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Kai Arima - Das Mal der BestieKai Arima - Das Mal der Bestie

(Luzifer Verlag)

 

- komplexer und anspruchsvoller Yakuza-Kriminalroman mit Längen -

 

Geboren als Teil der diskriminierten Minderheit der Burakumin, hatte es Yasuhiro Kudo als Heranwachsender nicht leicht. Mit Traditionen behaftet, vom Vater in Umgangsformen und Weisheiten gedrillt, gab es für ihn kaum eine reelle Chance, die ihm das Ausbrechen aus den unteren Gesellschaftsschichten Japans ermöglicht hätte. Da kam dem damaligen Studenten und ehrgeizigen Karate-Kämpfer Kudo das Angebot, für den Paten einer Yakuza Familie als Bodyguard zu arbeiten, gerade recht. Nachdem er sich innerhalb der Familienbande hochgearbeitet hatte, erweiterte sich das Aufgabengebiet des Auftragsmörders weit über Personenschutz, Personendrangsalierung oder Personenbeseitigung hinaus. Er überprüfte und optimierte Profite, analysierte Bilanzen, knüpfte Kontakte zu Gewerkschaftsoffiziellen, assistiere Anwälten bei Immobilientransaktionen der Familie und pflegte Kontakte zur Polizei. Dann lernte Yasuhiro Kudo, mit der Hostess Ayami, die Liebe seines Lebens kennen. Anfangs zurückhaltend und verschämt, dann vollkommen hemmungs- und rückhaltlos. Bis man ihre natürliche und bezaubernde, klassische japanische Schönheit und ihre laszive Gelassenheit nackt, mit Würgemalen übersät und des Lebens beraubt, auf einem Feld im Tokioter Umland fand. Für Yasuhiro Kudo selbstredend ein Desaster. In der Folgezeit tauchten immer wieder ermordete junge Frauen ähnlichen Typs, die zuvor als Hostessen gearbeitet hatten, in Feldern oder Flüssen im Tokioter Umfeld auf. Bis die Mordserie genauso abrupt endete, wie sie begonnen hatte. Als einige Jahre später, im Tokio der späten Neunzigerjahre, erneut eine junge Frau auf die gleiche Weise ermordet aufgefunden wird, schwört der betagte Yakuza Yasuhiro Kudo Rache an dem oder denjenigen, die ihm Ayami genommen haben. Die Jagd und die Recherche nach dem Täter entwickelten sich für Kudo über all die Jahre zu einer wütenden, verbissenen, um nicht zu sagen krankhaften Obsession, die letztlich kein gutes Ende nimmt. Denn irgendwann stößt er auf einen unausweichlichen Interessenskonflikt, der in einem blutigen Desaster mündet.

 

Mit fernöstlichen Anekdoten, poetisch-philosophischen Weisheiten und dem typischen, japanischem Humor erzählt der, 1983 in München geborene Autor Kai Arima, eine Geschichte aus dem Dunstkreis der Unterwelt Japans. ©Kai ArimaDie häufigen, mehr oder minder emotionalen Gedankenspiele seiner Protagonisten, nehmen einen gewichtigen Platz in Arimas komplexem Kriminalroman ein. Sie schleichen stets um Kudos investigative Ermittlungen herum. Die ellenlange Einleitung, die vielen Namen, die schwach ausgeprägten Charakterzeichnungen, die verschiedenen Bezeichnungen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellungen, wie auch der Hierarchien innerhalb der Familien und deren unterschiedlichen Familientraditionen, verwirren den Leser und ziehen die Einleitung in die Länge. Der Kriminalfall "Das Mal der Bestie" ist mir ebenfalls ein wenig zu glatt, aufgeräumt und unspektakulär geraten. Darunter leiden Emotionalität und Tiefe, die über weite Strecken nicht so recht aufzukommen vermögen. Kai Arima ging es offensichtlich mehr darum, die Geschichte rein der Geschichte willen zu entwickeln. Somit ist "Das Mal der Bestie" eine unkonventionelle, von Gedanken getragene Erzählung, die man durchaus als große japanische Literatur ansehen kann. Ich für meinen Teil hätte mir dann aber doch etwas rauere Action, mehr Raum für Tiefe und straffere, spektakulärere Wendungen gewünscht. Der Deutsch-Japaner, der heute in Tokio lebt, hat als junger Mann selbst Erfahrungen in Yakuza-Kreisen gemacht und gewährt daher, einen vielleicht nicht ganz alltäglichen Einblick in die Hierarchien und Machenschaften einer der traditionsbewusstesten, kriminellen Organisationen der Welt. Diese sonderbaren Verflechtungen insbesondere von Familienbanden, Wirtschaft, Kriminalität, staatlichen Interessen, Bürgern, Polizei und Unterwelt, die es in Japan im Einklang zu halten gilt, sind einem Europäer seltsam fremd. Ya-Ku-Za bedeutet auf Deutsch im Übrigen so viel wie 8-9-3 und bezeichnet im Kartenspiel "Oicho-Kabu" ein wertloses Blatt. Nicht ohne Stolz bezeichnen sich die Mitglieder der Yakuza also als die "Wertlosen" der Gesellschaft.

 

(Janko)

 

Kai Arima - Das Mal Der Bestie

Luzifer Verlag

japanischer Kriminalroman

ISBN: 978-3-95835-710-5

332 Seiten

Paperback

Erscheinungstermin: 29.07.2022

EUR 14,95 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

Weitere Formate:

ISBN eBook Kindle: 978-3-95835-711-2

Erscheinungstermin: 29.07.2022

EUR 4,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

"Das Mal Der Bestie " beim Luzifer Verlag: https://luzifer-verlag.de/titel/1704

 

Leseprobe: https://luzifer-verlag.de/leseprobe/1704


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