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Bis an die Grenzen des KörpersBis an die Grenzen des Körpers

(Polyband)

 

Die arte-Reihe Bis an die Grenzen des Körpers untersucht und beleuchtet Extremsituationen und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Drei der insgesamt fünf Folgen dieser Serie bringt Polyband nun auf einer DVD auf den Markt und so begleiten wir jeweils 45 Minuten lang Menschen in arktische Kälte, in die absolute Isolation und in Höhenregionen, in denen kaum Sauerstoff vorhanden ist.

Zugegeben, auch heute gehen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, um den Voyeurismus ihrer Artgenossen zu befriedigen. Doch derart menschenverachtende Selbstexperimente, wie sie hier zur Schau gestellt werden, können einfach nur aus den guten, alten 70er Jahren stammen. Eigentlich schade, dass keine Kameras zugegen waren, als Friedrich II. seine berüchtigten Sprachexperimente mit Kindern durchführte.

Gleich Teil 1 haut kräftig rein und präsentiert abartig anzusehende Frostschäden am lebenden Objekt. Da faulen quasi "live" ganze Füße ab, weil irgendwelche Wissenschaftler, mit deren Fanatismus wohl nicht einmal ein Victor Frankenstein mithalten könnte, im Dienste der Forschung bei minus 50 Grad Celsius ein Nickerchen im Schnee halten. Die Originalaufnahmen der Experimente werden in allen drei Fällen mit halbwegs modernen Grafiken kombiniert, die etwa in der ersten Folge die exakten körperinternen Abläufe bei akuter Unterkühlung veranschaulichen und erklären.

Teil 2 beschäftigt sich mit Sauerstoffmangel und erreicht dementsprechend lange nicht den Ekelfaktor des Vorgängers, mutet jedoch nicht weniger bizarr an. Es sorgt schon für ein recht mulmiges Gefühl, jemandem dabei zuzusehen, wie er in einer Kabine mit einem Minimum an Sauerstoff versucht, einfachste Sätze zu Papier zu bringen und dabei grandios scheitert. Irgendwie unheimlich, dass man dem Mann äußerlich nichts anmerkt, aber sein Gehirn ganz offensichtlich nicht wirklich funktioniert.

Etwas Erholung verschafft da die letzte Folge auf diesem Silberling, auch wenn die Vorstellung, sein Dasein für zwei Monate mutterseelenallein in völliger Dunkelheit tief in einer Felshöhle zu fristen, ebenfalls alles andere als einladend erscheint. Doch vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet erweist sich auch diese Untersuchung der "inneren Uhr" als durchaus interessant.

Nun, als leidlich interessant und teils sogar verblüffend erweisen sich alle drei Teile der Reihe, doch ein fader Beigeschmack beim Betrachter, der sich irgendwie an die Rezeption solch fragwürdiger Machwerke wie Gesichter des Todes erinnert fühlt, ist kaum von der Hand zu weisen. Die beiden fehlenden Teile "In der Gluthitze der Wüste" und "Im Rausch der Tiefe" sind bislang übrigens nicht erschienen. Die DVD kommt in dem Alter der Aufnahmen angemessener Qualität daher und bietet die drei Episoden in deutscher und englischer Sprache.

 

 

 

 

(mosher)


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