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totentanz nr. 29

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Dirtyprotest - HellstormDirtyprotest - Hellstorm

(Mystyk Prod)

Obwohl die Kriegsgegner und Fürsprecher der Minderheit DIRTYPROTEST seit 2006 on stage sind, veröffentlicht das Death Metal Duo aus Dublin um Alan “Al” Hurley und Thomas “DM” Blanc dieser Tage mit „Hellstorm“ erst ihr Debütalbum. Im Jahre 2004 bereits von Dublin nach Kairo übergesiedelt (Al wollte eigentlich nur einen sechswöchigen Urlaub dort verbringen), ist das nächste Ziel des irischen Multiinstrumentalisten und Tätowierers auf der Landkarte mit Spanien bereits anvisiert. Alan und Thomas lernten sich in einem Onlineforum kennen, als Al dort mit einem Demo auf Sängersuche ging. Gemeinsam mit einem Freund mischte Brüllwürfel DM seine Death Metal Vocals gemeinsam mit seinem Kumpel Aurélien Fouet-Barak in die Instrumentalsongs. Persönlich getroffen haben sich die Musiker bislang noch nicht, denn die Jungs machten laut Alans Aussage einen derart guten Job, dass kaum etwas nachbearbeitet werden musste. 

Im tiefenverzerrten HM-2 Buzzsaw Knuspermantel, den ich von ENTOMBED, ENDSEEKER, LIK oder BLOODBATH her so liebe, kommt dieses zweistimmig besungene, brutale Extrem Death Metal Geballer daher. Der HM2-Sound wird musikalisch allerdings nicht ganz so sehr in den Vordergrund gerückt, wie bei vorgenannten Bands. Der Bandname DIRTYPROTEST passt jedoch wie die Faust aufs Auge. DirtyprotestDer Sound ist ranzig aber glasklar, die distorted HM2-Gitarren schreddern vom Feinsten, das pumpende Schlagwerk stampft alles in Grund und Boden, das tiefdunkle, enorm kraftstrotzende und pervertierte Growling von Front-Kampfsau Thomas “DM” Blanc beißt sich in der Revolte fest, dazu seine krassen, ketzerisch galligen Schwazmetall Screams und als i-Tüpfelchen noch das hohe Niveau der abwechslungsreich austarierten technischen Seite. Alles in allem Zutaten, die den Erstschlag „Hellstorm“ in der traditionsbewussten, dennoch Neuem stets aufgeschlossenen Szene recht gut ankommen dürfte, denn die für Death Metal durchaus als unorthodox zu bezeichnende Art des Zusammenspiels, birgt definitiv ihre Reize. Der räudige Combat Metal geht nämlich schwer nach vorne und ist ein sofort zündendes Konglomerat aus schwedischem wie britischem Old School Geballer, das sich in 35:23 Minuten durch den tödlichen Grenzstreifen experimenteller Einflüsse aus Death, Black, Hardcore, Thrash und Grind drischt. Neben den durchdringenden Basslines werden immer wieder melodiöse Leads zwischen die intensiven, durchdringenden Riffwände geschoben, um die harte Gangart ein wenig zu entzerren.

Rein digital erschien das neun Tracks umfassende „Hellstorm“ bereits am 01.09.2017 und wurde nun in Zusammenarbeit von Mystyk Prod und Season Of Mist als CD Digi (mit 8-seitigem Booklet und winzigen Texten) überarbeitet und neu aufgelegt. DIRTYPROTEST haben hier ein durchgängig gutes Album abgeliefert, das jedoch ohne wirklich herausstechende Höhen daherkommt. Es ist ein extremer, schneller, technischer Death Metal, der Mords Wind aufwirbelt. Eben ein komprimierter Gewaltexzess mit einer druckvollen Produktion. In ihren Texten verarbeiten DIRTYPROTEST diverse Aspekte der modernen Sklaverei, des Krieges, Aufstände, Genozid, Kolonialmächte, Korruption, den Irrsinn des Terrors und die Puppenspielerei der Mächtigen. Der Dirty Protest war ein Aufstand von inhaftierten Mitgliedern der IRA (Irisch Republikanische Armee) während des Nordirlandkonflikts, die sich ihren Sonderstatus (keine Gefängniskleidung tragen und keine Gefängnisarbeiten verrichten zu müssen) nicht nehmen lassen wollten. Der Protest wandelte sich in einen Hungerstreik und führte letztlich zu einem offenen, politischen Kampf gegen die Institution Gefängnis, die im Laufe der Zeit 19 Gefängniswärtern das Leben kostete.


(Janko)

https://de-de.facebook.com/dirtyprotest/

 

 

Checkt auch den Track "Moonlight of the Longknives":

https://www.youtube.com/watch?v=GD0m10iCX4U


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