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totentanz nr. 29

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Das Haus der lachenden FensterDas Haus der lachenden Fenster

(cmv)

Der italienische Regisseur Pupi Avati dürfte unter Horrorfans durch seinen unheimlichen, alternativen Zombiefilm "Zeder" (1983) bekannt geworden sein. Da sich Avati wahrlich nie auf ein Genre festgelegte, hat er leider nie die nötige Aufmerksamkeit bekommen, wie seine Kollegen Mario Bava oder Dario Argento. Doch Dank CMV (in Zusammenarbeit mit '84 Entertainment) kann (und sollte) sich das nun ändern.

Der Restaurator Stefano soll ein Wandgemälde in einer alten Kirche restaurieren und begibt sich in ein kleines unscheinbares Dorf. Schnell erkennt er, dass hier etwas merkwürdiges vorgeht und gerät zwischen die Fronten der Einheimischen, die ihm alles andere als gut gesonnen sind. Mysteriöse Anrufe sind nur der Anfang des drohenden Unheils, was bald auf ihn hereinbricht.

Schon die in Sepia getauchte Eröffnungsszene, die den Mord an einem Mann zeigt und mit einer unheimlichen (Off-) Stimme und schauriger Musik untermalt wurde, stimmt einen perfekt auf den Film ein. Kurz drauf bekommen wir sommerliche Bilder zu sehen, die von sanfteren Tönen des Komponisten Amedo Tommasi begleitet werden. Hier setzt Regisseuer Pupi Avati auf eine wunderschöne italienische Landschaft, bestehend aus Feldern, Flüssen und alten Bauten. Als nächstes lernen wir den Restaurator Stefano kennen, der von Lino Capolicchino ("Blutiger Schatten", 1978) gespielt wird.


Die Dorfbewohner, allesamt unfreundliche oder vom Leben gezeichnete Gestalten, tragen zur bedrohlichen Atmosphäre bei. Hier scheint sich keiner zu mögen und Fremde scheinen schon gar nicht willkommen zu sein. Avati hat hier eine tolle Auswahl an Schauspielern herausgepickt, die allesamt gute Arbeit leisten.

Was besonders fasziniert, sind die Tageslichtaufnahmen von Pasquale Rachini, die etwas sehr traumhaftes mit sich bringen. Avati braucht weder Nacht noch Nebel, um eine unheilbare Stimmung zu erzeugen.

Zuschauer, denen es um Gewalt und Action geht, sind hier eindeutig fehl am Platz, denn Avati lässt es sehr langsam angehen und dosiert den Schrecken anfänglich sehr dezent, bevor sich der Strick immer mehr zuzieht und am Ende die grausame Wahrheit auf Stefano wartet.

Freunden von ruhigen, aber auch alptraumartigen Horrorfilmen, ist "Das Haus der lachenden Fenster" absolut ans Herz zu legen.

Die DVD hat ein sehr gutes Bild, das zwar an manchen Stellen leichte Verschmutzungen aufweist, die aber zu keiner Zeit störend wirken. Auch der Ton ist sehr klar und verständlich. Was man besonders loben muss, ist die deutsche Synchronisation, die extra nach über 35 Jahren angefertigt wurde und erstaunlich gut ausgefallen ist.

Als Bonus gibt es einen sehr informativen Audikommentar von Dr. Marcus Stiglegger und Kai Naumann, den italienischen Original-Trailer, 2 alternative Trailer zum Film und Trailer zu weiteren Filmen. Neben der Retro-Edition im Super Jewel Case und 2 unterschiedlichen Mediabooks, sind nun zusätzlich auch 2 schöne kleine Hartboxen erschienen, die dem Film auch optisch gerecht werden.

Absoluter Tipp.

(Bjoern Candidus)


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