir die Luft raus. Einerseits mochte ich nicht mehr so viele Konzerte spielen, andererseits muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich etwas zu viel hatte, von der Art von Musik. Das Gebretter mochte ich nicht mehr und habe mich nach mehr Melodie gesehnt. Mauro, der Drummer, war zu der Zeit noch bei Gurd und der Basser war schon ausgestiegen. Ich habe dann einfach mal für mich Songs gemacht und die Rohversionen auf meine Webseite gestellt. Dann haben sich ziemlich schnell unser Drummer und der Bassist gemeldet und gesagt „Hey Junge, wir wollen da auch mitmachen“, da waren wir wieder zusammen. Dann hat sich Gianni über‘ s Internet gemeldet. Wir kannten ihn schon, er hatte mit Pure Inc. ein paarmal für Gurd eröffnet. Ich habe schon damals gedacht, so einen Sänger müsste man mal haben, das wäre affengeil! Dann hat er sich von ganz alleine gemeldet. Er hätte die Songs gehört und würde gerne was mit uns machen. Dann haben wir uns getroffen,  es hat sofort gefunkt und kein halbes Jahr später, haben wir schon die erste Scheibe aufgenommen.

 

 (Schnuller)

 

http://www.theorder.ch/


Musik News

Movie News

LIVE REVIEWS