Aktuelles Magazin

Totentanz Magazin Nr. 28 out now!

Totentanz on

Aktuell sind 466 Gäste und keine Mitglieder online

Hail or Kill Review (mehrere TT Redakteure bewerten ein Album)

 

arch-enemy-war-eternalArch Enemy – War Eternal

(Century Media Records)

 

ARCH ENEMY sind zurück mit neuem Album und neuer Besetzung. Erste Meldung freut ungemein, die zweite hat erst mal einen Moment des Staunens und zweimaligen Nachlesens zur Folge gehabt. Schließlich wurde nicht nur ein Teil der Gitarrenfraktion ausgetauscht (Nick Cordle (Ex - ARSIS) ersetzt den erst zurückgekehrten jüngeren Amott Bruder  Christopher), sondern auch der – in jeder Band wohl prägnanteste - Posten am Mikro wurde neu besetzt. Richtig gelesen und mittlerweile auch keine Neuigkeit mehr, Angela Gossow hat ihren Platz geräumt und diesen für Alissa White-Gluz (Ex – THE AGONIST)  freigemacht. Die mittlerweile Ex - Frontfrau wird ARCH ENEMY  allerdings weiterhin erhalten bleiben, wird aber in Zukunft mehr die Strippen im Hintergrund ziehen und sich vornehmlich ums Management kümmern. So weit so gut also, aber was kann man von der neuen Besetzung und vor allem von der neuen Frontfrau erwarten? Die Antwortet gibt die neue Scheibe „War Eternal“ und ist ein richtiges Brett. Das Songmaterial wurde bereits von Alissa White-Gluz eingesungen und könnte genau in dieser Form auch auf einem beliebigen Album mit Angela Gossow am Mikro zu finden sein. Würde man nicht wissen, dass eine Neue ins Mikro keift, growlt und schreit, wäre es im ersten Moment wohl den wenigsten aufgefallen. Wie immer fahren ARCH ENEMY auch auf „War Eternal“ eine bombastische Soundwand auf, überzeugen mit starken Riffs und tollen Gitarrenduellen und der Gesang ist wie gewohnt brachial und aggressiv. Neben all diesen Attributen vergisst die Band auch diesmal nicht für starke Ohrwürmer zu sorgen. Los geht es mit dem vergleichsweise ruhigen Intro „Tempore Nihil Sanat“ um dann gleich fünf (!) Brecher und fast schon Hymnenhafte Kracher („Never Forgive, Never Forget“, „War Eternal“, „As The Pages Burn“, „No More Regrets“ und „You Will Know My Name“) hinterher zu schieben. Dieses Song-Quintett hat absolute Live Qualitäten und darf bei zukünftigen ARCH ENEMY Liveshows auf keinen Fall fehlen. Der siebte Song „“Graveyard Of Dreams“ ist ein melodiöses Instrumental und bietet dem Hörer erst einmal eine kleine Verschnaufpause. Es folgen fünf weitere Songs, die zwar ebenfalls die ARCH ENEMY typischen Trademarks beinhalten aber in punkto Ohrwurm- oder Mitgröhlfaktor eher schwer mithalten können (als Ausnahmen seien allenfalls noch „On And On“ und „Time Is Black“ genannt). Das Album endet mit einem Instrumental („Not Long For This World“), was schade ist, den der Song hätte – wäre er mit Lyrics versehen worden – das Zeug zu einer waschechten ARCH ENEMY Ballade gehabt. Es ist schade, dass Angela Gossow den Platz am Mikro geräumt hat. Bemerkenswert und cool ist es, dass die Band um Bandchef Michael Amott mit Alissa White-Gluz zeitnah einen absolut adäquaten Ersatz gefunden hat. Auf Konserve kommt die neue Frontfrau absolut stark rüber und die Fans sollten ihr auch Live die Chance geben sich zu beweisen, denn auf dem Kasten hat sie alle Mal was. Angela Gossow hinterlässt bei ARCH ENEMY mit ihrem Gesang und ihrer Ausstrahlung sehr große Fußstapfen, die von Alissa White-Gluz – davon bin ich felsenfest überzeugt – gefüllt werden können. Das ich richtig liege und mich hier nicht um Kopf und Kragen schreibe, wird auf kommender Tour, welche ARCH ENEMY ja auch in unsere Breitengrade führt, zu sehen sein.  ARCH ENEMY´s „War Eternal“ ist jedenfalls eine absolute Blindkauf Empfehlung, von daher definitiv HAIL!     

 

(Zvonko)

 

Im Gegensatz zu Zvonko hat mir das oft zu eintönige Gebrüll von Angela Gossow nicht immer gut gefallen. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich hörte, dass ab sofort Alissa White-Gluz den Job am Mikrofon übernimmt. Schade jedoch, dass der zierliche Blauschopf auf „War Eternal“ von den Schweden so extrem an die Kette gelegt wurde. Bei The Agonist hat Alissa mehrfach bewiesen, dass sie viel mehr als nur böse fauchen kann. Hier wünsche ich mir für das nächste Album deutlich mehr Spielraum für die Sängerin! Denn in dieser Form stimme ich Zvonko in einem Punkt voll zu: Das Material hätte auch auf „einem beliebigen Album mit Angela Gossow am Mikro“ stehen können.

Musikalisch stehen Arch Enemy hingegen wie ´ne Eins und Nummern wie „As The Pages Burn“, „No More Regrets“ und „You Will Know My Name“ sind Bretter vor dem Herrn. Ich habe aber auch hier stetig das Gefühl, dass Michael Amott & Co. Angst vor größeren Wagnissen haben. Klar, das ist Jammern auf hohem Niveau – aber gerade von einer Band wie Arch Enemy erwarte ich mehr als nur pure Pflichterfüllung. Mein Urteil deswegen: Weder HAIL, noch KILL.


 (Michael)

 

Arch Enemy sind bei mir seit jeher so eine Sache. Während mir die schnellen und aggressiven Parts ständig sehr gut reinlaufen, sind mir manche Parts für diese Band einfach zu cheesy. Ich mag zwar Stilpaarungen und Überschneidungen bei Genres, aber manchmal passts einfach nicht. Und da Arch Enemy mit ihrer neuen Scheibe aber genau das abliefern, was sie am besten können, geht mir „War Eternal“ zwar im Gesamtpacket gut rein, denn Songs wie der eigentliche Opener (ohne Intro) „Never Forgive, Never Forget“ sind absolute Knaller die genau die richtige Schnittmenge zwischen Eingängigkeit und Anspruch liefern, dennoch gibt’s aber bei einigen Songs diese zu melancholisch melodiösen Parts. Doch Knallerriffs und Härte überwiegen, weswegen ich klar ein HAIL vergebe.
Zum Sängertausch nur so viel: Klar hört man einen kleinen Unterschied zwischen der Klangfarbe, aber wer sich mit Angela anfreunden konnte, der wird wohl mit Alissa auch keine Probleme haben. Zwar kam mir zu Ohren, dass die Gute eigentlich noch mehr kann als das typische Keifen, aber Herr Amott wollte wohl auf Nummer sicher gehen und forderte nur das „übliche“ ein, um die Neuerung erst mal sacken zu lassen. Sehr gut finde ich auf jeden Fall, dass der Wechsel nicht durch böses Blut zustande kam, was sich eindeutig wohl dadurch erklärt, dass Angela der Band als Managerin im Hintergrund treu bleibt.


(Röbin)

 

Also von mir gibt´s auch ein "Hail", denn die Mucke auf der neuen CD hat der mit den roten Haaren (Michael Amott, Gitarre) mal wieder wunderbar geschrieben. Da stimmt alles und die typischen Arch Enemy Trademarks sind vorhanden. Aber passt auch der Gesang von der Neuen mit den blauen Haaren (Alyssa White-Gluz, Vocals)? Ja tut er - die amerikanische ex The Agonist Fronterin kann die Lücke die die mit den blonden Haaren (Angela Gossow, Vocals) hinterlassen hat sehr gut ausfüllen. Ihr Organ klingt genauso sick - kaum Unterschiede. Der Titelsong ist mein Favorit, klebt im Ohr und wird sicherlich in die Setlist wandern. Schön auch das der Chef seinen alten Scorpions/UFO 70´s Gitarren Vorlieben treu geblieben ist und uns immer wieder mal schön melodische Scharmützel aus dieser Zeit fiedelt. Ich stimme dem Review von dem mit den schwarz/grauen Haaren (Zvonko, TT Schreiber) also zu und freue mich mit ihm auch auf kommende Live Konzerte und bin gespannt auf den Eindruck den Alyssa dann hinterlässt.

 

(Arno, der ohne Haare)

 

Frauentausch bei Arch Enemy. Mike Amott hat jetzt ne Jüngere, spricht damit vermutlich noch mehr Hörer an und macht dazu Musik, wie man sie von ihm kennt. Sahnige Gitarren, butterweiche Leads und durchdachte Arrangements gibt es also nach wie vor, der Gesamtsound aber wirkt erneut aufgeblasen und fast so durchgestyled wie der Blauschopf am Mikro. Ganz so dick wie ihre Schminke trägt die neue Giftspritze gesanglich zum Glück nicht auf, eher im Gegenteil: ihre Vocals klingen weniger angestrengt und „over the top“, dafür etwas wandelbarer , gefallen mir dadurch insgesamt besser. Da auch der Einstieg ins Album u.a. mit dem flotten „Never forgive, never forget“ (inkl. toller Carcass-Gedächtnis-Licks) und dem druckvoll schiebenden „As pages burn“ gelungen ausfällt, sind die Vorzeichen gut, dass mir nach einigen Jahren mal wieder ein Arch Enemy-Album zusagt. Spätestens mit dem ultrakäsigen Refrain „No more regrets“ wendet sich für mich dann aber das Blatt. Da hör ich schon die Wacken-Chöre dazu, nee da bin ich raus. Und so richtig zieht mich die Musik in der Folgezeit auch nicht wieder rein. Wie es scheint haben Arch Enemy nach einigermaßen furiosem Beginn ihr Pulver schnell verschossen. Für das erste Drittel würde ich ein gerade so ein „Hail“ vergeben, danach haben dann doch sukzessive die Mordgedanken überwogen.

 

(Chris)

 

http://archenemy.net  

 


Musik News

Movie News