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David Irons - Polybius-Game OverDavid Irons - Polybius-Game Over
(Luzifer Verlag)

 

- derber 80er Jahre Horror -

 

Portland, Oregon. Wir schreiben Freitag, den 30. Oktober 1981. Einen Tag vor Halloween. Es ist früh am Morgen, als ein unauffälliger Truck unterwegs zur Auslieferung eines ganz besonderen Spielautomaten ist. JERRY'S ARCADE ist sein Ziel und Mr. Steven Röach ist hochzufrieden mit der frisch aufgestellten und nigelnagelneuen Maschine. Jetzt bräuchte sie nur noch Spieler und die würden kommen...oh ja, das würden sie!

 

Das, kürzlich beim Luzifer Verlag erschienene dritte Werk des US-amerikanischen Schriftstellers und Regisseurs David Paul Irons wurde auf 402 relativ kleingedruckte Seiten gepresst. Der 42-jährige Autor, der heute in London lebt, hegt einen angenehmen, locker-flockigen und anschaulichen Schreibstil, der den Leser schnell in seinen bunten Kosmos der 80er Jahre entführt. Irons greift dabei den Mythos über das damals, angeblich wegen diversen Vorfällen wieder vom Markt genommenen ARCADE-Game Polybius auf. Der komplexe Aufbau, die spielerisch eingearbeiteten, empathischen und ausführlich definierten Beschreibungen seiner Protagonisten, der ab und an eingestreute Humor, sowie die zahlreichen Anekdoten und Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit, tun dabei ihr Übriges. Je nach Gegebenheiten nutzt Irons aber auch eine schroffe, bisweilen gar vulgäre Sprache, die auf behutsame Weise das schleichende Unheil aus Blut, Gewalt, berstenden Knochen, Eingeweiden und entsetzlich entstellten Leichen einläutet, welches sich in Portland Bahn bricht und letztlich vollkommen außer Kontrolle gerät.

 

Der heranwachsende sympathische Nerd Matthew Riley ist der totale Computerfreak und ein kleines Genie. Der kleine Scheißer steht auf die 18-jährige Kara Campton, doch die spielt in einer anderen Liga und ist mit dem Leichtathleten Robert "Rob" Conroy zusammen. Doch ganz so zufrieden scheint sie mit ihrer Beziehung zu dem Kleinkriminellen Rob nicht zu sein. Heute Abend wollen sie alle zur Halloween-Party in JERRY'S ARCADE. Auch Matthews Schwester Elizabeth, sowie seine Kumpels Dan und Nick werden zugegen sein. Es soll ein unvergesslicher Abend werden. Matthew weiß gar nicht, wie Recht er damit behalten wird.

 

Als der 55-jährige Jerry Blackwell und seine Angestellte Sophie Watkins die Spielhölle JERRY'S ARCADE an diesem Morgen aufschließen, empfängt sie beide eine eiskalte und bedrückende Aura. Der Ausgangspunkt allen Übels scheint sich an der Stelle zu konzentrieren, an der die neue, schwarze Maschine steht. Als überall in Portland schwarze Transporter auftauchen und POLYBIUS die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung infiltriert, um sie nachhaltig zu verändern, brechen pures Chaos und Gemetzel über Portland herein. Während sich Teile Portlands allmählich in einen hysterischen Wahn steigern, die Stimmung immer aggressiver wird und letzten Endes in einer unkontrollierbaren Orgie aus Mordlust und Totschlag gipfelt, muss einer nach dem anderen auf perfide und widerwärtige Weise dran glauben. ©David Irons - AutorWas sie alle miteinander verbindet, wird sie in dieser Nacht auseinander dividieren. Was steckt nur hinter dieser merkwürdigen tiefschwarzen Maschine und ihren extravaganten Grafiken?

 

Die vielen verschiedenen, verständlich verknüpften Handlungsstränge des farbenfrohen, durchaus brutalen, zum Teil auch etwas schrägen 80er Jahre Horror-Plots, läuten eine intelligente, ausschweifende und äußerst spannend verfasste Geschichte ein. David Irons nutzt oder kreiert intelligente, wortgewandte und witzige bis makabre Redewendungen. Er ist ein wahnsinnig guter Erzähler, der sein Publikum von Anfang an zu begeistern weiß. Man könnte meinen, David Irons sei der geborene Autoren-Profi. Sein Plot ist fesselnd, lebendig und dynamisch, was einen dazu zwingt, das Buch nicht mehr so schnell aus der Hand zu legen. Das ist vor allen Dingen cool, wenn man die 80er Jahre live miterleben durfte, denn David Irons hat den Charme und das Flair dieser unbekümmerten Zeit perfekt eingefangen. Es gibt Floppy-Disks, Pac-Man-Automaten, Donkey Kong, Space Invaders, Recaro-Sitze und Alpine-Anlagen in den Autos, Kassettenrecorder, Atari, Clearasil, Ziggy Stardust, MTV, Walkie-Talkies, Billy Idol, KISS, Cyndi Lauper, Der weiße Hai, Polaroid-Kameras, eben diese ganzen schrecklichen Schönheiten einer wundervollen Epoche. Und auch wenn "Polybius" so richtig herrlich 80er Jahre ist und nicht zuletzt daher schon in eine etwas andere Richtung geht, hat es mich doch teilweise ein wenig an "Clownfleisch" von Tim Curran erinnert. Andere Parallelen und Assoziationen kann man durchaus auch zum 80er Jahre Kino à la "Freitag der 13." oder auch Wes Craven's "Shocker" ziehen.

 

POLYBIUS - populärer Mythos oder Wirklichkeit?

Laut diversen Quellen handelt es sich bei POLYBIUS um ein 1981, von der US-amerikanischen Firma Sinneslöschen hergestelltes Arcade-Game, mit abstrakter Grafik und Rätselelementen, das bei seinen Usern epileptische Anfälle, Psychosen, Halluzinationen, Insomnie, Amnesie, sowie suizidale Gedanken hervorrief und daher kurz nach seiner Einführung wieder vom Markt genommen wurde. Angeblich wurden sieben Geräte in und rund um Portland aufgestellt, die von Männern in schwarzen Anzügen beobachtet und von Zeit zu Zeit ausgelesen wurden. Sie sollen auch geheime, unterschwellige Botschaften übermittelt und in die Gehirne der Gamer gepflanzt haben. Von Gedankenexperimenten ist die Rede. Ob es dieses Spiel, in welcher Form auch immer jemals wirklich gegeben hat, steht wohl in den Sternen (Remakes ausgenommen).

 

(Janko)

 

www.davidironswriter.com/

https://www.facebook.com/david.p.irons

 

"Polybius-Game Over" beim Luzifer Verlag: https://luzifer-verlag.de/titel/1653

 

David Irons - Polybius-Game Over

Luzifer Verlag

Old School Horror

ISBN-13: 978-3-95835-590-3

402 Seiten

Taschenbuch (Broschiert)

Originaltitel: POLYBIUS

EUR 13,95 [DE] inkl. MwSt.

Erscheinungsdatum: 31.07.2021

 

Leseprobe: https://luzifer-verlag.de/leseprobe/1653

 

Original Trailer zu "Polybius": https://youtu.be/S29PjVJxoIc


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