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High Fighter - ChampainHigh Fighter - Champain

(Argonauta Records)
 
"Champain" ist das zweite Studio-Langeisen der Hamburger Rock/Metal Extremisten HIGH FIGHTER, die sich im Sommer 2014 gründeten. Das female fronted Sludge Metal Quintett, das seine musikalische Sichtweise hier und da schon mal mit einem gehörigen Schuss Blues, Doom, Vintage oder Stoner Rock würzt, zeigt sich auf dem "Scars & Crosses"-Nachfolger einen deutlichen Zacken härter und gereifter. War bereits das erste Studiokomplettwerk ein Sahnehäubchen, so schießen HIGH FIGHTER mit "Champain" endgültig den Vogel ab. Mona Miluskis psychotisch-soziopathisches Gekreisch ist noch versierter und abgedrehter geworden und bildet ein perfektes Konglomerat mit ihrer kontrastierenden, extravaganten und absolut professionellen Rockröhre. Doch gerade bei ihrem galligen Gekreisch wird selbst manch etabliertem Black Metaller Angst und Bange. Die saubere, druckvolle Produktion, wie auch der leicht psychedelische bis dramatische Touch der gesamten Rhythmussektion tun dabei ihr Übriges.
 
Dass HIGH FIGHTER ihre ganz eigene Duftnote in der Rock/Metal Welt hinterlassen werden, haben sie bereits mit ihrem Debüt "Scars & Crosses" auf eindrucksvolle Weise unter Beweis gestellt. Das klare, nicht gar so arg versludgete Soundgefüge, das hier und da schon mal zum Ohrwurmcharakter neigt, bietet Gitarren „heavy as hell“, eine durchdringende Bassaxt, treibende, bis mitreißende Schlagzeugrhythmen und eine einzigartige Fronterin, die ihre weitreichende Gesangsrange bis in die Spitzen auskostet. Einzig die progressiven Strukturen, die jedoch keinesfalls als vordergründig anzusehen sind, sowie die wandlungsfreudigen, jedoch stets beseelten Gesangsperformances, mögen dem einen oder anderen Hörer (der mit brutalem Gesang nicht allzu viel anfangen kann) etwas sperrig vorkommen. Ansonsten präsentieren HIGH FIGHTER auf "Champain" inklusive der beiden Interludien "Interlight", sowie "Interdark" elf coole, deftige Sludge Rock bis Metal Nummern schwedischer bis US-amerikanischer Prägung, die den Gesang als vordergründiges Indiz in ihre Arrangements aufnehmen. Photo Credit: Basti GrimDie Hamburger hauen so mit Leichtigkeit eine Sludge Metal Hymne nach der anderen raus. Insbesondere fällt hier die perfekte Aufnahme des Schlagwerks auf. Selbiges gilt jedoch für jegliche weiteren Aufnahme-Spuren gleichermaßen.

Die Hanseaten durchbrechen zwar ständig ihre dynamischen, zugänglichen Grundstrukturen, finden den Weg dorthin aber immer wieder schnell zurück. Demoness Mona Miluski, die neben HIGH FIGHTER zusätzlich noch die PR Agentur All Noir betreibt, reißt sich mit ihrer (im positiven Sinne) abgefuckten Vocalperformance voller Inbrunst die Stimmbänder aus der Verankerung. Aber auch ihre alternierende und in ihren Bann ziehende Rockröhre ist eigenständig, selbstbewusst und kraftvoll eingesetzt. Und so hänge ich an ihrem extraordinären und brutal schrägen Gesang wie ein Neugeborenes an den Brüsten seiner Mutter. Das extrem geile Brutalogekreisch und der bockstarke Klargesang befinden sich auf "Champain" in einem fein ausgeklügelten, unaufdringlichen Wechsel. HIGH FIGHTER deklarieren ihren ultimativen Stilmix daher auch witziger Weise als „Heavy Stoner Bluescore“, was eine mehr als nur passgenaue Bezeichnung darstellt.
 
Aufgenommen, gemixt und gemastert wurde das 44:18 Minuten rotierende "Champain" zu Beginn dieses Jahres von Jan Oberg (Sänger und Gitarrist der Sludge/Doom Metaller EARTH SHIP) im Hidden Planet Studio zu Berlin. Das, auf mich etwas gelangweilt wirkende Cover Artwork (man möge mir verzeihen) stammt von Johnny Doe. Ansonsten bin ich mal wieder total geflasht von HIGH FIGHTER. Das Teil boxt mich noch kräftiger aus den Socken, als es noch das Debüt "Scars & Crosses" vermochte. "Champain" klingt absolut professionell, wie auch international und ist ein deutlicher Schritt nach vorne. HIGH FIGHTER 2.0 stellt eine grandiose Scheibe dar, die wirklich Spaß macht und ein ganz heißer Anwärter auf die LACK OF LIES Top 20 des Jahres 2019 ist.
 
(Janko)
 
http://www.facebook.com/HighFighter

 

 

Checkt doch bei der Gelegenheit gleich mal die beiden Track Videos zu:

Before I Disappear:

https://youtu.be/kFrKK7SF_eM

 

Dead Gift:

https://youtu.be/wx924uY031o


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