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images/cover/2012_12/demona-metalthroughthetime.jpgDemona - Metal though the time

(Dying Victims Productions)

 

Demona werden dem einen oder anderen von ihren bisherigen Demos und Splits bekannt sein, aber das dürfte sich auf Experten südamerikanischen Metals beschränken. Also nehmt zur Kenntnis, daß es sich hier um ein Einfrauprojekt handelt: Demona ist die Band von Constanza Godoy Díaz alias Tanza Speed, die nunmehr von Chile nach Kanada übergesiedelt ist und mit Hilfe einiger Kumpels das erste volle Album eingeholzt hat. Zu hören gibt es astreinen Speed Metal, der so auch Mitte der 80er entstanden sein könnte – das Gaspedal wird fast durchweg ordentlich durchgedrückt, es werden schön die Riffs heruntergeschrubbt, ohne aber die Grenze zum Thrash zu überschreiten. Soweit so gut. Musikalisch ist es nicht weltbewegend, aber im Gitarrenbereich weiß man durchaus mit interessanten Ideen zu punkten. Schön auch der Gedanke, beim Titelstück eine ganze Reihe Gastsänger und –solisten zu beschäftigen und so einen symbolischen Schulterschluß im Underground zu vollziehen. Hatten Desaster mit „Metalized blood“ ja schon mal so ähnlich, Tanza hat aber gleich ein knappes Dutzend Gäste ins Studio gebeten. Klasse Idee! An zwei Bastionen sind Demona aber reichlich schwach besetzt: Das Schlagzeugspiel von Hugo Uribe besteht aus punkig-stümperhaftem Gekloppe und paßt überhaupt nicht zum Speed Metal Demonas, noch dazu macht die Produktion aus seiner Leistung ein dumpfes Geholper, das wirklich klingt, als hätte der gute Mann auf Waschmittelkartons herumgetrommelt. Tja und dann der Gesang: Tanza verfügt über null Stimmvolumen, kann weder singen noch brüllen, behilft sich mit ausdruckslosem Sprechgesang und klingt dabei wahlweise wie ein siebenjähriges Mädchen, das die Mutter um Süßigkeiten anbettelt oder eine verhinderte C-Movie-Pornodarstellerin. Das zieht „Metal through the time“ aus der Riege des akzeptablen Rumpelmetals tief in die Niederungen der Bands, die bei Partys nachts um halb drei in den CD-Player kommen, um die Meute mit unfreiwilliger Komik zu unterhalten. Im Ernst, ich habe großen Respekt vor Tanza, daß sie ihr Ding mit ihrer Band durchzieht, was für eine Frau sicherlich nochmal doppelt so schwer ist, aber das Ergebnis ist leider alles andere als empfehlenswert. Mit einer kompetenten Sängerin und einem besseren Schlagzeuger sähe das vermutlich ganz anders aus.

 

(Till)

 

http://www.demonametal.com


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