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Danzig - Black Laden CrownDanzig - Black Laden Crown

(AFM Records)

 

Ganze sieben Jahre mussten sich die DANZIG Jünger gedulden, bis die New Jersey Heavy/Doom Metaller die Veröffentlichung eigenen Materials und somit ihres 2010er „Deth Red Sabaoth" Nachfolgealbums bekannt gaben. Als eine der prägenden Bands meiner Jugend haben DANZIG schon immer einen großen Einfluss auf mich ausgeübt. Songs wie „Am I Demon”, „Mother“, „Blood And Tears”, „Her Black Wings“, „How The Gods Kill”, „Dirty Black Summer”, „Can’t Speak“, „I Don't Mind The Pain”, „Firemass“ oder „Thirteen“ schwirren mir heute noch im Kopf herum und müssen oftmals, als kaum zu toppender Vergleich, für Songs ähnlicher Genre herhalten. Man verband von jeher düstere Horrorsequenzen mit Rock, Doom, Blues und Punkelementen und stand für starke, robuste und unverkennbare Heavy Metal Riffs. Danzig - GlennBandboss Glenn ist allerdings nicht erst anno 2017 etwas davon abgekommen everyone‘s Darling zu sein und schafft sich immer wieder ganz eigene, extravagante, teils gar grotesk anmutende Musikstücke drauf. Da macht auch das neue und zehnte Studioalbum der US-amerikanischen Heavy/Doom Rocker keine Ausnahme.

 

Bereits der Opener und Titeltrack „Black Laden Crown“ kommt bis weit über die Hälfte sehr doomig daher und hat einen Flow, zähflüssig wie erkaltende Lava. Glenns’ unverkennbares Organ bricht dabei nicht mehr so oft aus seinen kraftvollen, aber überwiegend euphonischen Gesangslinien aus. Wie bereits in der Vergangenheit erfährt seine Stimme hierbei oftmals mehr oder minder starke elektronische Veränderungen. Der Bass ist verzerrt, die Gitarren knarzig, das Schlagzeugspiel angepasst. Allerdings plänkeln die neun Tracks in knapp 46:00 Minuten recht unzugänglich, verschlossen und eigensinnig vor sich hin. Manches ist schon ganz schön schräg und wirkt auf mich ab und an dann doch etwas unverständlich oder gar planlos zusammengestellt. Lediglich „Devil On Hwy 9“ oder die vergleichsweise coole Country/Western Rock Nummer „Last Ride“ hauen die ganze Chose ein wenig raus. „Where do you want to go today?“, könnte man fragen, denn irgendwie ist „Black Laden Crown“ weder Fisch noch Fleisch. Kein richtiger Doom, kein richtiger Blues, kein richtiger Rock, kein richtiger Sludge. Irgendwie eine Mischung aus allem, aber in der Gesamtbetrachtung von allem leider zu wenig, weshalb sich das neue Album viel zu schnell tot zu laufen droht.

 

Die ausgedehnten Outros, welche die Spielzeit der einzelnen Tracks künstlich in die Länge ziehen, wissen mich weder stimmlich, noch musikalisch zu überzeugen. Wie ein abgepacktes Steak aus dem Supermarkt, zäh und durchwachsen, zieht sich „Black Laden Crown“ dann auch wie ein frisch verdauter Kaugummi. DANZIG präsentieren sich zeitweise etwas schleppend und kommen irgendwie nicht so richtig aus dem Quark. Die ausladenden, melancholiegeschwängerten Kompositionen vom Großmeister des Doom Metals Glenn Danzig, kommen daher auf den ersten Blick auch etwas unscheinbar daher und hinterlassen bei mir den Eindruck eines reinen B-Seiten Albums.

 

Ich bin ein wenig frustriert, um nicht zu sagen enttäuscht, denn auch nach mehrmaligem Hören finde ich keinen rechten Zugang zu „Black Laden Crown“. Man möge mich bitte nicht falsch verstehen, das sind alles keine schlechten Songs, aber ich denke, dass ich sie nach drei Tagen kaum mehr auseinanderhalten kann und spätestens nach einer Woche vergessen habe. Schade eigentlich, denn als langjähriger DANZIG Fan, hatte ich mir von dem neuen Material dann doch etwas mehr versprochen. Für Sänger Glenn Danzig und seine Mitstreiter ist das dargebotene Material ein klein wenig dürftig, denn die Messlatte hängt hier besonders hoch. Und da es DANZIG völlig verschwitzt haben Boneshaker Material, von der Klasse wie „Mother“, „How The Gods Kill” oder „Firemass“, auf das neue Album zu packen, kann ich „Black Laden Crown" leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

(Janko)

 

www.danzig-verotik.com


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