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EARTH ROT - Black Tides Of ObscurityEARTH ROT - Black Tides Of Obscurity
(Season Of Mist)

 

Die, 2014 in Perth, im Bundesstaat Western Australia gegründete blackened Death Metal Combo EARTH ROT zockt auf seinem dritten Extrem-Eisen "Black Tides Of Obscurity" einen zerfleischenden, sphärischen Neo Death Metal voller durchgeknallter, verzweifelter Melancholie. Trotz der wuchtigen, homogenen und differenzierten Aufnahme klingt die post-apokalyptische Szenerie schlammig, dreckig, verwesend, zersetzend. So, als tauchten die Death/Black Metaller den Sound ihrer sinistren Weltanschauung in ein Säurebad mit einem extrem hohen Dissoziationsgrad. EARTH ROT selbst geben GORGOROTH, HATE, ANAAL NATHRAKH, SEPTICFLESH, TURBONEGRO, sowie NAGLFAR als Einflüsse an. Und das hört man auch. Da heißt es in ihrem Infosheet zwar: "Es ist nicht alles Prog, was aus Down Under kommt!", aber progressiv ist es allemal, was mir da aus den Speakern entgegen bläst. Die australischen Extrem Metal Weirdos werden neben einem nahezu durchgehend sägenden Boss HM-2 Gitarrengeschrammel und den melodischen bis sphärischen Leads zwischendurch nämlich auch mal ausgelassen rockig progressiv (wie am Ende zu "The Cape of Storms") oder flirten mit Country/Western-Rock-Anleihen (wie beim Ausstiegssong "Out in the Cold"). Aber o.k., als Prog im herkömmlichen Sinn kann man "Black Tides Of Obscurity" weiß Gott nicht bezeichnen.


Zehn facettenreich ausgearbeitete und düster ausgeschmückte Songs bestechen in erster Linie mit den abgefahrenen, oftmals machtgeifernde Vocalperformances von Leadsänger und Bassaxtschwinger Jared Bridgeman (hier kommt mir ab und an mal John Tardy von OBITUARY in den Sinn), dem abwechslungsreichen Drumming von Daniel Maloney und dem bereits angesprochenen Buzzsaw/Atmo-Gitarrensounds der beiden Sechssaiter Tom Waterhouse und Colin Dickie. Es wird brutal gegrowlt, aggressiv gekrischen, brachial gebrüllt, melancholisch klagend angeprangert und dabei oftmals auf progressive Weise an den Griffbrettern gesägt. EARTH ROT versinken in obskure Welten voller bewusstseinssprengender Realitäten. EARTH ROTDas Aussie Black/Death Quartett beleuchtet die Absurditäten des Lebens mit all seinen Neurosen verursachenden Trieben, Wünschen, Verlangen und den daraus resultierenden Peinlichkeiten. Ebenso wie die Begrenztheit im Geiste, den Wahnsinn, das Böse, den Hass und den unmittelbar damit verbundenen Zerfall der Seele.

 

EARTH ROT vermischen ihren Sound generell mit ausufernden Passagen. Ein bisschen Sludge hier, ein wenig Doom dort. Anschließend schmecken sie das Ganze mit einem Quäntschen Post Hardcore ab. Trotzdem weicht die durchgeknallte Schredder-Legion vom Pfad der Extreme nicht allzu gerne ab. So gibt es auf "Black Tides Of Obscurity" noch zu weit über 90 % brutal was auf die Mütze. Ordentlich ballernde Doublebasssequenzen und fett bratende Gitarren drängen sich immer wieder zwischen episch ausufernde Zwischenspiele voller emotionaler Regungen und geisteskranker Gefühlsausbrüche. Die Australier fördern dabei ganz schön verquere Weirdo-Soundgefilde zutage. Neben dem starken Opener "Dread Rebirth" sind "New Horns" und über alle Maßen "Ancestral Vengeance" meine persönlichen Faves des Albums. Letzterer ein grooviger, mit Brachialgewalt beladener, definitiv von ANAAL NATHRAKH beeinflusster Song, der schwer nach vorne geht und in nahezu unveränderter Form auf einem Album der Birminghamer Extrem Metal Ikone hätte auftauchen können. Nicht zuletzt diese Huldigung an ANAAL NATHRAKH zeigt EARTH ROT wandelbar wie ein Chamäleon.

 

Das 45:27 Minuten zirkulierende Kreissägeblatt "Black Tides Of Obscurity" verkörpert die Realität des neuen kosmischen Horrors menschlicher Bedeutungslosigkeit und die Fragilität des Geistes in einer voluminösen, facettenreichen, der menschlichen Dummheit gegenüber abgeneigt klingenden, halb hervorgekotzten Gesangsperformance. EARTH ROT besitzen ein enorm breitgefächertes Waffenarsenal und packen verdammt viel Information in ihren interessant aufgebauten Apocalyptic Post Black/Death. Auch in den Geschwindigkeiten agiert man stets äußerst variabel und nimmt von hart bis zart einfach alles mit. Sämtliche Instrumente wurden unter der Leitung von Jared Bridgeman und Colin Dickie in ihrer Heimatstadt Perth aufgenommen. Lediglich die Schlagzeugaufnahmen wurden von Troy McCosker im Pony Music in Melbourne durchgeführt. Mix und Master hingegen gab man in deutsche Hände. Kristian Kohlmannslehner vom Kohlekeller Studio in Seeheim-Jugenheim (bei Darmstadt) zeigte sich hierfür verantwortlich. Music on top from Down Under!


(Janko)

https://earthrot.com.au/

 

 

Western Australia is haunting you:

Dread Rebirth:

https://youtu.be/tda3EAcnzPo

 

Mind Killer:

https://youtu.be/xOhJ6Q_BOVY


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