Kerry King – From Hell I Rise (Hail or Kill)Kerry King – From Hell I Rise (Hail or Kill)

(Reigning Phoenix)

 

Manche Alben altern wie Apfelsaft, nämlich schlecht. So erging es auch „Repentless“, dem bisher letzten Album von Slayer. Fand ich es bei Erscheinen noch recht unterhaltsam, muss ich mittlerweile sagen, dass es im Vergleich zu den Frühwerken und den Alben nach der Reunion mit Dave Lombardo doch sehr abfällt. Vielleicht schlecht für mich, „From Hell I Rise“ klingt wie der geistige Nachfolger von „Repentless“. Wenig überraschend war und ist KERRY KING für die Musik beider Alben hauptverantwortlich. Und die ist, gelinde gesagt, spektakulär unspektakulär. Natürlich gibt es Unterschiede, wie die etwas klassischeren Gitarrensoli oder Mark Osegueda statt Tom Araya am Gesang. Slayer, das hört man hier deutlich, woher der Wind weht - spannend wird es, wenn SLAYER nach ihrem bereits angekündigten Live-Comeback vielleicht auch wieder release-technisch in Erscheinung treten. Doch wo „Repentless“ zu oft im Midtempo schwelgte, hat KERRY KING die perfekte Mischung gefunden. Gehen wir in Medias res: Nach dem unnötigen Instrumental-Intro „Diablo“ legen KERRY KING und seine Mannen richtig los. „Where I Reign“ dreht die Aggro-Schraube nach oben und tritt das Gaspedal voll durch. Schon hier fällt auf, dass Osegueda, der in den letzten Jahren mit Death Angel eher melodisch und abwechslungsreich agierte, hier den aggressiven Thrash-Shouter raushängen lässt. Das hätte ich ihm so nicht zugetraut. Insgesamt ist aber auch hier nicht alles Gold was glänzt. Mit „Trophies Of The Tyrant“ und vor allem „Tension“ ziehen sich KERRY KING etwas zu sehr in die Midtempo-Gleichförmigkeit zurück. Das stand den modernen Slayern schon nicht so gut. Hier fehlt die Bösartigkeit, die die frühen Slayer in solchen Songs unterbringen konnten. Man denke nur an „Hell Awaits“ oder „Dead Skin Mask“. Wesentlich besser funktionieren dagegen Tracks wie das rasende „Rage“, das punkige „Two Fists“ oder „Crucifixation“, die etwas abwechslungsreicher daherkommen und weniger auf Atmosphäre, sondern mehr auf Groove und Pit-Action setzen. Die beiden absoluten Highlights stehen mit „Shrapnel“ und „From Hell I Rise“ am Ende des Albums. Ersteres besticht durch seine Wucht und Stop-and-Go-Mechanik, während der Titeltrack alles bietet, was der Maniac von einem mitreißenden Thrash-Song erwartet: Härte, Geschwindigkeit und Eingängigkeit. Auch wenn einzelne Songs qualitativ etwas abfallen, funktioniert „From Hell I Rise“ als Ganzes dennoch gut. Es folgen nie zwei ähnliche Songtypen aufeinander, das Album flacht spannungstechnisch nie ab.Einen Kritikpunkt hätte ich zum Schluss noch: Das Artwork. Das sieht mir doch sehr nach KI aus. Gleichförmige, nichtssagende Fratze, die bis auf den Höllenbezug, nichts mit dem Album zu tun zu haben scheint. Nicht schlecht, aber doch etwas lieblos. Gerade wenn man es mit den detailverliebten Motiven früherer Slayer-Werke vergleicht, weiß man bei dem austauschbaren Totenschädel nicht, ob nun Deicide oder KERRY KING rotieren. Wenn das Cover angezeichnet sein sollte, würde ich die Verwendung noch weniger verstehen. So bleibt am Ende ein, wie eingangs geschrieben, unspektakuläres modernes Nicht-Slayer-Album. Soll heißen, gutklassiger Thrash Metal, der im Vergleich zum direkten Vorgänger deutlich strukturierter und abwechslungsreicher präsentiert wird. Gut 40 Jahre nach Gründung der Originalband sollte man keine neue Revolution erwarten. Ich hoffe, dass dieses Album eine höhere Halbwertszeit hat als „Repentless“. Nach mehreren Durchläufen ein klares: Hail! (Manuel)

 

Slayer Gitarren As Kerry King mit erster Solo Platte! Hat sich ja Zeit gelassen der Glatzkopf. Dafür ist das Ding aber auch saugut geworden. Als großer Tom Araya Fan vermisse ich den Zottelbart hier schon ein wenig, aber muss auch sagen das Death Angel´s Mark Osegueda seine Sache hervorragend macht und sehr nah rankommt. Und King´s Songwriting ist einfach nur fett – Stücke wie „Where I Reign“ oder „Everything I Hate about You“ sind schnelle Thrasher die an Slayer Großtaten wie „War Ensemble“ erinnern und „Trophies of the Tyrant“ oder „Shrapnel“ Midtempo Brutalos erster Güte! Manuel hat schon recht, wenn er von der „perfekten Mischung“ schreibt. Das Level ist durchgehend hoch und der Sound druckvoll und sauber. Es ist ein Thrash Album mit der Kerry King typischen Aggressivität und Härte. Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn Gangshouts und Party Attitüde zugefügt worden wären. Das funktioniert woanders, aber nicht bei KK! Also: Besser als Slayers finale Scheibe „Repentless“? Hmmm, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber definitiv auf gleicher Höhe. Von mir also auch ein blutrotes Hell….ähhh Hail! (Arno)

 

In großen Teilen kann ich mich dem Eindruck von Manuel anschließen. „From Hell I Rise“ klingt in vielen Punkten wie der Nachfolger von „Repentless“. Ich hätte mir zumindest ein Sound Design gewünscht, dass nicht eins zu eins nach den letzten Slayer Scheiben klingt. Vielleicht wollte Mr. King aber zunächst auf Nummer sicher gehen und hat ein Album gemacht, bei dem er weiß, dass es funktioniert. Dann wäre etwas mehr Mut zur Veränderung bei der nächsten Platte wünschenswert.

Revolutioniert „From Hell I Rise“ also das Genre? Nein. Ist es ein gutes Thrash Metal Album? Na aber hallo! Die Songs sind durchweg solide bis richtig gut und es gibt keine Durchhänger. Der einzige Unterschied zu einem regulären Slayer Album ist somit der Gesang von Mark Osegueda. Der macht aber richtig Laune und gefällt mir wesentlich besser als bei Death Angel. Daher gibt es von meiner Seite ein klares „Hail“! (Larc)

 

Schon seltsam. Da liefert Kerry auf seinem ersten Solo Album puren Fan Service ab und somit ein leicht verdauliches Album im Stile wie es jeder gerne hätte und erwartet und dennoch tut man sich schwer damit, es irgendwie geradlinieg zu bewerten. Denn wie so oft stellt sich die AC/DC Frage: Ist das Album jetzt gerade deswegen geil, da man genau das auf hohem Niveau bekommt, was man erwartet oder ist es genau deswegen schlecht, da es einfach nur bekanntes in anderer Form aufgiest (aber natürlich dennoch wie erwähnt auf hohem Niveau). Das muss dann wohl jeder für sich beantworten. Fest steht: mehr Slayer geht ohne Slayer nicht, Riffs wie in "Idle Hands" knallen einem ordentlich um die Ohren und laden direkt zum mitbangen ein und Mark sing tatsächlich aggressiver als bei seiner Stammband Death Angel und lässt somit genügend Platz, um in beiden Kombos existieren zu können, ohne als puren Abklatsch zu gelten. Miesepetrig könnte man durch das erwartbare ein Kill zücken, aber irgendwie wäre das doch komplett daneben und eher ne angenervt-anti Teenie Haltung, somit bleibt ja nur ein "Hail". Und was bitte schön, hätte Kerry denn auch anderes abliefern können, ohne komplett von der Anhängerschaft zerissen zu werden? (Röbin)

 

Unspektakuläres modernes Slayer Album? Stilistisch eng verwandt mit „Repentless“? Nichts anderes habe ich erwartet, da ja schon das finale(?) Totschläger-Album im Grunde ein Solo-Album war. Im direkten Vergleich hat „From Hell I Rise“ die etwas besseren Songs. Außerdem gefällt mir Mark Oseguedas auf Araya und Krawall gebürstete Performance wirklich gut, speziell beim mächtig angepissten Opener. Sobald es grooviger, pseudoatmosphärischer oder im Falle von „Two Fists“ punkiger wird, verliert die Platte leider viel von ihrer Energie, so dass am Ende ein durchwachsenes Ergebnis steht. Dass sich einige meiner Kollegen wohl vor Begeisterung mal wieder kaum halten können, hat deshalb weniger mit der gebotenen Musik als vielmehr mit dem Namen Kerry King zu tun, der in diesem Leben kein genialer Songwriter mehr werden wird, aber immerhin in gesetztem Alter noch glaubhaft Aggression vertont. Vor allem dafür und für einige patente Aggrotracks gibt es von mir ein hauchzartes wackliges Hail! (Chris)

 

Auch wenn nach dem Tod von Hauptsongwriter Jeff Hannemann und angesichts von Tom Arayas Wirbelsäulenproblemen absehbar war, dass Slayer nicht ewig weitermachen würden – die Nachricht, dass sich die Band auflösen würde, war trotzdem ein schwerer Schlag. Nicht nur wegen der bis zuletzt unfassbar intensiven Life-Performances, sondern auch, weil ich auch mit Slayers jüngeren Alben immer noch richtig viel anfangen konnte. Dass sich Kerry Kings Alleingang jetzt als eine Fortsetzung von Slayer mit nur geringfügig anderen Mitteln erweist, ist das absolut beste, was aus meiner Sicht passieren konnte. Es stimmt, die entfesselten Soli sind ein bisschen zahmer geworden, aber alles in allem sind das hier das Songwriting, der Sound, die Energie und die unnachahmliche Aggression, für die ich Slayer immer geliebt habe. Dementsprechend ist dieses Album für mich ein reiner Glücksrausch und mir gehen Gaspedal-Tracks wie „Crucifixation“, „Rage“ oder „Shrapnel“ nicht weniger gut rein als intensive Midtempo-Nummern wie „Residue“ oder „Tension“, und das punkige „Two Fists“ funktioniert für mich genau so gut wie „Toxic“ oder „From Hell I Rise“, die Slayer-typischer nicht sein könnten. Man kann sich vielleicht fragen, wie es Tom Araya wohl damit geht, dass Death Angels Mark Oseguada seinen Gesangsstil hier so ungeniert kopiert (was er verdammt gut macht), aber das muss ja den Genuss dieser unerhofften Thrash-Granate nicht schmälern. Von mir ein übereindeutiges Hail! (Torsten)

 

 

Perfektes Timing! KERRY KING kündigt sein erstes Soloalbum nach dem Ende von Slayer an und kurz drauf hat sein Ex-Kollege Tom Araya auch wieder Bock auf Krach und leiert die Slayer Reunion an.  Schon ist man wieder in aller Munde…aber das ist ja hier nicht das Thema.

Was bietet „From Hell I Rise” also? Kurz gesagt, es ist eine ziemlich logische Fortführung von „Repentless“ und schafft durchaus den Spagat, an die „alten“ Slayer, also die Alben vor „Divine Intervention“ zu erinnern. Bei den Mitmusikern hat Mr. King nicht versucht, eine große Allstar Band aus dem Hut zu zaubern, sondern sich genau überlegt, was zur Musik passt. Paul Bostaph an den Drums ist jetzt nicht sonderlich überraschend und Kyle Sanders (Hellyeah) ist zumindest kein Name, bei dem die Augenbrauen hochgehen. Phil Demmel (Ex-Vio-Lence/Machine Head) ist hingegen schon etwas überraschend. Eine wirkliche Überraschung stellt dagegen Mark Osegueda als Sänger dar. Den Death Angel Frontmann hatte wohl niemand auf dem Schirm, da im Vorfeld mehrfach der Name Phil Anselmo gefallen war. Für mich definitiv die richtige Wahl. Osegueda brüllt, bei aller geforderten Härte die Songs nicht komplett zu Boden, sondern hat immer noch Luft etwas zuzugeben. Wobei hier und da etwas weniger auch gut gewesen wäre. Die Songs selber hätten, wie schon erwähnt, auch auf dem nächsten Slayer Album stehen können, bekommen durch die wesentlich wuchtigere Produktion, vor allem der Gitarren, einen ganz anderen Drive. Hier und da klingt es tatsächlich wie in die frühen Zeiten versetzt. Das Album beginnt mit dem instrumentalen „Diablo“, ehe „Where I Reign“ klassisch aus den Boxen knallt. Mein Highlight ist Speedbolzen „Crucifixation“, der herrlich old-schoolig nach vorne rifft, ehe er von einem schleppenden Slayer-Signature Riff unterbrochen wird. Dem Eröffnungsriff von „Trophies Of The Tyrant“ würde man heute eine Amon Amarth Schlagseite andichten. Wenn man genau hinhört, schimmert eher ein „Skeletons Of Society“ durch. „Everything I Hate About You“ ist eine 80sekündige Attacke und „Two Fists” ist ein überraschend punkiges Stück geworden. Im abschließenden Titelsong wird das Gaspedal noch einmal durchgetreten. Auffallend ist, hier sind die Gitarren ein ganzes Stück tiefer gestimmt. Streng genommen kommt „From Hell I Rise“ ohne große Überraschungen aus und man bekommt genau, was man erwartet. Berechnet klingt das Album aber dennoch nicht. Kleine Ausflüge sind durchaus vorhanden und wie ein aufgewärmtes Slayer Album klingt die Chose auch nicht. Man nimmt Kerry King ab, dass er hier genau das macht, worauf er Bock hat und vor allem, weil er noch Bock hat. Der große Hammer ist es nicht, aber ein starkes Thrash Album, das alte und neue Slayer Fans begeistern wird. Hail! Aber Hallo! (Schnuller)

 

Um das neue Album von dem Gitarristen der Band Slayer dreht sich derzeit alles, wird es ein Erfolg?, kommt er an die Songs von Slayer ran? Und was soll ich sagen, ja verdammt das Ding drückt euch das volle Metalbrett ins Gesicht. Kerry King hat hier wirklich etwas Grandioses geschaffen und das werden wir schon bald zu hören bekommen. Wer diese Veröffentlichung nicht sein Eigen in der Sammlung nennen darf der hat 2024 total verpennt. Hail! (Oliver)

 

https://kerrykingofficial.com/

 


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