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Dead BodyDead Body

(I-On New Media)

 

Die High School ist Geschichte, und das muss natürlich ordentlich begossen werden. Was würde sich dazu besser eignen als die abgelegene Waldhütte vom Alten und ein Haufen Kumpels, die – mal mehr, mal weniger aussichtsreich – ebenfalls auf der Schwelle zum College stehen? Doch dummerweise scheint einer der Anwesenden das kurzerhand in Angriff genommene Rätselspiel Dead Body allzu ernst zu nehmen, und so entwickelt sich die feucht-fröhliche Fete zur unerfreulich-blutigen Schlitzer-Party.

 

Das Slasher-Genre ist - spätestens seit der Verbreitung digitaler Aufnahmemöglichkeiten, durch die sich praktisch

jeder, der imstande ist, einen Akku aufzuladen, als Filmemacher versuchen kann – ja durchaus mit Vorsicht zu genießen. In kaum einem Subgenre kann man sich ähnlich gut ohne schlechtes Gewissen oder Budget an blutigen Spezialeffekten versuchen, ohne sich auch nur einen Hauch um Atmosphäre, Logik oder gar eine Handlung zu scheren. Folgerichtig wIrd der Markt regelmäßig mit billigsten Schnellschüssen überflutet, deren Qualitäten kaum den Materialwert der DVD erreichen.

 

Man würde lügen, würde man behaupten, dass Dead Body nicht zumindest auf den ersten Blick ein Stück weit Anlass zur Sorge bieten würde, in genau diese Kategorie zu passen: Das Cover kann alles und nichts verheißen, die Stills lassen nicht so richtig auf Atmosphäre oder Optik schließen, und die Inhaltsangabe haut einen schon gar nicht vom Hocker. Aber Entwarnung! Bobbin Ramseys Regiedebüt erweist sich als kurzweiliger Indie-Horror, der mit Charme, Witz und etwas Blut flott durch die 81 Filmminuten jagt. Vor allem aber sorgt das handwerkliche Know-how der am Theater gestarteten Regisseurin für einen durchweg professionell wirkenden Look. Die Dialoge – so genreüblich seicht sie auch sind – bleiben meist knackig kurz und halten Dead Body aus der Gefahrenzone des Dahinplätscherns raus, Suspense-Momente sind astrein in Szene gesetzt, und die Handlung lässt sich zumindest – und das ist in Slasher-Gefilden nicht selbstverständlich – problemlos verfolgen. Natürlich gibt es auch Schwächen. Dass die einsame Waldhütte nicht nur ein Obergeschoss hat, sondern auch noch unterkellert ist, mindert ein wenig die vermeintliche Backwood-Atmosphäre. Ein paar Logiklöcher gehören fast schon zum guten Ton, und der recht hohe Off-Screen-Anteil lässt das limitierte Budget erahnen. Doch Dead Body kommt alles andere als blutarm in den Player, denn Messer, Spaten und Nagelpistole sorgen durchaus für einige krude (und CGI-lose) Momente.

 

Von einem Highlight, das womöglich noch frisches Blut ins Genre pumpt, sind wir erwartungsgemäß weit entfernt. Am Ende will der Film nicht mehr sein als er sein kann, aber woran so viele vor ihm kläglich gescheitert sind: ein B-Movie von solider Machart und mit eigenem Charme.

 

Die Blu-ray aus dem Hause I-On New Media ist allein schon darum sympathisch, weil hier keine übertriebenen Erwartungen geweckt werden. Das Bild ist gut und die Dialoge klar zu verstehen. Diese gibt es wahlweise auf Deutsch oder Englisch, wobei die deutsche Synchro ganz gut geraten ist.

 

 

(mosher)


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